Ein Dank an Otto Röhm, oder: Neue Seitenscheiben für die Leitra

Die Verkleidung meiner Leitra hat ja schon ein paar Jahre auf dem Buckel. Diese Verkleidung hat, im Gegensatz zu manchen anderen, eine Frontscheibe aus Sicherheitsmineralglas, die Seitenscheiben bestehen aus Acrylglas. Der Bereich, in dem die Glasscheibe die Acrylglasscheiben überlappt, ist recht knapp, so dass es da schon mal ein bisschen reinzieht, und die Jahre haben dann doch einige Kratzer auf den Seitenscheiben hinterlassen:

Seitenscheibe, verkratzt
Hier sind die Kratzer auf der rechten Seitenscheibe gut zu sehen.

Deshalb habe ich mich entschlossen, die Seitenscheiben im Rahmen der „1.000 km-Inspektion“ zu erneuern. Erste Erfahrungen habe ich schon gesammelt: Die Seitenteile (bei den meisten anderen Leitras aus PVC-Gewebe) habe ich mir ebenfalls aus Acrylglas angefertigt.

Dank Otto Röhm (1876-1939, Erfinder des Acrylglases), ist das recht einfach, da sich das Acrylglas (zumindest in der Stärke, die ich für die Scheiben brauche 😉 ) leicht mit der Schere verarbeiten lässt. 🙂

Die alten Scheiben habe ich dazu ausgebaut, auf das neue Arcylglas gelegt, mit einem Filzmarker die Form der Scheibe und die Position und Größe der Befestigungslöcher angezeichnet…

seitenscheibe_vorgezeichnet
Hier ist die neue Seitenscheibe, bereit zum Ausschneiden.

…und mich mit der Schere an die Arbeit gemacht.

An der Vorderseite habe ich ca. 2 cm Material zugegeben, um den „Überlappungsbereich“ zu vergrößern. Die Löcher habe ich mit einem handelsüblichen Stahlbohrer gebohrt, dabei habe ich mit wenig Druck und viel Drehzahl gearbeitet: Auf dieses Weise wird das Acrylglas schön warm, die Ränder werden beim Bohren „verschmolzen“ und es entstehen keine Risse oder milchigen Stellen um die Bohrstellen herum.

Am längsten hat dabei noch die Demontage bzw. Montage der Scheiben gedauert: Die vielen Schräubchen zu lösen und wieder fest zu ziehen ist eine Arbeit, die sich besser zu zweit erledigen lässt. Außerdem habe ich erst eine Scheibe komplett demontiert, erneuert und montiert, danach die andere. Auf diese Weise musste ich das Kopfteil der Verkleidung nicht komplett abschrauben. 🙂

Das Ergebnis ist, wie ich finde, überzeugend:

seitenscheiben_neu
Hier ist die neue Seitenscheibe schon eingebaut; das Ergebnis überzeugt.

Jetzt bin ich mal gespannt, wie lange es dauert, bis die ersten Kratzer wieder drauf sind. 🙂

Eigentlich war dieses Wochenende geplant, die Leitra wieder in Betrieb zu nehmen. Jedoch kam mir wieder mal etwas dazwischen 🙁 So wird es wohl eher nächstes Wochenende werden: Ich will noch die Schaltung des Zwischengetriebes gangbar machen und die Spur muss auch noch kontrolliert werden. Und ausserdem will ich noch eine Feststellbremse einbauen um die Lösung mit dem Kabelbinder zukünftig zu umgehen. Mal sehen, ob das klappt…Externer Link zu www.VeloVideo.de

Beginn Dauertest Feststoffkettenschmiersystem

Das Thema „Kettenschmierung“ ist beim Velomobil, wie ich finde, ein besonderes: Die Nutzung der Leitra erfolgt ja nicht nur bei gutem Wetter und ich denke oft nicht daran nach einer Regenfahrt die Kette zu schmieren. 🙁

