Endlich raus aus dem Keller: Velomobil endlich fahrbereit! (Teil 4)

Nachdem durch die gebrochene Carbonfeder der Leitra (s. Blogpost vom 18.10.13) ans Fahren vorerst nicht zu denken war, hatte ich genügend Zeit, mich um die Elektrik zu kümmern. Da ich keine Elektriker bin, war das mit der ein oder anderen Verirrung verbunden, aber letztendlich klappte es so, wie ich mir das vorgestellt habe.

Um soweit wie irgend möglich konform zur StVZO zu sein, wollte ich ursprünglich einen Nabendynamo für die Versorgung von Licht und Blinkern einsetzen. Allerdings gab es  (Stand: 06/13) keinen Nabendynamo, der mit einer einseitigen Aufhängung für das Vorderrad eines Trike geeignet gewesen wäre. Ein Bekannter aus dem Velomobilforum hatte das elegant gelöst, in dem er einen zuschaltbaren Antrieb vom Kettenblatt zu einem Nabendynamo konstruiert hatte.
Zwischenzeitlich hatte sich jedoch die StVZO geändert; jetzt dürfen auch in Deutschland Batterie- bzw. Akkuleuchten am Fahrrad benutzt werden. Und da ich einen Akku ja wegen des Pedelec-Antriebs ja sowiso immer dabei habe, machte das die Sache für mich einfacher – dachte ich… 😉

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Philips SafeRide® BikeLight Pedelc 80 mit selbstgebasteltem Halter

Als Scheinwerfer sollte es der „Philips SafeRide® BikeLight Pedelec 80“ sein. Mit 80 Lux und der 7fachen Lichtleistung einer Standardlampe laut Hersteller zur Zeit einer der hellsten Scheinwerfer auf dem Markt. Außerdem sei er gezielt für Pedelecs konstruiert und kommt mit 6 bis 48 Volt Spannung klar. Für die Befestigung musste ich mir allerdings einen Halter aus Alublech selbst basteln.

Für die Heckbeleuchtung sollte es etwas schmales sein, allzuviel Platz bietet das Leitra-Heck ja nicht in der Breite. Nach etwas Suchen entschied ich mich für eine LED-Heck-leuchte aus dem Motorrad-Bereich und zwar das „Shin Yo LED-Rücklicht String“ von Polo, das mit einer Länge von 126mm und einer Breite von 10mm sowohl Rück- (mit 0,5 Watt Leistung) als auch Bremslicht (mit 1,5 Watt Leistung) und darüberhinaus auch eine StVZO-Zulassung bietet.

LED-Blinker, die zugehörigen Leistungswiderstände (auf deren Notwendigkeit explizit hingewiesen wird), ein Blinkerrelais und zwei Packungen sog. „Japan-Stecker“ für die Steckverbindungen kamen vom Motorradversender Louis dazu, kleine Kippschalter (vorsichtshalber je zwei) für Blinker bzw. Fahrlicht und je etwa 10m schwarzen und roten Draht von Conrad.

Die ganze Elektrik ist auf 12V ausgelegt, der Akku vom Pedelec-Antrieb liefert aber 36V. Praktischerweise bietet Elfei das Bosch und Müller E-Werk mit zum Akku passenden Stecker. Da Elfei außerdem eine Best-Price-Garantie anbietet, erhielt ich das E-Werk samt Stecker zum gerade gültigen „Straßenpreis“, und zwar ohne Diskussionen. So muss das sein!
Leider gab es dann doch etwas Verwirrungen: Zunächst war der passende Stecker nicht montiert, dann kam das Kabel zwar mit montiertem Stecker, aber mit einer nicht angeschlossenen Ader. Letztendlich folgte Elfei meinem Vorschlag, mir den passenden Stecker zu schicken und ich lötete ihn dann zusammen. Und das hat sogar geklappt, trotz meiner eingeschränkten Lötfähigkeiten. 😉

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Die alten Blinker mit 6V-Glühbirnen und aufgeklebten Reflexstreifen

Während des Hin- und Hersendens von Kabel und Stecker demontierte ich die alten 6V-Blinker von der Haube, entfernte die aufgeklebten Reflexstreifen (die SEHR gut hafteten) und spachtelte die Haube wo nötig, bis sie dann so aussah:

verkleidung_gespachtelt
Die gespachtelte Verkleidung

Als dann alle Teile da waren, wurde es ernst. Blinkerrelais und E-Werk montierte ich an die linke, obere Sitzstrebe. In dem Bild erkennt man auch recht gut die Sitzmatte von Ventisit, die es passgenau für die Leitra gibt und die einen nassgeschwitzen Rücken etwas vermindern soll.

