Wechsel-Stromer: Elektrik-Trek vs. Centurio(n)-Stromer

Heute war es bei sonnigem Wetter endlich soweit: Im direkten Vergleich zwischen dem Elektrik-Trek und dem Centurio(n)-Stromer galt es,  die Unterschiede der Umbauten im wahrsten Wortsinne zu erfahren.

Zur Erinnerung: Das Elektrik-Trek ist mit dem Elfei-Umbausatz der neuesten Generation versehen. Hauptunterschiede zum Umrüstsatz des Centurion:  Statt in drei Stufen kann die Unterstützung in fünf Stufen verändert werden und der 26“-Motor ist in eine 26“-Felge eingespeicht. Beim Centurion habe ich dagegen den 28“-Motor des Giant in eine 26“-Felge einspeichen lassen.

Schon beim Anfahren auf ebener Strecke fällt auf, dass das Trek losstürmt, als gebe es kein Morgen! Es ist beeindruckend, wie schnell und agil hier Fahrt aufgenommen wird. Das Centurion wirkt im direkten Vergleich weniger beeindruckend, auch in der Erinnerung daran, wie nachdrücklich der gleiche Motor im Giant angeschoben hat. Liegt das jetzt an den unterschiedlichen Unterstützungsmodi, am Motor oder daran, das am Centurion nur vier statt der sechs Magnete am Trek den Tretimpuls weiterleiten? Um es vorwegzunehmen: Den Einfluß der Magnete konnte ich heute nicht überprüfen, das wird ein andermal Thema sein.

Zunächst gilt es also, die Frage zu klären wie die Unterstüztung des Trek abgestuft ist. Nach einigem Probieren  drängt sich der Eindruck auf, das Stufe 1 mit 50 Watt, Stufe 2 mit 100 Watt, Stufe 3 mit 150 Watt, Stufe 4 mit 200 Watt und Stufe 5 schließlich mit 250 Watt unterstützt. Wie gesagt, das ist ein Eindruck, gemessen habe ich das mangels Equipment nicht. Jedoch unterstützen meine Oberschenkel die Meinung, das Stufe 3 des Trek in etwa der Unterstützungsstufe 2 des Centurion entspricht. 😉

Weiter im Test geht es also mit Stufe 2 beim Centurion und Stufe 3 beim Trek. Aber auch jetzt, bei subjektiv vergleichbarer Unterstützung wirkt das Trek sprintstärker als das vollgefederte Centurion. Ob die Hinterradfederung daran Anteil hat? Da bin ich mir nicht sicher. Der Motor schiebt ja, unabhängig vom Kettenzug und der Kraft die durch die Federbewegung verloren geht, an. Also vielleicht doch die Magnete oder das Ergebnis des 28“-Motors in der 26“-Felge?

Apropos Federung: Nachdem ich die Dämpfung am Centurion hinten etwas weniger straff eingestellt habe, spricht die Federung wieder sensibel an. Von dem, durch die erhöhten ungefederten Massen (Heckmotor) verursachten, unsensiblen Ansprechverhalten der Federung ist kaum noch etwas zu spüren. Aber: Wir reden hier ja nicht vom harten Geländebolzen sondern vom Fahren auf Asphalt. Im Gelände mag das anders aussehen.

Bei der Bergprüfung schlägt aber die Stunde des Centurion: Deutlich souveräner geht es die Teststeigung hinauf. Egal ob Stufe 2 oder 3 (am Trek entspricht das etwa Stufe 3 bzw. 5), auf dem Centurion wird die Steigung deutlich spürbarer glattgebügelt. Hier scheint tatsächlich das höhere Drehmoment eines 28“-Motors, der in eine 26“-Felge eingespeicht wurde, beeindruckend wirksam zu werden. Bei der anschließenden Bergabfahrt zeigen sich die bissigen Scheibenbremsen des Centurion den stumpf wirkenden Cantileverbremsen des Trek, wie erwartet, deutlich überlegen. Beim direkten Umstieg auf das Trek hat man fast das Gefühl, ohne Bremsen zu fahren.

Die Strecke führt jetzt in der Ebene schnurgeradeaus. Und hier wiederum zeigt das Trek den Vorteil des korrekt eingespeichten Motors: Gut 2 km/h früher stellt das Centurion die elektrische Unterstüzung ein; um am Trek dranzubleiben, muss ich deutlich mehr arbeiten.

Nach der Testrunde haben sich die für mich bisher nur theoretischen Unterschiede der beiden Motoren in der Praxis bestätigt: Der 28“er in der 26“-Felge ist am Berg dem 26er in der 26“-Felge überlegen, während auf der Ebene der 26/26er im Vorteil ist.

Die feinere Abstufung der Unterstützungsstufen des Trek gegenüber den 3 Stufen des Centurion  und die Ersparnis eines Fahrradcomputers durch das Display sind ein echter Gewinn. Zumindest für den Radler, der mit den Standartfeatures eines Fahrradcomputers auskommt.  😉

Das Centurion hält mit der besseren Performance am Berg dagegen, muss aber  Vmax und bei der Spritzigkeit Federn lassen. Ob sich letzteres durch eine höhere Anzahl von Magneten am Tretsensor ausgleichen lässt, bleibt abzuwarten.

Enormen Spaß machen aber beide Räder. Wobei das Centurion als Fully den höheren Fahrkomfort bietet. Aber der wird in diesem Vergleich nicht gewertet 😉

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