Erste Erfahrungen

Samstag, morgens 9:30 Uhr: Ich will zum Bäcker Brötchen holen, natürlich mit dem Pedelec. Als ich das System anschalte, tut sich aber nichts. 🙁 Ein kurzes Tasten zum Einschalter zeigt: Beim letzten Abstellen hatte ich den Akku nicht auf „off“ geschaltet. Sollte er sich nach und nach entladen haben?

Der „Akkutesttaster“ auf dem Akku selbst behauptet zwar, es seien noch zwei von vier Segmenten da. Da aber nach Aussage von „Elektrofahrrad-einfach.de“ die maximale Reichweite bei ca. 60 km liegt und ich bisher 61 km gefahren bin, vermute ich, dass der Akku tatsächlich leer ist.

Also hänge ich den Akku ans Ladegerät und fahre „konventionell“ zum Bäcker. Dabei fällt mir auf, dass das Rad trotz Freilauf schon etwas weniger leicht rollt. Als Ausrede dazu, ein Brötchen mehr zu frühstücken, taugt der Mehraufwand aber nicht. 😉

Irgendwann ist der Akku dann auch wieder voll, leider tut sich aber immer noch kein Mucks. 🙁

Also mache ich mich auf die Suche nach der Ursache. Es könnte ja sein, das ich gestern beim Montieren der größeren Tasche (Kabel und Controller haben jetzt mehr Platz und führen durch ein in den Boden geschnittenes Loch nach draußen) nicht alle Kabel wieder richtig zusammengesteckt habe. Nachdem ich sämtliche Kabel gecheckt habe, meine ich den Übeltäter gefunden zu haben:

Durch die Rahmengeometrie des Giant wird das Kabel vom Akku zum Controller in einen recht engen Radius gezwungen. Deshalb ist das Kabel aus der Zugentlastung gerutscht.

Kabel aus Zugentlastung gerutscht

Nach Aufschrauben des Steckers zeigt sich, dass eines der aufgelöteten Kabel mit dem Gehäuse des Steckers Kontakt bekommen haben könnte. Ich greife zum Schrumpfschlauch und isoliere damit die Kabel vom Gehäuse. Leider wird dadurch der Durchmesser des Kabels genau soviel größer dass das Gehäuse nicht mehr über den Stecker passt. 🙁 Das Kabel sitzt zwar auch so satt im Akku, aber ob das bei längeren Fahrten hält …?

Dummerweise lässt sich das System aber trotzdem nicht aktivieren. Nachdem ich erneut alle Kabelverbindungen gecheckt habe, halte ich plötzlich, nach etwas Zug an der Steckverbindung  vom Akkukabel zum Controller eine Pin in den Fingern: Hier hat sich das aufgelötetet Kabel abgelöst. Das erklärt alles! Ich knipse den Stecker ab und verbinde die Kabel mal provisorisch mit einer Lüsterklemme und siehe da: Das Bedienteil am Lenker strahlt mich plötzlich wieder an 🙂

Das mit der Lüsterklemme ist sicher nicht der Weisheit letzter Schluss, aber es funktioniert erst mal.

Beim Betrachten des „Kabelverteilers“ vor dem Lenker fällt mir auf, das auch dort das BUS-Kabel zum Controller etwas aus der Gummidichtung herausgerutscht ist. Ohne das Gehäuse aufzuschrauben, ist es nicht wieder in die Dichtung zu bekommen. Also her mit dem Schraubendreher.

Bei offenem Gehäuse ist zu sehen, das alle Kabel vor der Dichtung mit Minikabelbindern gegen Durchrutschen gesichert sind. Alle Kabel? Nein, ein unerschrockenes Kabel meinte, ohne diese Sicherung auskommen zu können. Welches das sein könnte ist nicht schwer zu erraten, oder?

So, jetzt aber raus aus dem kalten Keller und rein in einen sonnigen Nachmittag und mal eine Runde fahren.

Die Runde weitet sich auf gut 50 km aus. 🙂 Auf gut 40 km davon setze ich die Unterstützung, wie ich es auch später vorhabe, nur an Bergen ein und da auch nur bis Stufe zwei. Auf den letzten 10 km lasse ich den Motor jedoch ständig auf kleinster Stufe mitschieben. Am Ende de Tour sind noch drei von vier LED-Segmenten auf dem Akku grün – ob das nur eine grobe Schätzung ist? Man wird sehen. Zumindest zeigt es, das, wende ich die Unterstützung so an wie geplant, die Reichweite für meinen 50 km Arbeitsweg ausreichen sollte.

Fortsetzung folgt …

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