That’s what this pedelec is made for …

Bei den bisherigen Tests bin ich immer mal so um die 20 km gefahren; eine „echte“ Reichweite konnte ich, da ich meist mit wechselnden Unterstützungsstufen gefahren bin, so natürlich nicht ermitteln.

Heute aber war es endlich soweit: Der Wetterbericht versprach prima Bedingungen mit bis zu 26 Grad nachmittags und das herrliche Wetter des letzten Wochenendes tat das Übrige um mich zu motivieren, endlich mit dem Rad auf die Arbeit zu fahren und damit den ersten Test unter realistischen Bedingungen zu fahren.

Die eher kühlen sechs Grad morgens um 5 Uhr konnten mich dann auch nicht mehr schrecken. Die Testvorgaben waren einfach: Mittlere Unterstützung, lockeres Radeln um nicht ins Schwitzen zu kommen. Das gleiche nachmittags dann wieder zurück. Zur Erinnerung: Das war ja genau der Grund, warum ich das Rad überhaupt umgebaut hatte.

Start war um 6:20 Uhr, die mittlere Unterstützung reichte voll und ganz aus um flott unterwegs zu sein und ich genoss die Fahrt durch die erwachende Natur in vollen Zügen. Nach 23,75 km und einer Fahrtzeit von 1 h 05 min. war ich da. Das entspricht einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 21,92 km/h. Und das locker, leicht, ohne einen Hauch Schweiss aber dafür gut gelaunt und mit einem breiten Grinsen.  🙂
Am Ziel hatte ich noch vier von vier „Reichweiten-LED“ an der Bedienkonsole, nur während zwei Anstiegen aus Unterführungen heraus waren es kurzfristig nur noch drei gewesen.

Letztes Jahr war ich die gleiche Strecke mit dem gleichen Rad (allerdings vor dem Umbau) gefahren, hatte 1h 15 min. gebraucht war aber deutlich angestrengter und vor allem geschwitzter im Büro angekommen.

Der erste Teil des Tests war also sehr zufriedenstellend verlaufen.

Für den Nachmittag waren 26 Grad prognostiziert; wegen des jetzt herrschenden Gegenwindes waren wohl noch gefühlte 23 Grad davon übrig geblieben. Auch wenn es mir schwer fiel, fuhr ich die gleiche Strecke, die ich morgens gekommen war, immerhin sollten es ja (halbwegs) vergleichbare Bedingungen sein. Um es kurz zu machen: Es fiel mir schwer, mich an meine Maxime „lockeres Fahren“ zu halten, ich trat während der ersten Hälfte schon ein bisschen mehr in die Pedale als heute morgen; vielleicht lag es an den jetzt kurzen Hosen und dem T-Shirt … 😉

Auf der Rückfahrt war ich 1h 12 min. unterwegs, das ergibt eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 19,79 km/h. Der Unterschied ist einfach zu erklären: Während es morgens überwiegend abwärts geht, geht es nachmittags überwiegend bergauf.  Am Ziel hatte ich noch zwei von vier „Reichweiten-LED“ an der Bedienkonsole, nur während zwei kurzen , aber heftigen Anstiegen war es kurzfristig nur noch eine LED gewesen. Am Akku leuchten noch drei von vier Segmenten grün; aber das glaube ich nicht so recht.

Fazit:

Der erste Einsatz unter den realen Bedingungen, für die ich den Umbau gedacht habe, verlief zu meiner vollsten Zufriedenheit. Die Akkuladung reicht für die geplante Strecke von 47,5 km bei mittlerer Unterstützung voll und ganz aus; ein paar kleine Schlenker sollten auch noch drin sein. Das Pedelec ist damit eine prima „Schönwetteralternative“ zum Auto; das Radtraining kann ich überdies auf dem Weg nach Hause schon beginnen; mit Motorunterstützung und noch kräftigerem Mittreten könnte die magische 60-Minuten-Grenze vielleicht doch geknackt werden. 😉

Vom Nutzen der Anfahrhilfe und einem Steckerschutz

Seit ich den Umbausatz erhalten habe, ja sogar noch seit ich zuerst von ihm las, fragt ich mich nach dem Nutzen der Anfahrhilfe. Heute morgen ging mir dazu ein Licht auf:

