Geht ein Velomobil auf Reisen…

Manchmal taucht die Frage auf, ob ein Velomobil auch zum Reisen taugt bzw. ob man überhaupt irgendwo Gepäck unterbringen kann. In der letzten Woche habe ich mich intensiv mit der Frage auseinandergesetzt und zwar im Praxis-Selbstversuch mit Camping-Gepäck im Orca auf dem Main-Radweg. 🙂

Orca im Reisetrimm
Alles an Bord für einen Campingurlaub 🙂

Zelt, Gummihammer (!), Schlafsack, Inlet (für den Schlafsack), selbstaufblasbare Isomatte, Kleidung (natürlich zuviel davon…), Müsli (für’s Frühstück) und Trockennahrung (für`s Abendessen), Kocher, Ladegeräte (für den Antriebs-Akku und den Akku für den Bord-Strom), Trinkbeutel und 1,5l-PET-Flasche mit Wasser für unterwegs, Regenjacke, Regenschirm (!), 2tes Paar Schuhe, Schloss, Werkzeug, Hygieneartikel, Karte, Navi, Handy… insgesamt hatte ich rd. 14 Kilo Gepäck dabei und es passte alles rein! Hätte aber auch nicht mehr sein dürfen. 🙂

Da die Zugverladung eines Velomobils etwas aufwendig ist, hatte ich mich entschieden, den Orca und mich selbst mit PKW und Hänger zum Startort bringen zu lassen. Von Fichtelberg aus ging es dann über Bayreuth…

Orca vor Villa Wahnfried
Orca vor der Villa Wahnfried in Bayreuth

…zum Mainkilometer „0“ bei Kulmbach…

Orca am Mainkilometer 0
Orca am Zusammenfluss von rotem und weissem Main bei Kulmbach

… und von dort den gesamten Mainradweg entlang bis zur Mündung in Mainz:

orca_an_der_mainmuendung
Orca an der Mainmündung bei Mainz

Ich bin, soweit es ging, auf dem Radweg gefahren, dessen Zustand insgesamt recht gut ist. Dadurch war ich zwar nicht super schnell (der Schnitt lag über die gesamte Strecke bei knapp über 20 km/h) unterwegs (auch wenn ich eine Weile mit einer Gruppe Rennradler mit fast 40 km/h unterwegs war 🙂 ) aber das war auch nicht das Ziel. Ich wollte vielmehr schauen, ob das Velomobil auch zum Reisen auf Radwegen taugt.Und das tut es! 🙂

Allerdings ist das Fahrverhalten (der Schwerpunkt wandert durch das Gepäck etwas nach oben) etwas anders als sonst, aber das ist beim Auto ja auch nicht anders und nichts, an das man sich nicht schnell gewöhnt.

Praktisch nebenbei habe ich die Erfahrung gemacht, das es praktisch unmöglich ist, mit einem Velomobil unauffällig unterwegs zu sein 🙂 So häufig wie bei dieser Tour bin ich noch nie fotografiert worden und bei jedem Halt, auf jedem Campingplatz sowieso, stand der Orca im Mittelpunkt des Interesses:

orca_im_mittelpunkt_des_interesses
Orca, hier in Schweinfurt, im Mittelpunkt des Interesses

Daraus ergaben sich aber in allen Fällen sehr interessante Gespräche, die in allen Fällen  positiv waren.

Ich hatte unterwegs keine Panne und das Aufladen des Akkus war niemals ein Problem, obwohl ich auf keinem Campingplatz Strom mit „gebucht“ hatte. Von Vorteil war aber, das sei hier erwähnt, dass der Akku nach knapp 1,5h Ladezeit wieder gefüllt war (s. auch dieser Blogbeitrag).

Meine Tagesetappen lagen zwischen 60 km und knapp 120 km, für die die Akkuladung, dank überwiegendem Einsatz im „Eco“-Modus, immer ausreichte. Die Streckenführung wartete aber auch nur mit einigen wenigen, kurzen steilen Anstiegen auf.

Mit dem Wetter hatte ich auch Glück: Entweder waren die Gewitter vor oder hinter mir. 🙂

Das Fazit:

Nach gut einer Woche und ca. 600 km würde ich am liebsten morgen wieder losfahren und bin mal gespannt, wie es sich morgen auf dem Weg ins Büro mit 14kg weniger Ballast an Bord anfühlt. 🙂

 

5 Gedanken zu „Geht ein Velomobil auf Reisen…“

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