Endlich raus aus dem Keller: Velomobil endlich fahrbereit! (Teil 3)

Nach dem Einstellen der Spur (s. letzten Blogpost) lief die Leitra gefühlt etwas besser. Allerdings hat sich das bei der nächsten Fahrt ins Büro nicht in einem merkbaren Zeitgewinn niedergeschlagen.

Auf der Rückfahrt kam die Fuhre nach ca. 2/3 der Strecke beim Anbremsen einer Kurve auf einer Abfahrt von einer Rampe so beängstigend ins „schwänzeln“, dass ich doch mal nachschauen musste. Dabei habe ich dann gesehen, dass die Radschraube am linken Vorderrad verschwunden war und das Rad sich schon auf dem Achsstummel nach außen verschoben hatte!

In Ermangelung der passenden Ersatzschraube bin ich dann langsam weiter gefahren und habe alle paar hundert Meter angehalten um das Rad wieder auf die Achse und den Achsstummel wieder an seinen Platz zu schieben….

Zu Hause habe ich dann mal versucht, Ursachenforschung zu betreiben:

Beim Einstellen der Spur ist mir schon aufgefallen, dass sich die Radschrauben recht leicht rausdrehen ließen, in Fahrtrichtung links leichter als rechts. Deshalb hatte ich die Schrauben fester angezogen, hätte das aber nach ein paar Kilometern Fahrt nochmal kontrollieren sollen, denn auf meiner Strecke rüttelt es an manchen Stellen recht gewaltig.
Und ich hätte wohl bei der Montage doch besser etwas Schraubensicherungslack benutzen sollen.

Diese Schrauben und Scheiben sind an den Vorderrädern meiner Leitra als Radschrauben verbaut:

Klicke auf die Grafik für eine größere Ansicht Name:schraube1.jpg Hits:52 Größe:16,6 KB ID:47989
Radschrauben an meiner Leitra, ob die original sind?

Hier ein Bild der Unterseite der Scheibe:

Klicke auf die Grafik für eine größere Ansicht Name:schraube2.jpg Hits:53 Größe:17,6 KB ID:47990
Auf der Unterseite der Scheibe sind Laufspuren zu sehen

Der blaue Pfeil markiert die „Laufspuren“ auf dem „Innenring“ des Lagers, der rote Pfeil vermutlich die „Laufspur“ vom Lager selbst.

Meine Theorie, die ich nach Stöbern im Forum (u.a. hier) habe, ist folgende:
Die „Scheibe“ lag nach dem Anziehen der Schraube auf dem drehenden Teil des Lagers (mit rotem Pfeil markierte Laufspur) auf und hat, durch die Drehbewegung des Lagers in Fahrtrichtung, die Schraube gelöst. Da hätte dann vermutlich auch Schraubensiche-rungslack nicht lange gehalten.

Das bedeutet aber auch das die Schraube auf der anderen Seite wohl auch nicht mehr lange an ihrem Platz geblieben wäre. 🙁  Und die Rüttelei auf der Strecke hat dann ihr übriges getan…

Im Baumarkt habe ich mir dann sowohl ein paar neue Schrauben (nur deutlich längere) und Unterlagscheiben besorgt und habe bei der Montage darauf geachtet, dass die Schraube bzw. die Unterlagscheibe nur auf dem „Innenring“ des Lagers zu liegen kommt.  Vorsichtshalber habe ich noch einen Sprengring montiert und die Lage des Schraubkopfs mit Farbe markiert.

Auf der nächsten Fahrt schien alles in Ordnung. Auf der übernächsten Fahrt ins Büro passierte dann etwas anderes:

Beim Anbremsen einer Kurve schwänzelte die Leitra wieder, diesmal heftiger, und kurz darauf saß ich mit der rechten Seite auf dem Boden: Die rechten Carbonfedern waren gebrochen!

Klicke auf die Grafik für eine größere Ansicht Name:carbonfeder_leitra002.JPG Hits:40 Größe:74,0 KB ID:48248
Die untere Carbonfeder ist vorne…
Klicke auf die Grafik für eine größere Ansicht Name:DSCN0565.JPG Hits:45 Größe:34,5 KB ID:48249
…und hinten gebrochen

Zum Glück ist weiter nichts passiert.