Ein Auto hatte mich überholt und musste dann doch kurz vor mir anhalten, weil der Gegenverkehr auf Grund eines Hindernis auf unserer Seite der Straße vorbei gelassen werden musste. Dummerweise geschah das an einer bergauf führenden Strecke und ich hatte zu allem Überfluss keine Zeit mehr, den passenden Gang für’s anschließende Losfahren einzulegen. Irgendwie verschieben sich auf dem Pedelec sowieso die sonst üblichen, passenden Gangstufen 😉

Als der Gegenverkehr vorbei war, fuhr der Wagen vor mir weiter und ich hätte im schweren Gang antreten müssen. Ein kurzes Betätigen der Anfahrhilfe verschafft mir den nötigen Schwung um, ohne große Belastung der Knie, auf genügend Drehzahl zu kommen um den passenden Gang für die weitere Fahrt einzulegen. 🙂

Seit dem belächele ich den kleinen Schalter nicht mehr 🙂

Der Akku kann ja auch außerhalb der Akkuhalterung geladen werden. Problematisch daran kann aber sein, dass der Stecker zum Controller dann, wenn das Rad draußen stehen muss, ungeschützt den Unbilden der Witterung ausgesetzt ist:

Bild vom ungeschützten Stecker

Um das zu vermeiden habe ich mir einen Steckerschutz aus zwei Stück Schrumpfschlauch und einem Holzzapfen (z.B. zum Möbel verbinden) gebastelt:

Das erste Stück Schrumpfschlauch (Durchmesser 16 mm) passt genau über den Stecker. In das obere Ende habe ich den Holzzapfen  gesteckt und „eingeschrumpft“. Um den Holzzapfen dann seinerseits gegen Witterungseinflüsse zu schützen, habe ich überlappend das zweite Stück Schrumpfschlauch gestülpt und diesen dann „eingeschrumpft“. Das obere Ende dieses Schlauchs habe ich mit einem kleinen Kunststoffstopfen verschlossen, den ich noch gefunden habe. Das Ergebnis ist ein passgenauer Steckerschutz für ein paar Cent:

Bild vom geschützten Stecker

Den Steckerschutz habe ich zum Netzteil gelegt um ihn bei Bedarf greifbar zu haben.

Erste Erfahrungen

Samstag, morgens 9:30 Uhr: Ich will zum Bäcker Brötchen holen, natürlich mit dem Pedelec. Als ich das System anschalte, tut sich aber nichts. 🙁 Ein kurzes Tasten zum Einschalter zeigt: Beim letzten Abstellen hatte ich den Akku nicht auf „off“ geschaltet. Sollte er sich nach und nach entladen haben?

Der „Akkutesttaster“ auf dem Akku selbst behauptet zwar, es seien noch zwei von vier Segmenten da. Da aber nach Aussage von „Elektrofahrrad-einfach.de“ die maximale Reichweite bei ca. 60 km liegt und ich bisher 61 km gefahren bin, vermute ich, dass der Akku tatsächlich leer ist.

Also hänge ich den Akku ans Ladegerät und fahre „konventionell“ zum Bäcker. Dabei fällt mir auf, dass das Rad trotz Freilauf schon etwas weniger leicht rollt. Als Ausrede dazu, ein Brötchen mehr zu frühstücken, taugt der Mehraufwand aber nicht. 😉

Irgendwann ist der Akku dann auch wieder voll, leider tut sich aber immer noch kein Mucks. 🙁

Also mache ich mich auf die Suche nach der Ursache. Es könnte ja sein, das ich gestern beim Montieren der größeren Tasche (Kabel und Controller haben jetzt mehr Platz und führen durch ein in den Boden geschnittenes Loch nach draußen) nicht alle Kabel wieder richtig zusammengesteckt habe. Nachdem ich sämtliche Kabel gecheckt habe, meine ich den Übeltäter gefunden zu haben:

Durch die Rahmengeometrie des Giant wird das Kabel vom Akku zum Controller in einen recht engen Radius gezwungen. Deshalb ist das Kabel aus der Zugentlastung gerutscht.

