Vor- und Nachteile eines Hinterrad-Nabenmotors mit Getriebe

Bei den bisher von mir im Centurion, Trek und der Leitra verbauten Hinterrad-Nabenmotoren handelt es sich ausnahmslos um bürstenlose 250W-Motoren mit Planetengetriebe. Diese haben aus meiner Sicht entscheidende Vorteile:

  • Solche Motoren werden millionenfach im Reich der Mitte ver- und gebaut. Daraus folgere ich eine hohe Erfahrung bei Bau und Konstruktion.
  • Wenn man sieht, welche Lasten in China Rädern aufgebürdet werden, postuliere ich auch eine gewisse Robustheit und Zuverlässigkeit.
  • Durch die hohe Anzahl der gebauten Antriebe ergibt sich ein relativ günstiger Preis.
  • Der Getriebmotor kommt mit hoher Belastung, z.B. an Bergen, besser klar; er überhitzt prinzipiell weniger als ein getriebeloser Motor.
  • Bauartbedingt ist ein Getriebmotor erheblich unauffälliger als ein getriebeloser Motor:

    ansicht_motor_centurion
    Hier ein Bild des Hinterrades des Centurion: Der Motor versteckt sich fast zwischen Bremsscheibe und Ritzelpaket.
  • Ebenfalls bauartbedingt verfügt der Getriebemotor, im Gegensatz zu einem getriebelosen Motor, über einen Freilauf und rollt daher leichter. Wenngleich natürlich nicht so leicht wie eine hochwertige Nabe. 😉

Natürlich hat ein solcher Motor auch Nachteile:

  • Durch den Freilauf ist eine Rekuperation (also das Aufladen des Akku durch Betrieb des Motors als Generator beim Bergabfahren) nicht möglich. Dieser Effekt wird aber m.E. allgemein eher überbewertet, es sei denn man fährt stundenlang Serpentinen herunter.
  • Bedingt durch die Geräusche der Getrieberäder etwas höheres Betriebsgeräusch.
  • Durch die Reibungsverluste der Getrieberäder etwas geringerer Wirkungsgrad als ein getriebeloser Motor.
  • Die Verwengung einer Nabenschaltung ist nicht möglich, das gilt jedoch auch für den getrieblosen Hinterradnabenmotor.

Zugegeben, mir fehlt der direkt Vergleich in der Praxis (teste jedoch gerne mal ein Rad mit einem getriebelosen Motor;-) vgl. Test Café Racer in Text und Bild).

Jedoch hat mich keiner der Getriebemotoren bisher auf mittlerweile ca. 4.700 km (auch nicht auf der Runde um das Saarland in drei Tagen) im Stich gelassen, noch gab es  weder mechanische oder elektrische Defekte.

Ich wünsche allen meinen Lesern frohe Ostern! Und vielleicht gibt es ja einen Pedelec-Antrieb vom Hasen… 😉

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Magnetscheibe, wofür?

Im letzten Blogbeitrag sprach ich Probleme mit der Magnetscheibe des Pedelec-Antriebs an. Daraus ergab sich die Frage, für was man die Scheibe denn eigentlich braucht.

Zur Erklärung muss ich ein wenig ausholen:

Damit in Deutschland ein Pedelec als Fahrrad gilt, darf u.a. die elektrische Unterstützung nur dann aktiv werden, wenn tatsächlich getreten wird. Um diese Tretbewegung zu erkennen, ist bei den von mir verbauten Nachrüstsätzen von www.elektrofahrrad-einfach.de ein Sensor enthalten, der i.d.R. am linken Tretlager montiert wird.
Damit der Sensor eine Tretbewegung erkennen kann, wird die Magnetscheibe auf die Tretlagerachse auf der linken Seite zwischen Pedalarm und Tretlagerschale montiert, die Montage habe ich hier beschrieben. Beim Umbausatz des Trek und des Centurion muss dafür noch der Tretlagerarm demontiert werden, bei den neueren Kits von elektrofahrrad-einfach.de ist das nicht mehr nötig.

