Schlagwort-Archive: Carl Georg Rasmussen

Mein persönlicher Pedelec-Jahresrückblick auf 2014

English version/Nederlands versie: Click button „Translate“ in the lower right corner

Der letzte Blogbeitrag des Jahres ist bei mir „traditionell“ ein Rückblick auf das vergangenen Jahr. Hier kommt also mein

Rückblick auf 2014:

 

Im Januar habe ich die Leitra mit neuen Scheiben versorgt und in ein Feststoffkettenschmiersystem investiert, als erste Vorbereitung für die Velomobiltour Oslo-Berlin, für die ich mich angemeldet hatte. Zunächst wollte ich beim „Great Baltic Sea Ride“ mitfahren, aber mehr als 3.000 km in drei Wochen erschienen mir dann doch zu anspruchsvoll.

Weiterhin habe ich im Februar das Zwischengetriebe der Leitra gangbar gemacht, der Tourverlauf Oslo-Berlin versprach ja einige Höhenmeter.  Eines der beiden Röllchen des Feststoffketten-schmiersystems fiel bereits nach rd. 200 km aus, vom Hersteller bekam ich allerdings kostenfreien Ersatz.

So konnte ich im März die ersten Trainingstouren in Angriff nehmen. Ein weiterer Totalausfall des Feststoffkettenschmiersystems veranlasste mich zum Abbruch des Tests und reuiger Rückkehr zur Kettenschmierung nach Altväter-Sitte. 🙁

Im April ging es dann ernsthafter zur Sache, mein Trainingsplan sah einiges an Kilometern als Vorbereitung für Oslo-Berlin vor, und als Langstreckentraining hatte ich mir einen tollen Rundkurs ausgesucht. Heute weiss ich, das die geringen Geschwindigkeiten der Leitra wohl schon andeuteten, was kommen würde:

Im Mai wurden durch einen Rahmenbruch an der Leitra alle Ambitionen auf Berlin-Oslo schlagartig zunichte gemacht. 🙁  Die folgenden Wochen brachte ich mit der Recherche nach Reparaturmöglichkeiten zu, und es sah leider gar nicht gut aus. 🙁

Wie der Zufall so spielt ergab sich im Juli eine günstige Gelegenheit, an einen eOrca zu kommen. Unter uns: Mit dem Bild dieses Velomobils und einem langen Gespräch mit dem Deutschlandimporteur wurde ich im Jahr 2013 mit der „Velomobilitis“ infiziert.  😉

Mittlerweile war es August geworden, und es war klar, dass ich an der Tour Oslo-Berlin auf Grund meines Trainingsrückstands, trotz fleissigen Pendelns ins Büro, nicht teilnehmen konnte. 🙁 Deshalb machte ich mich mit dem eOrca von Fichtelberg aus über Bayreuth entlang des Main-Radwegs auf die Reise nach Mainz. Seitdem weiß ich, das man auch mit dem Velomobil reisen kann, allerdings auf gar keinen Fall unauffällig 🙂 Ebenfalls im August fiel die 3.000 km-Marke.

Im September baute ich beim Elektrik-Trek die „Magnetscheibe“ an den rechten Tretlagerarm um, trat den filmischen Beweis an, das man auch mit dem Velomobil Drängelgitter u.ä. meistern kann und habe dem Orca erfolgreich das „Reifenfressen“ abgewöhnt 🙂

Im Oktober schickte ich den Rahmen der Leitra zum Konstrukteur Carl Georg Rasmussen zur Reparatur nach Dänemark, liess die 4.000 km-Marke mit dem eOrca hinter mir und stellte fest, dass sich bei mir im Lauf der Zeit die Prioritäten zum Thema Pedelec verschoben haben.

Der November sah ein kleines Jubiläum, nämlich meinen 100. Blogbeitrag und es kam zu einer längeren Velomobilpause durch einen Gemüsehobel.