Kabel aus Zugentlastung gerutscht

Nach Aufschrauben des Steckers zeigt sich, dass eines der aufgelöteten Kabel mit dem Gehäuse des Steckers Kontakt bekommen haben könnte. Ich greife zum Schrumpfschlauch und isoliere damit die Kabel vom Gehäuse. Leider wird dadurch der Durchmesser des Kabels genau soviel größer dass das Gehäuse nicht mehr über den Stecker passt. 🙁 Das Kabel sitzt zwar auch so satt im Akku, aber ob das bei längeren Fahrten hält …?

Dummerweise lässt sich das System aber trotzdem nicht aktivieren. Nachdem ich erneut alle Kabelverbindungen gecheckt habe, halte ich plötzlich, nach etwas Zug an der Steckverbindung  vom Akkukabel zum Controller eine Pin in den Fingern: Hier hat sich das aufgelötetet Kabel abgelöst. Das erklärt alles! Ich knipse den Stecker ab und verbinde die Kabel mal provisorisch mit einer Lüsterklemme und siehe da: Das Bedienteil am Lenker strahlt mich plötzlich wieder an 🙂

Das mit der Lüsterklemme ist sicher nicht der Weisheit letzter Schluss, aber es funktioniert erst mal.

Beim Betrachten des „Kabelverteilers“ vor dem Lenker fällt mir auf, das auch dort das BUS-Kabel zum Controller etwas aus der Gummidichtung herausgerutscht ist. Ohne das Gehäuse aufzuschrauben, ist es nicht wieder in die Dichtung zu bekommen. Also her mit dem Schraubendreher.

Bei offenem Gehäuse ist zu sehen, das alle Kabel vor der Dichtung mit Minikabelbindern gegen Durchrutschen gesichert sind. Alle Kabel? Nein, ein unerschrockenes Kabel meinte, ohne diese Sicherung auskommen zu können. Welches das sein könnte ist nicht schwer zu erraten, oder?

So, jetzt aber raus aus dem kalten Keller und rein in einen sonnigen Nachmittag und mal eine Runde fahren.

Die Runde weitet sich auf gut 50 km aus. 🙂 Auf gut 40 km davon setze ich die Unterstützung, wie ich es auch später vorhabe, nur an Bergen ein und da auch nur bis Stufe zwei. Auf den letzten 10 km lasse ich den Motor jedoch ständig auf kleinster Stufe mitschieben. Am Ende de Tour sind noch drei von vier LED-Segmenten auf dem Akku grün – ob das nur eine grobe Schätzung ist? Man wird sehen. Zumindest zeigt es, das, wende ich die Unterstützung so an wie geplant, die Reichweite für meinen 50 km Arbeitsweg ausreichen sollte.

Fortsetzung folgt …

Es ist vollbracht: Die Mutation vom Fahrrad zum Pedelec

Am Samstag war es endlich soweit, die Bastelei konnte beginnen.
Die Zeit, das Rad noch vorher nochmal zu putzen habe ich mir nicht genommen, dazu war ich viel zu ungeduldig.

So sah das Giant vor dem Umbau aus:

Giant vor dem Umbau

Wie in der Anleitung vorgeschlagen habe ich mit dem Einbau des Hinterrades begonnen und hatte direkt einige Probleme: Aus dem Gedanken heraus, das ein breiterer Reifen auch mehr Dämpfung für das nun (durch den Motor) schwerere Hinterrad bieten, und dadurch u.a. die Lebensdauer der Speicher verlängern würde, hatte ich einen Schwalbe Marathon aus meinem Fundus aufgezogen. Nicht bedacht hatte ich dabei, das die Dimensionen des Rahmens für einen solchen Reifen nicht gedacht sind: Ich konnte das Rad, selbst mit plattem Reifen, nicht montieren; der Reifen kollidierte mit der Sattelstrebe bzw. dem dort befestigten Umwerfer. Also den Reifen wieder runter und den originalen Kenda Kwest wieder drauf. Jetzt passte der Reifen zwar, die Nabe mitsamt Ritzelpaket aber nicht zwischen die Ausfallenden (hat natürlich nichts mit dem aufgezogenen Mantel zu tun), ohne dass ich diese ca. 10mm auseinander drücken musste. Wie lange das der Rahmen mitmacht … ? Natürlich musste dafür noch der Gepäckträger runter.