Für Motorräder gibt es dafür automatische Kettenschmiersysteme, z.B. den berühmten Scott-Oiler. Solche Systeme werden entweder mit Unterdruck (z.B. vom Vergaser) oder mit Strom angetrieben; beides ist beim Velomobil eher…na ja. 😉

Außerdem gibt es noch ein Feststoffschmiersystem auf Graphitbasis, von dem ich bisher aber nur gelesen habe. Dabei läuft die Kette über einen Graphitblock und wird so geschmiert. Die Adaption für’s Fahrrad ist ein Kettenröllchen, das einen ständigen Schmierfilm auf die Kette überträgt und sich dadurch abnutzt.

Graphit-Kettenröllchen in Originalverpackung
Graphit-Kettenröllchen in Originalverpackung

Der Hersteller „Carbon for Bikes“ spricht von Standzeiten zwischen 1.500 km

Höhe des Kettenröllchens zu Beginn des Tests
Höhe zu Beginn des Tests 13mm, gemessen vom Rand des Metallplättchens bis zum Zahn. (Auch wenn es im Bild nicht so aussieht)

und 2.500 km pro Rolle. Das klingt interessant und deshalb habe ich mich entschlossen dieses Schmiersystem mal im täglichen Dauereinsatz zu testen.

Da meine Leitra über ein Zwischengetriebe verfügt, habe ich zwei der Rollen gekauft, zu  je 19,90 € . Zugegeben, für DEN Preis bekommt man einige Fläschchen Kettenöl!

Deshalb bin ich sehr gespannt, wie lange die Röllchen halten.

Das Röllchen hat im Neuzustand ca. 13mm Höhe (gemessen vom Aussenrand der „Nabe“ bis zur oberen Kante eines Zahns).

Die Montage ist wirklich einfach und gelingt in Minutenschnelle:

Graphit-Kettenröllchen montiert
Graphit-Kettenröllchen montiert

Externer Link zu www.VeloVideo.de

Schutzbleche für vorne und hinten

Bei der Montage der vorderen Schutzbleche

Neues Schutzblech
Neues Schutzblech mit selbstgebogenen Alu- Halterungen

ist mir jeweils im rechten und linken Rad ein regelrechte Krater im Profil der Reifen aufgefallen; aus dem Loch im linken Reifen habe ich sogar noch ein Splittsteinchen herausgezogen.

Loch im rechten Reifen
Loch im rechten Reifen
Loch im linken Reifen
Loch im linken Reifen, hier war noch ein Stück Splitt drin

Und dabei wurde bisher auf meinen Wegen noch nicht wirklich gesplittet! Was wird das erst wenn der Winter wirklich da ist? 🙁
Auch wenn die beiden Löcher in den Profilblöcken der Reifen sind, bin ich doch froh um den Pannenschutz der Big Apple und etwas erstaunt, das der hintere Reifen völlig ok ist.

Beim hinteren Rad sieht das neue Schutzblech übrigens so aus:

Schutzblech hinten
Schutzblech hinten mit originaler Halterung

Sowohl vorne als auch hinten konnte ich nicht auf die Originallösungen zurückgreifen: Die vorderen Schutzbleche waren wohl durch die lange Lagerung verzogen und für das hintere ist der Durchlauf der Big Apple einfach zu knapp: Es bleiben ohne Schutzblech nur wenige Zentimeter Luft an zwei Stellen des Rahmens. Jedoch konnte ich hinten die Originalhalterung verwenden.

Ich bin mal gespannt, ob die Seitenverkleidungen jetzt trocken und sauber bleiben, wenn ich den „Radkasten“ wieder montiere.

Aber bis zur Probefahrt dauert es noch ein wenig: Ich will die Seitenteile sowie die Seitenscheiben noch erneuert und zusätzlich eine spezielle Kettenschmierung montieren. Mehr dazu im nächsten Blogbeitrag.

Externer Link zu www.VeloVideo.de