Obwohl es nur ein paar hundert Meter bis nach Hause waren, war das Heimbringen der Leitra eine mühsame Sache: Ich habe sie rechts angehoben, so dass nur das linke Vorderrad und das Hinterrad noch Bodenkotakt hatten und habe sie so „zurückbalanciert“.

Nach einem Telefonat mit Mikus (dem deutschen Importeur der Leitra, www.leitra.de) ist die Ursache für den Federbruch die Belastung durch die Bremsen: An meiner Leitra sind nicht mehr die originalen, sondern die stärkeren Sturmey Archer-Trommelbremsen mit 90mm Durchmesser von einem der Vorbesitzer nachgerüstet worden. Eigentlich hätte man dann die Federn tauschen müssen, da die originalen Blattfedern der Belastung nicht gewachsen sind. Das wurde bei meiner Leitra aber offensichtlich nicht gemacht.

Leider hat Mikus keine Federn vorrätig, so dass ich Carl Georg Rasmussen (www.leitra.dk) angemailt habe. Ein paar Wochen später hatte ich Gelegenheit im Rahmen eins Stops der EuroTour 2013 (einer Tour verschiedener Velomobile durch Europa) an der Mosel mit Carl Georg Rasmussen persönlich zu sprechen. Es war ein sehr beeindruckendes Erlebnis, diesen ruhigen, bescheidenen und doch quirligen 78jährigen Dänen kennenzulernen, der vielen als „geistiger Vater“ der Velomobile gilt und der auf dieser Tour mehr als 3.000 km mit seiner Leitra zurückgelegt hat. Carl Georg versprach, mir verstärkte Federn zu laminieren, sobald er wieder zu Hause sein würde. Er würde sie mir dann zusammen mit der bestellten Heckbox zuschicken.

Da ich bis dahin mit der Leitra nicht fahren konnte, machte ich mich an die Montage der Elektrik…

Fortsetzung folgt…  Externer Link zu www.VeloVideo.de

 

 

4 Gedanken zu „Endlich raus aus dem Keller: Velomobil endlich fahrbereit! (Teil 3)“

  1. Endlich scheine ich jemanden gefunden zu haben, der genau wie ich die Leidenschaft für eine alte (gebrauchte) Leitra teilt. „Leiden“schaft, weil immer mal wieder etwas kaputt geht oder total veraltet ist, wie z.B. die Beleuchtungsanlage. Da ich 12 Volt-Blinker habe, benötige ich bessere 12 Volt – LED-Beleuchtung und einen leistungsstärkeren Akku als die vorhandene Motorradstarterbatterie. Außerdem ist eine Carbon-Federung angerissen. Wo bekommt man Ersatzteile und Ratschläge?
    Grüße, Thomas

    1. Hallo Thomas,
      noch ein Leitra-Fahrer, schön! Ein Leitra-Fahrer aus Dreden schrieb mal im Velomobilforum, das ein „Velomobil ein Projekt“ sei. 🙂 Er meinte damit, dass immer was zu schrauben ist. Und da hat er recht. 😉

      Mit einer defekten Cabonfeder hatte ich auch schon zu tun. Ich habe mir das Ersatzteil direkt bei Carl Georg Rasmussen (http://www.leitra.dk) anfertigen lassen, da bei Mikus (http://www.mikusliegerad.de, sozusagen der deutsche Importeuer) gerade keine vorrätig war.

      Ratschläge zur Montage bekommst du auch bei Carl Georg Rasmussen, Infos zu Velomobilen allgemein findest du im Velomobilforum (http://www.velomobilforum.de).

      Meine Bordelektrik (Lampen & Blinker in LED) betreibe ich auch mit 12 Volt. Als Stromlieferant nutze ich den Akku des Pedelec-Antriebs.

      Ich hoffe ich konnte etwas helfen.

      Gruß
      Alex

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.