Die nächste Hürde stellten die Drehmomentstützen dar:

Drehmomentstützen

Diese müssen nach unten weisen um die Achse gegen Verdrehen zu sichern. Um beim Einbau des Rades drehte sich die
Achse immer ein wenig …  Aber schließlich war dann auch das geschafft, und sah dann so aus:

Das Hinterrad ist drin!

Bis hierhin hatte ich gut 1,5 Stunden gebraucht.

Als nächstes war der Drehmomentsensor dran. Dafür musste der Tretkurbelarm abmontiert werden; mit Hilfe des passenden Abziehers kein Problem.  Nach der Anbauanleitung soll der Sensor, der auf einem kleinen Blechbauteil verschraubt (!) ist, zwischen Tretlagerschale und Tretlagergehäuse „eingeklemmt“ werden. Das klappt bei mir nicht, da bei meinem Rad ein anderes Tretlager verbaut ist . Aber, Zufall oder pfiffig konstruiert: Das Loch der Blechbefestigung des Tretsensors hat genau den passenden Durchmesser, so dass ich es außen auf das Tretlagergehäuse aufkleben konnte:

Aufs Gehäuse geklebter Tretlagersensor

Die Magnetscheibe, anhand derer der Tretlagersensor die Tretbewegung erkennt, konnte ich einfach auf die Achse des Tretlagers stecken. Da in in der Montageanleitung und auch in diversen Forumsbeiträgen (www. pedelec-forum.de) darauf hingewiesen wird, dass die aufgedruckten Richtungspfeile ab und an falsch herum aufgedruckt sind (und deshalb der Motor nicht anläuft) habe ich zunächst auf die Montage des Tretkurbelarms verzichtet. Eine gute Idee, wie sich zeigte …

Magnetscheibe und Tretsensor

Das Display habe ich auf der linken Seite des Multigriplenkers in Fahrtrichtung „vor“ die Brems- und Schaltarmatur befestigt. Praktischerweise ist die Halterung elastisch und lässt sich ein bisschen aufbiegen, so dass ich nicht den Griff-Schaumstoff demontieren musste. Die mitgelieferten Bremsen habe ich ebenfalls montiert und zwar wegen des eingebauten Mikroschalters, der bei Betätigung den Motor abschaltet. Das ist zwar grds. nicht notwendig, weil der Motor innerhalb von sehr kurzer Zeit nach Ende des Tretens von selbst abschaltet.  Ein User des Pedelec-Forums brachte mich aber auf die Idee, das es praktisch wäre, z.B. beim Heranfahren an eine Ampel leicht die Bremse zu ziehen, den Motor damit abzuschalten und dennoch tretend die passende Übersetzung für’s Losfahren einzulegen. Da die Bremsgriffe optisch einigermaßen o.k. sind, und im Zweifel schnell wieder demontiert sind, habe ich sie also verbaut. Die Anfahrhilfe habe ich auf die rechte Lenkerseite vor Schalt- und Bremshebel montiert. Das sieht dann so aus:

Cockpit

Den „Verteiler“ der Kabel habe ich mal provisorisch mit Kabelbindern am Steuerrohr befestigt.

Als nächstes ist der Akkuhalter dran. Leider ist dieser so lang, das ich ich Zukunft auf beide Flaschenhalter verzichten muss. 🙁 Der Träge des Halters besteht aus einem Alu-Vierkantprofil, das zwar gut verabeitet und ordentlich entgratet ist. Trotzdem habe ich etwas selbstklebendes Polsterband untergeklebt um Kratzer im Unterrohr zu vermeiden. Die Montage selbst war völlig problemlos.

