Reichweitentest, 2ter Versuch

So, endlich habe ich den Akku mal leer gefahren. Diesmal aber unter etwas anderen Bedingungen als beim ersten Mal, nämlich in der höchsten Unterstützungsstufe, die Fahrt vom 06.08. hatte mich dazu verleitet.

Nach 75 km (also nach 2,5 Wegen auf die Arbeit) in der höchsten Unterstützungsstufe war der Akku heute leer. Ab Kilometer 72 war die Unterstützung deutlich in den Keller gegangen (statt rd. 24 km/h wie „üblich“ an der Stelle diesmal nur 18 km/h) und drei Kilometer später praktisch nicht mehr spürbar. Jetzt war also „normales“ Radeln angesagt. Davon, dass das Hinterrad mit Motor etwas weniger leicht läuft, wie ich zu Beginn der „Elektrifizierung“ anmerkte, spürte ich heute mangels direkten Vergleichs nichts.

In Zukunft weiß ich also, das ich getrost in der höchsten Stufe zur Arbeit fahren kann 🙂

Dummerweise geht es jetzt Richtung Herbst und damit vermutlich auch Richtung „kalt und nass“ am frühen Morgen. Wobei ich nicht weiß, was schlimmer ist. Ob ich, trotz wenig Anstrengung dank Elektromotor, mit Regensachen nicht doch „von innen nass“ vom Rad steige, muss sich noch erweisen… Und auch ob ich den „inneren Schweinehund“ morgens überwinden kann…

Unglaublich: Heute die 1.000 km-Marke geknackt!

Radcomputer_Stromer 

Ich wollte zunächst der Anzeige des Radcomputers selbst nicht glauben, und habe deshalb zu Hause anhand meiner Auflade-Notizen nocheinmal nachgerechnet.
Aber es stimmt tatsächlich, ich bin mit meinem Stromer schon 1.000 km gefahren! Und das obwohl ich weniger als erhofft dazu komme, mit dem Rad statt mit dem Auto zur Arbeit zu fahren.

Die Strecken setzten sich dabei aus Fahrten zur Arbeit und zum Brötchenholen zusammen, aber auch meine Radreise rund ums Saarland war dabei.

Insgesamt habe ich den Akku bisher 14mal aufgeladen und noch nicht ein einziges Mal leer gefahren. Aber das kommt auch noch, denn heute Abend lade ich ihn nicht. Mal sehen, wie lange die Ladung bei der nächsten Fahrt zur Arbeit hält.

Bisher gab es noch keinerlei Probleme mit der (Elektro-)Technik, obwohl sie u.a. auf der Saarland-Runfahrt ordentlich geduscht und z.B. gerade gestern bei Außentemperaturen um ca. 33 Grad ganz schön warm wurde. Mein Stromer schnurrt stets zuverlässig, wenn ich ihn brauche.

Am Wochenende schaue ich mir mal die Aufnahmen am Hinterrad und den Rahmen genauer auf Risse o.ä. an, immerhin sind, bedingt durch die fast rennradmäßig schmalen Reifen, die ich mit ca. 6 bar Druck fahre, die recht hohen Tempi auf den teilweise miserabelen Radwegen und das, bedingt durch den Motor, schwere Hinterrad, die Belastungen recht hoch (denke ich mir zumindest).

Apropos Hinterrad: Trotz Beladung bis manchmal ca. 20 kg und schlechter Wege habe ich bisher weder einen Speichenbruch noch einen „Achter“ im Hinterrad. Und auch von Reifenpannen blieb ich bisher verschont.

Alles in allem bisher also ein komplett positives Fazit!

P.S.: Nachtrag zum Thema „Wartung“:

Am Wochenende habe ich keine Risse oder sonstige Schäden an den Schweißnähten oder am Rahmen gefunden. Natürlich bin ich mir bewusst, dass ich eventuelle Mikrorisse nicht mit bloßem Auge erkennen kann. Die Bremsen sind auch ok und in ihrer Wirksamkeit ob der zu erreichenden Geschwindigkeiten m.E. völlig ausreichend. Immerhin ist mein Stromer ja ursprünglich als Crossrad, also vereinfacht ausgedrückt, als Rennrad mit geradem Lenker, gebaut worden. Und diese sind „ab Werk“ schon für höhere Geschwindigkeiten gebaut als beispielsweise Tiefeinsteiger.