Durch die Erntearbeiten und das regnerische Wetter kamen im Dezember die Vorteile des gekapselten Antriebs voll zur Geltung. Das ein Velomobil auch bei schlechtem Wetter als Pendlerfahrzeug taugt beweist das Erreichen der 5.000-km-Marke im Dezember (die ich ohne das Eingreifen des Gemüsehobels wohl schon im November geschafft hätte…), und kurz vor Weihnachten hatte ich dann auch eine Lösung für kalte Füsse während der Fahrt gefunden.

Fazit:
Das Jahr 2104 war für mich velomobiltechnisch sehr ereignisreich und ich freue mich schon auf 2015!

100ster Blogbeitrag: Leitra, willkommen zu Hause!

English version: Please scroll down.

Heute gibt`s hier ein kleines Jubiläum:
Das hier ist der 100ste Blogebeitrag! 🙂

Nachdem ich den Rahmen der Leitra nach Dänemark zur Reparatur zum Hersteller geschickt habe, ist er letzte Woche wieder wohlbehalten zu Hause angekommen. 🙂

Die Verpackung des Rahmens sah schon deutlich professioneller aus als meine, zum Vergleich:

Rahmen der Leitra, verpackt
Rahmen der Leitra, von mir zum Versand verpackt

 

Von Leitra.dk verpackter Rahmen
Rahmen der Leitra, von Leitra.dk zum Versand verpackt

Ausgepackt sieht der Rahmen dann so aus:

Rahmen, gestrippt und repariert
Rahmen, gestrippt & repariert

Die von Carl Georg Rasmussen reparierte Stelle ist deutlich zu sehen,  hier eine Nahaufnahme:

Reparierter Rahmen, Nahaufnahme
Reparierter Rahmen, Nahaufnahme

Zum Vergleich die gleiche Stelle vor der Reparatur:

Rahmen, vor Reparatur, Nahaufnahme
Rahmen vor der Reparatur, Nahaufnahme

Das Ganze macht einen sehr guten Eindruck, bei dem eingesetzten Zwischenstück handelt es sich um ein Vierkantrohr und bei näherer Betrachtung habe ich noch eine Kleinigkeit entdeckt:

Rahmentraverse mit Bohrung
Rahmentraverse mit Bohrung

Die eingefügte Rahmentraverse verfügt über eine Bohrung, pfiffigerweise entgegen der Fahrtrichtung! Damit könnte das Thema „Rost von innen“ der Vergangenheit angehören.

Demnächst steht dann der Wiederaufbau der Leitra an. 🙂

 

English version:

There`s a little anniversary today: This is blogpost no. 100! 🙂

After sending the Leitra`s frame to Denmark to get it repaired by the manufacturer, the frame returned last week. 🙂

The packing looked much more professional than mine, here`s a comparision:

Rahmen der Leitra, verpackt
Package, done by me
Von Leitra.dk verpackter Rahmen
Package, done by Leitra.dk

Unpacked, the frame looked like this:

Rahmen, gestrippt und repariert
Frame, unpacked and repaired

A closeup of the part of it, which has been repaired by Carl Georg Rasmussen:

Reparierter Rahmen, Nahaufnahme
Closeup of the repaired part of the frame

Here`s a picture of the damaged frame, for comparison:

Rahmen, vor Reparatur, Nahaufnahme
Closeup of the damaged frame

The repaired part of the frame looks quite well! And by checking it in detail I found another interesting „feature“:

Rahmentraverse mit Bohrung
Repaired frame with a „ventilation-hole“

There`s a smartish „ventilation-hole“ against the driving direction, that hopefully prevents rust in the interior of the frame!

The reassembly of the Leitra will follow soon! 🙂

Die Leitra geht auf Reisen…

English version: Please scroll down

Nach dem Rahmenbruch an der Leitra war zunächst guter Rat teuer, jedoch ist Carl Georg Rasmussen (Hersteller der Leitra) der Meinung, den Rahmenbruch dauerhaft reparieren zu können.