Akkuträger leer

Selbst mit montiertem Akku (Gesamgewicht immerhin 2,9kg) macht das noch einen ausreichend stabilen Eindruck und sieht aus wie eine riesige Thermosflasche 🙂

Akkuträger beladen

Hier kann man den Einschaltknopf und den Anschluss für das Kabel zum Controller gut erkennen:

Einschaltknopf und Controlleranschluß

Ein Grund für die Entscheidung  für diesen Umbausatz war der Controller, der, vollständig wasserdicht vergossen, direkt am Rahmen montiert werden kann (vgl. Eintrag „Die Entscheidung ist gefallen“ vom 02.03.)  Auf Grund der besseren Gewichtsverteilung habe ich ihn mit Kabelbindern unterhalb des Akkuhalters montiert. Wieder sehr pfiffig: Am Controllergehäuse finden sich Montagelaschen und der Akkuhalter hält zum Rahmen ein wenige Abstand, so dass man Kabelbinder drunter schieben kann:

Montierter Controller

Die jetzt folgende Verkabelung gestaltet sich wirklich sehr einfach; ein falsches Verkabeln ist praktisch unmöglich, alle Steckverbindungen machen einen guten Eindruck. Auf die in der Anleitung empfohlene Abdichtung aller Verbindungen mit einem Schrumpfschlauch habe ich mal verzichtet; ich hatte schlicht keinen da. Auch hier wieder eine sehr praktische Lösung: Etwa 10 cm nach Austritt des Kabels aus der Nabe ist eine Steckverbindung eingebaut; so muss man bei einem Platten des Hinterrads nicht das gesamte Kabel bis vor zum Controller nachverfolgen und abstöpseln.

Nach der ersten provisorischen Verkabelung kam der lang ersehnte Test: Einschaltknopf am Akku gedrückt, am Lenkerdisplay auf „on“ geschaltet, an der rechten Tretkurbel (die linke ist ja noch demontiert) gedreht und … nichts tut sich. Also die Magnetscheibe umgesteckt und nach etwa einer Kurbelumdrehung summt das Hinterrad leise vor sich hin! 🙂

Bevor ich jetzt aber die linke Tretkurbel montiere fixiere ich sämtliche Kabel mit einer Unzahl von Kabelbindern, und nach insgesamt 4h:30 min. habe ich das Prototypenstadium erreicht:

Prototypenstadium

Warum Prototypenstadium: So kann der Kabelwust nun wirklich nicht bleiben, da muss eine andere Lösung gefunden werden. Aber jetzt muss erst einmal eine Probefahrt sein. Raus aus dem Keller, ab in die Natur, die mit strahlendem Sonnenschein den frischgebackenen Pedelec-Fahrer begrüßt. Zunächst fahre ich ohne Unterstützung, das Mehrgewicht fällt, außer auf der Kellertreppe, noch nicht negativ auf. Vor der ersten Steigung schalte ich das System ein, automatisch wird beim Start die mittlere Unterstützungsstufe vorgewählt und huiii schiebt mich der Motor mit Nachdruck die Steigung hinauf! Beeindruckend! Aber jetzt schalte ich mal auf die höchste Unterstützungsstufe und was jetzt passiert ist noch beeindruckender: Bei gleicher Drehzahl und Gangwahl lege ich plötzlich mit nachhaltigem Schub einen Zwischenspurt ein der die Steigung komplett egalisiert! Wow!

Auf der Geraden sind 25 km/h ruck-zuck erreicht und der Controller regelt den Motor sanft bei Tachoanzeige 25,5 km/h ab. Unterwegs kommt mir der Gedanke, das gesamte Kabelknäuel in einer Rahmentasche verschwinden zu lassen. Zum Glück haben wir einen Radhändler in der Nähe und so kann der Idee auch schnell die praktische Umsetzung folgen. Dabei stelle ich fest, dass die Kabel dafür nun doch zu kurz sind, also stopfe ich den Controller samt Kabel in die Tasche: Jetzt schauen nur noch vier Kabel (eines zum Akku, eines zum Motor, eines zum Tretsensor und eines zum „Verteiler“ am Lenker) aus der Tasche raus. Das sieht jetzt schon viel ordentlicher aus.