Deshalb hier noch einmal eine klare Aussage: Der Umbau zu einem Pedelec erfolgt immer auf eigene Gefahr! Meine Erfahrungen können nicht als allgemeingültig betrachtet werden und ich lehne selbstverständlich sämtliche Verantwortung für die Umbauten anderer, auch wenn sie auf Grund dieses Blogs erfolgt sind, ab.

Klar, das Pedelec ist über die Privathaftpflicht versichert…oder doch nicht??

Gestern flatterte die aktuelle ADAC-Mitgliederzeitung „Motorwelt“ ins Haus, Ausgabe August 2011, darin ein Test, der reißerisch verkündet:

„Elektro-Fahrräder: ADAC-Test deckt auf: Riesige Qualitätsunterschiede bei Pedelecs“

Das ist ja an und für sich nichts neues, und ein Rahmenbruch bei einem 2.000 € Pedelec ist, auch wenn es nach „knapp 10.000 Kilometer simulierter Fahrstrecke auf dem Prüfstand“ passiert, grundsätzlich eine böse Sache.

Aber für mich viel interessanter war, was da zum Thema „Versicherungslücke bei Pedelecs“ zu lesen stand:

„Anders sieht das bei Pedelecs mit einer Anfahrhilfe aus… . Da sie auch ohne Treten fahren können, werden sie als Kraftfahrzeuge eingestuft… . Das Größte Problem ist der Versicherungsschutz: Nicht alle privaten Haftpflichtver-sicherungen umfassen Pedelecs mit Anfahrhilfe.“

Da gingen bei mir sämtliche Lampen an: Denn mein Pededelc hat eine Anfahrhilfe  (vgl. mein Blogbeitrag vom 26.03. „Vom Nutzen der Anfahrhilfe und einem Steckerschutz“) die nur bis 6 km/h aktiv ist.

Also habe ich flugs eine Mail an meinen Versicherungsvertreter mit der Bitte, den Sachverhalt zu klären.

Kaum gesendet war auch schon die beruhigende Antwort da, was mich vermuten lässt, das ich nicht der erste war, der das nachfragte: Meine Versicherung behandelt mein Pedelec wie ein normales Fahrrad.

Ich kann also weiterhin beruhigt die Fahrten mit meinem Stromer genießen.

Und die Moral von der Geschicht‘: Im Zweifel die Versicherung befragen bevor man im Fall der Fälle in die Röhre kuckt…

Mit dem Stromer zur Arbeit – endlich mal wieder!

Gut einen Monat gab es hier nichts zu berichten; das Wetter, berufliche oder private Termine oder alles gleichzeitig verhinderten, dass ich mit meinem Stromer zur Arbeit gefahren bin.

Aber heute war es endlich wieder mal soweit. Bei herrlichstem Sonnenschein konnte ich die Fahrt doppelt genießen: Das schöne Wetter hatte mich dazu verleitet, heute mal die dritte und stärkste Unterstützungsstufe zu nutzen. Würde eine Akkuladung für Hin- und Rückweg reichen?

Macht das Fahren mit dem Pedelec an sich schon Laune, so ist der Spaßfaktor mit der höchsten Unterstützungsstufe noch größer: Die Beschleunigung ist fulminant und das Tempo ohne allzu große Anstrengung um ca. 25 km/h zu halten.

Das führte dazu, das ich morgens 57 Minuten statt 1:05h und nachmittags auf dem Rückweg 1:00h statt 1:12h für die Strecke benötigte.

Allerdings merkte ich gerade auf dem Rückweg, dass viele Radwege nicht fürs Radfahren in solchem Tempo geeignet sind, man fährt praktisch von einem Schlagloch ins nächste bei dem Versuch einem dritten auszuweichen. 🙁 Also doch vielleicht ein Fully umbauen…? 😉

Gut für S-Pedelecs, dass diese offiziell auf der Straße unterwegs sein dürfen.

Um die Frage vom Beginn zu beantworten: Die Akkuladung hielt tatsächlich auch noch für den Rückweg; die Kapazitätsanzeige zeigt noch zwei von vier LED, der Controller am Lenker eine von vier nach rd. 47km fahren in höchste Unterstützungsstufe.