It`s all about „Reichweite“

Eine der meist gestellten Fragen im Zusammenhang mit einem Pedelec ist die nach der Reichweite.

Manch einer beantwortet diese Frage mit „zwischen 10 und 1.000 km“ und meint damit, das ein Pedelec grundsätzlich ja auch ohne Unterstützung gefahren werden kann. Und dann ist die Reichweite ja tatsächlich enorm. Jedoch hilft das dem Fragenden nicht wirklich weiter. Tatsächlich ist die Angabe einer Reichweite bei einem Pedelec aber nicht so einfach zu beantworten, wie z.B. im Automobilbereich: Dort dividiert man den Tankinhalt einfach durch den Treibstoffverbrauch (beides aus dem Prospekt ersichtlich und nach genormten Messverfahren ermittelt) und erhält die Reichweite.

Beim Pedelec hat man, zumindest meist, jedoch nur die Angabe zur Kapazität des Akkus in Wattstunden (Wh) und damit praktisch den „Tankinhalt“ (oder kann sich diese nach der Formel „Volt (Spannung) x Ampère (Stromstärke)= Wattstunden“ zumindest berechnen), ein genormtes Verfahren zum „Verbrauch“ eines Pedelecs existiert meines Wissens jedoch nicht.

Im aktuellen Pedelec-Prospekt der Winora Group (zu der u.a. die Marken Winora, Haibike und Sinus zählen) bin ich auf Angaben zur maximalen Reichweite zwischen beachtlichen 50 km (Winora fold:eXP 7-G Altus) und sagenhaften 190(!!) km (z.B. Sinus B2 9-G Deore oder Haibike eQ Xduro Trekking SL Herren) gestoßen.

Auf Seite zwei des Prospekts wird erläutert, wie die angegebenen maximalen Reichweiten erreichbar sind:

„Erreichbar unter idealen Bedingungen: niedrigste Unterstützungsstufe, 20° Außentemperatur, kein Gegenwind, 20 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit, ebene & befestigte Strecke, Reifendruck mit minimalem Rollwiderstand, effizienteste Gangwahl in jeder Fahrsituation, Fahrer 70kg, kein Gepäck, Pedelec in einem technisch einwandfreien Zustand.“

Diese Aufzählung macht meiner Meinung nach auf ideale Weise zweierlei deutlich:

1) die Vielzahl der Faktoren, die für die Reichweite eines Pedelecs entscheidend sind und, daraus resultierend,
2) wie schwierig die Frage nach der Reichweite eines Pedelecs, eben auf Grund der vielen individuellen Faktoren, zu beantworten ist.

Aber noch etwas wird deutlich: Würde die Reichweite aller Pedelecs nach den gleichen, realistischen Bedingungen ermittelt, wäre diese hersteller- und markenübergreifend untereinander vergleichbar und würde helfen, die Verunsicherung vieler Interessenten zu beseitigen.

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3 Gedanken zu „It`s all about „Reichweite““

    1. Hallo Andreas,

      vielen Dank für deine Anmerkung! Beim Auto gibt es eine Norm, nach der der Verbrauch bestimmt wird und darüber hinaus weitere Tests von Fachzeitschriften, die ebenfalls nach eigenen festgelegten Kriterien den Verbrauch ermitteln. So etwas gibt es bisher für den Bereich der Pedelecs noch nicht. Was kein Wunder ist, betrachtet man den Zeitraum seit dem PKW bzw. Pedelces zum Verkehrsalltag gehören.

      Ein Anfang ist jedoch gemacht: Der Verein ExtraEnergy e.V:-(http://www.extraenergy.org) testet jährlich mehrere Pedelecs nach einem genormten Verfahren, u.a. auch die Reichweite. Die Tests stehen auf der Seite von ExtraEnergy zum kostenlosen Durchblättern bereit. Im Test 2013 kam das Haibike eQ xduro FS RX z.B. auf eine Reichweite zwischen 27,9 und 51,9 Kilometern. (Quelle: Testheft ExtraEnergy 2013, Seite 114). Laut Prospekt beträgt die max. Reichweite 190 km.

      Das zeigt m.E. recht deutlich die Unterschiede in den Messmethoden. Beim PKW ist das zwar auch so, jedoch ist dort der Verbrauch im Test selten mehr als sechsmal(!) so hoch wie die Angabe im Prospekt.

  1. Jetzt ist die Frage, ob die Messungen auch korrekt sind. Da wird ja oft betrogen und getrickst. Richtige Messverfahren und Firmen, die diese ausführen, bleiben in der Verantwortung. Es ist auch wichtig, immer wieder neue Messverfahren einzuführen. Es gibt Firmen wie diese, die sich auf die Schulung und Einführung neuer Verfahren spezialisiert haben. Hoffentlich entwickelt sich die besagte Einführung zu einem Trend, da es um das Wohl der Verbraucher gehen sollte.

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