Stromer auf Speed (King)

Heute habe ich meinen Stromer mal auf Conti Speed King-Reifen gestellt; vom Laubfroschumbau  (vgl. „Fahrradkeller“ auf meiner Homepage, bis „Carver Pure 150“ scollen) hatte ich noch einen Satz im Keller liegen. Ich wollte einfach mal testen, wie viel Dämpfung ein breiterer, nicht zu stark aufgepumpter Reifen mitbringt.

Jetzt ist so einen Radwechsel ja kein Hexenwerk, sollte man meinen. Nicht aber in diesem Fall:

Das Hinterrad war ruckzuck umgerüstet. Beim Entlüften des Vorderrads fiel mir wieder ein, das ich letztes Jahr im Herbst, als ich das Centurion auf Schwalbe Marathon Plus stellte, aus Mangel an Alternativen einen Baumarktschlauch mit Dichtmittel verwendete habe. Dieses Dichtmittel wird bei der Produktion in den Schlauch gefüllt und wartet darauf, dass sich ein spitzer Gegenstand erdreistet, den Schlauch in der Absicht zu durchdringen, die Luft entweichen zu lassen. Dann stürzt sich das Dichtmittel in das entstehende Loch und dichtet den Schlauch ab. Eine feine Sache, eigentlich.

Das Dichtmittel als solches ist aber leider nicht in der Lage, die Ursache des Druckabfalls im Schlauch zu beurteilen. Und ein Ventil, aus dem man Luft geplant ablässt, ist ja irgendwie auch ein Loch…

Also stürzt sich das Dichtmittel beim Luftablassen in das entstehende Loch und tut das, was es wirklich prima kann: Es dichtet das Loch, in dem Fall also das Ventil, ab. Mit dem Ergebnis, das man den Schlauch jetzt nicht mehr komplett entlüften kann…

Irgendwie habe ich dann doch den Reifen mit halb aufgepumpten Schlauch von der Felge bekommen. Beim neuen Reifen wollte ich einen neuen Schlauch verwenden, ich habe ja immer mindestens einen in Reserve.

Also den Schlauch (ein Markenprodukt der Firma Schwalbe, die mich noch NIE enttäuscht hat) ausgepackt und, wie man das halt so tut, ein bisschen aufgepumpt. Beim Absetzen der Pumpe dringt ein feines Zischen an mein Ohr! Nach kurzer Inspektion steht fest: Das Ventil ist undicht! 🙁

Also suche ich den nächsten Schlauch, finde aber nur noch eine 26er in Baumarktqualität mit einem Sclaverandventil. Die mag ich zwar nicht so, aber, nun denn. Der Einbau geht problemlos von statten, doch nach kurzem Pumpen gibt es einen kräftigen Knall: Der Schlauch ist bei ca. 2,5 bar geplatzt!

Geplatzter Schlauch

So etwas habe ich ja noch nie erlebt! Zunächst hatte ich ja einen Fremdkörper oder einen beim Einbau eingeklemmte Schlauch in Verdacht, aber nichts dergleichen konnte ich feststellen! Na ja, dann nehme ich halt den nächsten Schlauch. Dummerweise finde ich aber nur noch 28er Schläuche. Was jetzt?

Mein Blick fällt auf den halb aufgepumpten Schlauch mit dem Dichtmittel…

Mit ein bisschen Mühe montiere ich den halb gefüllte Schlauch und irgendwie scheint das Dichtmittel die Luft eher IN den Schlauch als aus selbigem heraus zu lassen, zumindest ist das Vorderrad recht schnell fahrbereit. Wie ich für den nächsten Radwechsel die Luft aber wieder aus dem Schlauch bekomme, ohne mit Messereinsatz auch noch den Speed King zu zerstören, weiß ich noch nicht so genau…

Mein Stromer steht also jetzt auf Mountainbike-adäquater Bereifung und sieht ziemlich martialisch aus:

Stromer mit Speedking

Vorder- und Hinterrad haben ca. 3 bar, die erhöhte Dämpfung ist deutlich zu spüren und das Abrollgeräusch gleicht dem eines Unimog 🙂

Allerdings habe ich das Gefühl, an der Hinterhand ist beim Pedalieren jetzt mehr Bewegung und in Kurven auf Asphalt scheinen beide Reifen zu walken. Das liegt, denke ich, an dem geringeren Luftdruck und den weniger steifen Seitenwänden im Vergleich zum bisher gefahrenen Schwalbe Marathon 26×1,75.

Mal sehe, wie lange ich die Reifen drauf lasse; vor allem das Thema Pannenschutz macht mir Sorgen. Wobei: Zumindest beim Vorderrad sind diese Sorgen ja eigentlich unbegründet… 🙂

Stromer macht Freischwimmer

Am Freitag hat es mich, etwa auf der Hälfte der Strecke der Heimfahrt vom Büro, das erste Mal erwischt, aber dafür umso heftiger und das gleich für etwa 12 km.

Meine ursprüngliche Hoffnung („Die paar hundert Meter bis zum Brückenbogen, wo du dich unterstellen kannst, schaffst du noch“!) hat mich dann doch getrogen.  Allerdings bin ich dadurch um ein paar durchaus wichtige Erkenntnisse reicher geworden:

1. Eine wasserdichte Baseballcap unterm Helm ist eine feine Sache.
2. Ich kenne jetzt die Grenze, bis zu der meine Vaude-Windjacke noch wasserABWEISEND ist.
3. Die Briko-Regenjacke, ein Hauch von einem Nichts, ist tatsächlich 100% wasserdicht und auch atmungsaktiv.
4. Meine No-Name-Zip-Radhose ist NICHT wasserdicht (bisher war das noch eine offene Frage).
5. Meine geliebten und auf vielen hundert Kilometer bewährten Lowa-Schuhe haben, trotz Membran, keine Chance, wenn sich innerhalb von Sekunden die Baumwollsocken bis in die Fußspitzen mit Regenwasser voll saugen, das innen und außen an den Hosenbeinen herunter läuft…
6. Die Vaude-Rucksack-Fahrradtasche (näheres zu dieser demnächst) hält solchen Sturzfluten zumindest kurzzeitig Stand, mit serienmäßiger Regenhaube auch dauerhaft.
7. Eine warme Badewanne ist eine Wohltat. Nur: Was mach‘ ich, wenn mir das auf dem Weg ins Büro passiert…? 😉
8. Die wichtigste zum Schluss: Die Technik das Elfei-Umbausatzes ist erprobt wasserdicht!

Einige der nächsten Anschaffungen sollten also sein:
1. Eine wasserdichte Regenhose mit kleinem Packmaß (vielleicht gibt es so was ja auch von Briko?)
2a. Entweder Regengamaschen (wobei das Handling möglicherweise nicht so toll ist…) oder
2b. wasserdichte Socken (wobei das Handling möglicherweise auch nicht so toll ist…)

Nachtrag vom 13.02.13:

Beim „Aufräumen“  habe ich ein Foto von mir auf dem Heimweg an dem Tag gefunden. Das Foto wurde von einem Freund gemacht, den ich unterwegs getroffen habe:

Unterwegs im Regen