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E-Werk, Blinkrelais und wasserdichtem Spezialstecker von Elfei

Die Kabel zoge ich entlang der linken (Blinker links & Licht) bzw. rechten (Blinker rechts) unteren Strebe des Tretlagermastes. Die Kabelverteilung und die Schalter für Licht und Blinker brachte in je einer kleinen Abzweigdose aus dem Baumarkt unter und montierte sie auf der linken Seite an einer seitlichen Strebe.

schalter_und_stromverteilung
Stromverteilung und Schalter, montiert an der linken Sitzsstrebe.

 

Beim ersten Funktionstest klappte es wider Erwarten sofort: Allerdings nur, solange nicht gleichzeitig das Licht angeschaltet war und geblinkt wurde…
Nach etwas Überlegung und Rumgerechne stellte sich dann heraus, dass das E-Werk nicht genügend Ampère bereitsstellte: Die Leistungswiderstände waren das Problem, gemeinsam mit einem Blinker, Vorder- und Rücklicht „zogen“ sie einfach zuviel Strom. Nach ein bisschen Recherche probierte ich es statt der Widerstände mit je einem 2-Watt Kontrolllämpchen (heute weiß ich: Eine, richtig verkabelt, hätte auch gereicht…) je Blinkerstrang. Damit klappte es dann. Zunächst wollte ich die Kontrollämpchen als eben solche nutzen, aber 2 Watt sind ganz schön hell. 🙂 Deshalb liegen sie jetzt unter dem Sitz, sodass ich nicht „geblitzdingst“ werde. 😉

Die Blinker habe ich relativ weit oben rechts und links an die Verkleidung montiert (das Bohren hat einiges an Überwindung gekostet…) und die Kabel über den Luftkanal nach vorne zur „Nase“ verlegt.

akku_in_box
Der Akku ist mit Halter in der Heckbox montiert, das Alublech zur Verstärkung ist hier gut zu sehen.

Als schließlich von Carl Georg Rasmussen die neuen Carbonfedern (die auf Anhieb und problemlos passten) und die bestellte Heckbox kam, konnte ich auch das Licht am Heck und den Akku in der Box montieren.

Den Boden der Box habe ich vorsichtshalber auf der Unterseite im Bereich des Akkuhalters mit einem Alublech verstärkt.

Immer mal wieder zwischendrin habe ich versucht, die Leitra selbst zu folieren. Aber die Formen der Verkleidungsteile und meine „Folierkünste“ passten nicht zu meinem Wunsch, eine faltenfreie Leitra zu fahren. Also habe ich das Folieren von Hauptverkleidung, Heckbox und rechtem Seitenteil dann doch an einen Profi abgegeben. Dass mir das linke Seitenteil gut gelungen ist, war wohl eher Anfängerglück.

leitra_linke_unterverkleidung_foliert
Die linke Seitenverkleidung, selbst foliert. Ist wohl eher Anfängerglück gewesen…

Hier nochmal zum Vergleich ein paar „Vorher-Nachher-Bilder“:

01_leitra_vorher_vorne
Leitra vorher von vorne mit 6-Volt-Glühfadenlampe und -Blinkern
02_leitra_vorher_hinten
Leitra vorher von hinten, komplett offenes Heck
03_leitra_nachher_vorne
Leitra nachher mit LED-Scheinwerfer und
-Blinkern

 

 

04_leitra_nachher_hinten
Leitra nachher von hinten mit schmalem, senkrecht montiertem LED-Hecklicht

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

leitra_nachher_seitlich
Leitra von der Seite

 

 

Von der Seite kann man recht gut die Speichenreflektoren sehen, die ich noch montiert habe. Außerdem ist zu sehen, dass der Motor im Hinterrad kaum auffällt.

 

 

Hier noch ein Bild der Leitra bei Nacht von hinten, aufgenommen ohne Blitz.  Bemerkenswert finde ich die Leuchtkraft des Hecklichts mit nur 0,5 Watt!

leitra_bei_nacht
Leitra bei Nacht ohne Blitz

Und hier das ganze nochmal mit Blitz. Es ist gut zu sehen, dass die Speichenreflektoren auch nach hinten wirken. So sollte mich eigentlich niemand übersehen können.

leitra_bei_nacht_mit_blitz
Leitra bei Nacht mit Blitz

So vorbereitet beginnt für die Leitra in ihrem 19. Lebensjahr nochmal der Ernst des Lebens 😉

Externer Link zu www.VeloVideo.de

2 Gedanken zu „Endlich raus aus dem Keller: Velomobil endlich fahrbereit! (Teil 4)“

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