Die Magnetscheibe dreht sich mit der Pedalbewegung mit, die in gewissen Abständen in die Scheibe eingelassenen Magnete drehen sich am Sensor vorbei und dieser „erkennt“ eine Drehbewegung, die er an den Controller weiterleitet, der wiederrum die Motorunterstützung einschaltet. Bis das passiert dauert es ca. 1-1,5 Pedalumdrehungen. Besonders am Berg kann das etwas ungünstig sein, deshalb ist eine Anfahrhilfe verbaut, die auf Tastendruck das Rad auf legale Art bis max. 6 km/h anschiebt.

Diese Art der Steuerung ermöglicht preiswerte Nachrüstsätze, allerdings zum Preis eines verzögerten Einsetzen der Unterstützung. Der Grad der Unterstützung ist nicht an die aufgewendete Tretkraft gekoppelt, sondern wird manuell über mehrere schaltbare Stufen am Lenkerdisplay gesteuert. Dies ist jedoch eine Charakteristik, an die man sich schnell gewöhnt. Geradezu ideal ist diese Art der Unterstützung für Menschen, die, warum auch immer, keine oder wenig Kraft mehr auf die Pedale bringen können.

Meines Wissens gibt es derzeit (Stand 04/14) nur einen Nachrüstantrieb, der über Sensoren im Tretlager die aufgewendete Kraft erkennt und die Tretunterstützung entsprechend regelt. Es handelt sich dabei um den Antrieb der Firma Sunstar. Dieser Antrieb war in dem Café-Racer eingebaut, mein Test dieses Rades ist hier zu finden.

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Neues vom „Elektrik-Trek“

Bisher hat das Elektrik-Trek seit seinem Umbau alle Strecken klaglos und zuverlässig bewältigt. Seit ein paar Kilometern kommt es aber immer wieder zu Aussetzern des E-Motors. Die Ursache scheint aber wenige der Motor als eher die Ansteuerung, genauer:die Magnetscheibe am Pedalarm, zu sein.

Beim Centurion habe ich die Magnete ins Kettenblatt eingelassen, beim Trek jedoch habe ich die Magenetscheibe, wie eigentlich auch vorgesehen, am linken Pedalarm montiert. Dort trägt sie ein bisschen auf, was jedoch bisher kein Problem war. Vor kurzem hat sich die Schraube, die den Pedalarm auf dem Tretlager befestigt, etwas gelöst. Offenbar durch das Nachziehen klemmt jetzt die Magnetscheibe ab und an an der Tretlagerschale und dreht sich nicht mehr mit. Die Elektronik ist folglich der Meinung, das nicht getreten wird und stellt die Motorunterstützung ein.

Wahrscheinlich werde ich die „Lamellen“ der Magnetscheibe (s. Bild) entfernen.

magnetscheibe_lamellen_markiert
Die „Lamellen“ der Magnetscheibe (hier rot markiert) müssen wohl weg.

Dadurch sollte sich die Scheibe weiter auf den (leicht konischen) Pedalarm schieben und der Pedalarm sich dann wieder richtig festschrauben lassen. Mal sehen…

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Mit dem Velomobil auf dem Rundkurs

Im letzten Absatz in diesem Blogbeitrag hatte ich ja schon vermutet, dass die Beschaffenheit des Belags eine große Rolle für die zu erzielende Geschwindigkeit spielt.

Gestern hat sich diese Vermutung für mich bestätigt: Bei uns in der Nähe gibt es einen recht neuen Polder, um den ein sehr gut ausgebauter Radweg auf einer Länge von 7,5 km herumführt. Eine ideale Teststrecke, um meine Vermutung zu überprüfen. Um es kurz zu machen: Es war überaus faszinierend zu erleben, dass ich auf ebener Strecke praktisch ständig über 25 km/h unterwegs war. Einige Radler und Skater, die bei fantastischem Frühlingswetter auch auf dieser Strecke unterwegs waren, drückten meine Durchschnitts-geschwindigkeit etwas, so dass ich über einen Schnitt von 23,68 km/h nicht hinauskam. Auf den wenigen kurzen Abfahrten waren es in der Spitze bis zu 33 km/h!

Ich werde demnächst hier mal ein paar Runden drehen, mal sehen, wie sich da die Geschwindigkeit entwickelt. Außerdem ist das ein prima Langstreckentraining. 🙂

Auch interessant: Bei herrlichstem Sonnenschein und strahlend blauem Himmel hatte ich in der Leitra nur rund 23 Grad. Die Belüftung funktioniert also. 🙂

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