Da ich kein Loch in die Tasche machen wollte, habe ich sie „kopfüber“montiert, und den Reißverschluss, der jetzt von unten aufgemacht werden muss, ein bisschen offen gelassen. Da das Volumen der Tasche doch etwas zu klein ist (mal sehen, ob ich mir noch eine größere Tasche besorge) habe ich den Reißverschluss nur mit Nachdruck geschlossen bekommen; damit er unter dem Druck des Inhalts nicht nachgibt und sich öffnet, habe ich ihn deshalb provisorisch mit einem wieder verwendbaren Kabelbinder verschlossen:

Kabelgewust gebändigt

Nun noch den „Verteiler“ am Lenker etwas unauffälliger unter der Klick-Fix-Halterung und den Hinterbauständer wieder an seinem gewohnten Platz montiert, die Schaltung nachjustiert und nach insgesamt 6h Montagezeit ist meine Pedelec fertig:

Ich habe fertig!

Gewicht des Rades:

  • vorher: 14,4 kg
  • jetzt:     21,2 kg (inkl. Akku)

Die erste Probefahrt über 30 km im rheinhessischen Hügelland hat mir dennoch einen Muskelkater beschert:  Und zwar einer der Gesichtsmuskulatur vom ständigen Grinsen 🙂

Vorteile bisher:

  • Montage relativ unkompliziert
  • pfiffige Lösungen
  • Nabe sauber eingespeicht, kein Höhenschlag o.ä. erkennbar
  • Akkuhalter abschließbar
  • Leistung setzt sanft und nachdrücklich ein
  • Abregeln erfolgt ebenso sanft

Nachteile bisher:

  • Nabe mit Zahnkranz eine Spur zu breit (Problem auf Seiten des Fahrrads)
  • Kabelwust ohne Tasche schwer zu bändigen (aber das geht wohl nicht anders)
  • Zum Entfernen des Akku muss Schraubkabelverbindung gelöst werden (auch das geht wohl nicht anders)
  • Freilauf mit mehr Rollwiderstand als bisher gewohnt, fällt im praktischen Betrieb aber nicht auf.

Vorläufiges Fazit:

Die Vorteile überwiegen die Nachteile, sowohl von der Zahl als auch von der Bedeutung her, deutlich.

Weitere Erfahrungsberichte aus der praktischen Anwendung werden folgen …

Hurra – der Bausatz ist da!

So, nachdem statt der versprochenen ein bis drei Tage Lieferzeit letztendlich sieben Tage bis zur Lieferung vergangen sind ist er endlich da! 🙂
Wie telefonische Nachfragen ergaben, lag der Bausatz  mindestens zwei Tage däumchendrehend im Laden und wartete auf das Versenden. Nicht wirklich toll, aber Schwamm drüber.

Leider komme ich aber unter der Woche nicht dazu, den Umbau in Angriff zu nehmen, und so mache ich heute erst mal nur ein paar Bilder und halte allgemeine Daten fest und werde den Umbau am kommenden Wochenende durchführen.

Der Bausatz besteht aus:

a) Akku, inkl. Ladegerät

  • Gewicht: 2,6 kg, zzgl. 300g für den Halter ergibt 2,9 kg
  • Maße: Durchmesser 96 mm, Länge 325 mm

Akku mit Halter, Ladegerät und Schlüssel

Das Bild zeigt (v.l.n.r.: Akkuhalter, Schlüssel für Arretierung, Ladegerät, Akku)

b) Controller mit Bremsgriffen, Anfahrhilfe (klingt schon ein bisschen komisch, ich geb`s ja zu) und
der Bedieneinheit

  • Gewicht: 1,1 kg
  • Maße Controller: 165 x 48 x 31 mm (Quelle: elektrofahrrad-einfach.de)

Controller mit Bremsgriffen, Bedienkonsole, Tretlagersensor, Anfahrhilfe und jeder Menge KabelDas Bild zeigt (v.l.n.r.): Controller, Tretlagersensor, Bremsgriffe, Bedienkonsole und die passenden Kabel.

c) Motor, im Laufrad eingespeicht.

