(K)eine Schlammpackung für’s Hinterrad

Im letzten Blogbeitrag hatte ich beschrieben, dass der Hinterreifen (Big Apple) gerade so unter das Schutz“blech“ passte.

Nach wie vor werden auf einem Teil meiner Strecke Zuckerrüben geerntet, was bei der derzeitigen Wetterlage oftmals zu einer wahren Schlammschlacht auf den Wegen führt. Die Vorderräder verfügen über kein Schutzblech und verteilen den Schlamm über den gesamten „Vorderwagen“:

leitra_nach_testfahrt_wischer
Leitra mit Schlammpackung 🙂

Hinten ist aber dank des Schutzblechs alles friedlich. Dachte ich. Aber ich habe nicht mit der Hinterhältigkeit des Schlamms gerechnet: Der trocknet nämlich an und nach jeder Fahrt kommt eine dünne Schicht getrockenten Schlamms dazu, so lange, bis der Hinterreifen nur noch sehr schwer dreht.

Gemeinerweise war das bei mir auf der Rückfahrt vom Büro der Fall. Zunächst wunderte ich mich nur, warum ich langsamer wurde (das schleifende Geräusch vom Hinterrad wurde durch die Musik übertönt) und als ich zu Hause ausstieg, staunte ich über den feinen Staub, der überall auf meiner Jacke verteilt war. Natürlich war es schon dunkel und deshalb war die Diagnose etwas schwerer. Aber letztendlich konnte ich mit (Gummi-) Hammerschlägen und einem dicken Draht eine ordentliche Menge getrockneten Schlamms zwischen Schutzblech und Hinterreifen rausklopfen. Das konnte aber nur eine kurzfristige Lösung sein, denn nach wie vor sind die Wege noch schlammig.

Die Skizze einer Lösung sah dann so aus:

skizzen_radkasten_hinterrad
Erste Skizzen für den Radkasten

Was, zugegebenermaßen, schwer zu erkennen ist: Das wird ein Radkasten für das Hinterrad. 🙂

Als Material benutzte ich eine etwa 3mm dicke, schwarze Bastelplatte aus PVC aus dem Baumarkt meines Vertrauens für rund acht Euro…

pvc_platte_rohmaterial
PVC-Platte vor Verarbeitung

… aus der ich mit dem Cuttermesser nach den oben abgebildeten Maßen die Einzelteile zugeschnitten habe:

pvc_teile_zugeschnitten
PVC-Teile zugeschnitten, noch ohne Ausschnitt für den Controller des Pedelec-Antriebs

Beim Anpassen stellte sich heraus, dass ich die Seitenteile noch erheblich nacharbeiten musste: Die gesamten Schrägen am unteren Rand waren bei der Montage des mittleren Teils im Weg. Danach versah ich die Ränder der Teile mit dem Akkuschrauber mit einigen Löchern und befestigte das Ganze dann mit Unmengen Kabelbindern (hatte ich schonmal erwähnt, dass die Erfinderin/der Erfinder der Kabelbinder einen Nobelpreis bekommen müsste? 🙂 ) am Rahmen der Leitra.

Zur Verdeutlichung hier noch ein paar Bilder:

So sah es vorher aus: Der Sitz ist herausgenommen, man sieht den Controller des Pedelec-Antriebs und das bisherige Schutz“blech“. Am unteren Bildrand kann man das Zwischengetriebe erkennen:

hinterrad_ohne_radkasten
Blick von vorne (Sitz herausge-nommen) in Richtung Hinterrad

So sah es während der Montage…

hinterrad_mit_radkasten_1
Das Schutz“blech“ ist demontiert, das erste Teil des Radkastens montiert.

…und so nach der Fertigstellung aus:

hinterrad_mit_radkasten_2
Bis auf die Seitenteile am Hinterrad ist alles montiert. Den Durchlass für die Kette musste ich verbreitern.
hinterrad_mit_radkasten_3
Blick von schräg unten gegen das, in Fahrtrichtung links, montierte Seitenteil. Das gegenüberliegende Seitenteil ist schon montiert.

So, jetzt sollte der Schlamm keine großen Chancen mehr haben, das Hinterrad zu bremsen. Außerdem könnten jetzt die Seitenverkleidungen sauber und trocken bleiben, da vom Hinterrad aufgewirbeltes Wasser und Dreck jetzt zum Großteil wohl vom seitlichen Radkastenteil abgehalten werden.

Für alle die sich Fragen, warum ich nicht einfach den originalen Schmutzfänger der Leitra benutze: Dafür fehlen irgendwie die Montagepunkte, und irgendwie wäre es ja auch langweilig… 🙂

Nachbar schließen schon Wetten ab, wann ich nicht mehr jeden Samstag an der Leitra bastele 🙂 Externer Link zu www.VeloVideo.de

3 Gedanken zu „(K)eine Schlammpackung für’s Hinterrad“

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