„Spurhalteassistent“ für`s Velomobil ;-)

Auf meinen ersten Fahrten mit dem Orca hatte ich oft Reifenprobleme: Drei „normale“ Platten und ein spektakulärer (was die Geräuschentwicklung anging) Reifenplatzer bei über 30 km/h bergab! Dabei blieb der Orca aber sehr gutmütig und das Anhalten war problemlos möglich. Seit diesem Platzer habe ich, zusätzlich zu zwei Reserveschläuchen, immer einen Reservereifen (Schwalbe Tryker in Faltversion) dabei. 🙂

Alle Platzer waren vorne rechts, was mir zwar zu denken gab, woraus ich aber zunächst nicht die richtigen Schlüsse zog.

Bei meiner ersten 100km-Tour hatte ich an einer starken Steigung bergauf einen weiteren Platten vorne rechts. 🙁
Zu dem Zeitpunkt hatte ich noch Kojaks montiert und der Reifen sah so aus:

kojak_durchgerubbelt_klein
Durchgerubbelter Kojak: Dem Schlauch kann man nun wirklich nicht verübeln, da aufgegeben zu haben…

Ich dachte an einen Bremsplatten, aber so stark musste ich nun doch nicht bremsen. Aus dem Velomobilforum kam schnell die Diagnose „Spur verstellt“. Aber da der Orca gut rollte (zumindest im Vergleich zur Leitra) hatte ich eher die Kojaks in Verdacht, zu denen ich eh nicht so das richtige Vertrauen hatte.

Deshalb habe ich dann einfach rundrum Schwalbe Marathon Plus montiert…und hatte nach rd. 600km komplett abgefahrene Reifen vorn! Hmpf! Also war wohl doch die Spur verstellt, hätte ich wohl doch besser auf`s Forum gehört, das hätte mir ca. 60€ für die beiden Marathon Plus gespart!

Nach etwas Recherche fand ich heraus, dass  das „wielspoormeter“ von Velomobil.nl auch zum Orca passt! Prima und vor allem mit 30€ preiswert!

Es kam noch besser: Meine Hoffnung, damit die Spur schnell und einfach einstellen zu können, erfüllte sich. 🙂

Und das geht so:

„Wielspoormeter“ ans Vorderrad anlegen…

"Wielspoormeter" angelegt
„Wielspoormeter“ angelegt

… und zwar so, dass der nicht verstellbare Dorn am Felgenrand anliegt.

Nicht verstellbarer Dorn liegt am Felgenrand an
Nicht verstellbarer Dorn liegt am Felgenrand an.

Der verstellbare Dorn wird jetzt so eingestellt, das er gerade so, ohne das Rad zu verstellen, am anderen Felgenrand anliegt:

Verstellbarer Dorn liegt am anderen Felgenrand an.
Verstellbarer Dorn liegt am anderen Felgenrand an.

Dann misst man die Länge des Gewindes zwischen Felgenrand und Rand des „wielspoormeter“.  Da man das bei mit dem Fahrer belasten Velomobil messen sollte, ist eine zweite Person sehr hilfreich. 🙂

Das gleiche Prozedere wiederholt man jetzt mit dem hinteren Felgenrand. Die Abstände, also die Länge des Gewindes, sollten identisch sein, damit die Reifen parallel stehen.

Sind sie es nicht, wird an der Spurstange, an der man zuest die Konterverschraubung gelöst hat, die Verschraubung so lange verändert, bis die Position passt.

Bei meinem Orca Betrug die Differenz vorn zu hinten fast 4 cm!

Wichtig: Danach wird die Kontermutter wieder gut angezogen, nicht damit sich die Spur von ganz alleine wieder verstellt!

Mittlerweile bin ich ca. 2.500 km gefahren, die Marathons werden gleichmäßig abgefahren, der Orca rollt noch besser und von Platten blieb ich seitdem verschont.

Oh, stimmt nicht: Einen „schleichenden“ hatte ich noch, aber daran war ein defektes Ventil (bzw. die Einvulkanisation desselben) Schuld.

Merke: Auf die Spur achten spart Kraft, Geld und Zeit!

 

 

 

3 Gedanken zu „„Spurhalteassistent“ für`s Velomobil ;-)“

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