  • Motor: Bafang 8Fun (SWXH)
  • Gewicht (inkl. Felge und Speichen): 4,7 kg

Hinterradfelge mit Motor

Das Bild zeigt die Felge mit eingespeichtem Motor. Es ist schön zu erkennen, das der Motor hinter dem Zahnkranz kaum auffällt. 🙂

  • Felge: Rigida Sputnik, schwarz

Rigida Sputnik

Dummerweise habe ich versäumt,  bei der Bestellung zu erwähnen, dass ich den Motor gerne mit schwarzen Speichen eingespeicht hätte; da muss ich also nochmal ran. Aber das kommt später …

Außerdem wurde eine 15-seitige Anbauanleitung mitgeliefert. Der Einbau soll in etwa drei Stunden erledigt sein, schaun‘ mer mal …

Um eine Illusion bin ich aber bereits jetzt schon ärmer: Alle Gewichte zusammenaddiert komme ich auf 11,3 kg, das Gewicht des Rads (14,4 kg) dazu gerechnet ergibt 25,7 kg ! Selbst wenn ich das momentan noch eingebaute Hinterrad vom Gesamtgewicht abziehe, war es also nichts mit „leichtem Pedelec“ 🙁

Die Entscheidung ist gefallen

So, nach wochenlangem hin- und her habe ich mich endlich entschlossen:

Es wird ein Umbau mit Hinterrad-Antrieb werden. Genauer: Ich habe den ELFEi-Umbausatz inkl. Flaschenakku bei elektrofahrrad-einfach.de bestellt.

Dieser Umbausatz vereint für mich wichtige Komponenten:

1. Flaschenakku: Obwohl er wohl durch das Aussehen einer überdimensionierten Thermosflasche nicht wirklich unauffällig sein wird, ist er doch formschöner als ein „schnöder“ Akkublock. Außerdem sollte die Befestigung am Flaschenhalter für eine besser ausgewogene Gewichtsverteilung sorgen.

2. Controller: Im Gegensatz zu den anderen mir bekannten Controllern ist dieser eher lang und schmal und kann so relativ unauffällig am Rahmen befestigt werden, zumindest in der Theorie. Er ist schon wasserdicht vergossen, das Kabelgewusel wird durch die EB-BUS-Verkabelung auf ein Minimum reduziert und ermöglicht eine relativ „cleane“ Optik. Dafür zahle ich dann auch gerne etwas mehr.

3. Hinterradantrieb: Der Motor wird in eine schwarze Rigida Sputnik-Felge eingespeicht, diese Felge hat sich wohl schon seit Jahren u.a. bei Radfernreisenden (mit entsprechend viel Gepäck) bewährt. Die Optik des radial gespeichten Vorderrads bleibt also erhalten, mit dem Problem des Schraubkranzes (ich habe direkt einen 8fachen mit bestellt) muss ich hingegen einfach leben. Ob das aber wirklich ein Problem ist, wird sich zeigen.

So, jetzt bin ich mal gespannt: Als Lieferzeit werden im Shop ein bis drei Tage genannt, der Umbausatz könnte also bis zum Wochenende da sein …

Verschiedene Konzepte – aber welches ist das passende?

Bei Pedelecs gibt es grundsätzlich drei Antriebsarten: Vorderrad-, Mittel- und Heckmotor. Dazu noch mehrere Arten von Motoren: Nabenmotoren mit und ohne Getriebe, angetriebene Tretlager und Antriebe, die in die Kette eingreifen. Da fällt die richtige Wahl schwer.

Für meinen Zweck bleiben aber eigentlich nur zwei Antriebsarten (Nabenmotor mit oder ohne Getriebe) und zwei Einbauorte (vorne oder hinten) übrig.

Auf Grund des Preises (rd. 1.400 €) und der Eigenschaften (bei mir soll der Fahrradbetrieb im Vordergrund stehen und weniger schwere Lasten geschleppt werden)  fallen die bekanntesten Nabenmotoren ohne Getriebe (die der Firma BionX) aus dem Raster heraus.

Also wird es ein Getriebenabenmotor werden.
Zunächst dachte ich an einen Einbau im Vorderrad, da dieser am einfachsten zu verbauen sein soll.  Jedoch wird der Motor, wegen des Mehrgewichts des Motors gegenüber einer normalen Nabe, in einer speziellen, stabileren Felge eingespeicht. Und die hat eine andere Optik als die vorhandene. Dann wären vorne unten hinten unterschiedliche Felgen montiert;  die Vorstellung gefällt mir rein optisch nicht. Außerdem ist die vordere Felge derzeit radial eingespeicht, das sieht schon schick aus.

Die einzige Lösung: Hinterradantrieb. Das ändert zwar an der Tatsache der zwei unterschiedlichen verbauten Felgen nichts, allerdings denke ich, dass es so weniger auffällt. Da die Felge stabiler als die derzeit verbaute sein soll, sollte das Mehrgewicht durch den Motor zzgl. der Last auf dem Gepäckträger hoffentlich kein Problem sein. Und, mal sehen, vielleicht verbaue ich hinten einen geringfügig breiteren Reifen, echte Sportwagen mit Hinterradantrieb haben ja auch hinten breitere Reifen als vorne 😉

Mindestens ein Problem  gibt es aber auch hier: Derzeit gibt es für Hinterradnabenmotoren keine Kassettenkränze sondern nur Schraubkränze. Und die sollen weniger lang haltbar sein. Mal sehen …

Übrigens: Zum Thema „Pedelec“ gibt es ein sehr reges Forum: Das Pedelec-Forum. Das Forum selbst und das angeschlossenen Wiki bieten Stoff  für nächtelanges Selbststudium. 🙂

Also dann bis später …

Fertig-Pedelec oder Umbau?

Fertig-Pedelec oder Umbau? Diese Frage habe ich mir recht schnell beantwortet: Bei mir wird es ein Umbau werden.

Warum?

  1. Die Preise für Fertig-Pedelecs erscheinen mir derzeit sehr ambitioniert, und damit meine ich nicht die offensichtlichen Billig-Teile für zum Teil unter 500 €. OK, die Entwicklung von ausreichend stabilen Rahmen kostet Geld und auch die Akkus sind nicht gerade billig. Aber trotzdem scheint mir gerade eine Art „Goldgräberstimmung“ zu herrschen; es wird oft der Eindruck vermittelt, wenn ein Pedelec nicht mindestens 2.500 € kostet, tauge es nichts. Aber natürlich kommt es auch auf den Preis der Basis und des verwendeten Motors an.
  2. Das Gewicht: Fertig-Pedelecs bringen meist ca. 25kg auf die Waage, ohne Akku sind`s dann immer um die 22 kg. Vor diesem Gewicht kapituliert nicht nur mein Fahrradträger …
  3. Noch ein Rad mehr im Keller? Dafür ist einfach zu wenig Platz da.
  4. Mich reizt der Umbau, also das Basteln, als solches.

Wenn ich mein Giant-Rad umbaue, könnte ich preislich weit unter 2.500 € und gewichtsmäßig unter 20 kg bleiben. Außerdem beansprucht im Keller kein weiteres Rad Platz für sich und für meinen Bastelspaß ist auch gesorgt.

Die Frage, ob der Rahmen des Giant die auftretenden Kräfte auf Dauer aushält, wird sich zeigen …

Warum überhaupt ein Pedelec?

Ja, warum überhaupt ein Pedelec? Gilt so etwas doch vielen als Hilfmittel für Alte und Kranke und als durch und durch unsportlich.

Mich reizt zum einen die Technik, und immerhin geht ohne Treten bei einem Pedelc auch nichts. Zumindest wenn man es konform zur STVZO betreiben möchte.

Ausserdem habe ich mir vorgenomme, dieses Jahr öfter mit dem Rad zur Arbeit (einfache Strecke 25km, ca. 180 hm) zu fahren. Da es mir schwer fällt, langsam zu fahren, wäre ein Pedelec eventuell eine prima Hilfe nicht komplett durchgeschwitzt anzukommen.

Hallo Welt!

Willkommen bei meinem Blog zum Thema „Vom einfachen Fahrrad zum Pedelec“.

Dies ist der erste Artikel, zukünftig werde ich hier in unregelmäßiger Folge den Umbau (oder auch nicht-Umbau) eines meiner Fahrräder zum Pedelec bloggen.

Warum überhaupt ein Blog? Hauptsächlich deshalb, weil ich für mich meine Gedankengänge und Erfahrungen zum Thema festhalten will.

Wenn das Blog darüber hinaus dem ein oder anderen weiter hilft freut mich das natürlich umso mehr.

Gruß

Alex

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