Irgendwie müssen Leitra und Carl Georg aber zusammen kommen; und da Dänemark, von Mainz aus gesehen, nicht „mal eben um die Ecke“ liegt, muss der Versand auf dem Postweg erfolgen. Und um den Preis widerrum erträglich zu halten, wird nur der Hauptrahmen auf die Reise gehen.

Nach ca. 2,5h hatte ich die Leitra komplett bis auf den Hauptrahmen demontiert…

Rahmen der Leitra, gestrippt
Rahmen der Leitra, gestrippt.

 

…das Verpacken dauerte dann nochmal fast genauso lange 🙂

Rahmen der Leitra, verpackt
Rahmen der Leitra, versandfertig verpackt

…so dass ich das Paket heute (ein Kiosk in der Nähe ist GLS-Station und hat auch Sonntags geöffnet :-))per GLS auf den Weg schicken.

 

English version:

The Leitra`s frame is broken, and Carl Georg Rasmussen (constructor of the Leitra) says, that he can fix it durable.

Because of Denmark isn`t just „round the corner“ (seen from Mainz), the Leitra must be sent via GLS (a parcel-service) to Denmark.

To keep the costs low, only the mainframe is taking it`s way to the north, ans so I had to disassemble the velomobile. This took only approx. 2,5 hours…

Rahmen der Leitra, gestrippt
The Leitra`s maniframe

…and wrapping the frame took nearly as long. 🙂

Rahmen der Leitra, verpackt
Mainframe packed, ready to start the journey 🙂

Finally I took the parcel today to a kiosk nearby (which is both, a GLS-Station and opened on sundays 🙂 ) and the frame startet it`s journey to Carl Georg Rasmussen.

Blog-Untertitel umbenannt: Zuwachs im Radkeller :-)

In letzter Zeit ist es etwas still geworden auf diesem Blog, 🙁 das wird sich in der nächsten Zeit aber ändern, denn seit dem Rahmenbruch der Leitra gab es Zuwachs im Radkeller. 🙂

Deshalb habe ich den Untertitel des Blog von „Meine (Langzeit-)Erfahrungen mit Pedelec-Umbauten“ in „Meine (Langzeit-)Erfahrungen mit Pedelecs“ geändert.

Es muss sich also um ein „Fertigpedelec“ handeln, aber um welches genau? Die Auflösung erfolgt nächste Woche… 🙂

Diese Woche soll es nochmal um die Leitra gehen: So wie es aussieht, werde ich die Leitra, bzw. nur deren Hauptrahmen, nach Dänemark zum Hersteller schicken. Der Konstrukteur Carl Georg Rasmussen ist zuversichtlich, das er den Rahmen haltbar reparieren kann.  🙂  Bevor das aber passieren kann, muss ich die Leitra soweit es geht zerlegen. Vor allem um meinen selbstgezogenen „Kabelbaum“ ist das schade. Wer weiß ob ich den nochmal so hinbekomme…

anzeige_velovideo_basis_klein

Frische(n) Wischer…

Zunächst hatte ich den Scheibenwischer meiner Leitra nicht montiert. Dafür gab es zwei Gründe:

  1. Der originale Wischer hatte offensichtlich die beste Zeit hinter sich
  2. Bei dem Tempo (ca. 25 km/h), das ich mit der Leitra fahre, erschien mir der Wischer verzichtbar.

Damit behielt ich genau bis zur ersten Regenfahrt im dunklen Recht: Während Regen- und Spritzwasser auf den (Plexiglas-)Seitenscheiben der Leitra als kleine Tropfen erscheinen, durch die man prima durchschauen kann, bildet sich auf der Frontscheibe (aus Sicherheitsglas) ein feiner Wasserfilm. Und dieser Film macht das Sehen im Dunklen, vor allem mit entgegenkommenden Lichtquellen, fast unmöglich. Außerdem könnte man die Schlammspritzer während der Fahrt entfernen. (Schlammspritzer? Ja, richtig gelesen, später weiter unten mehr…) Und nach einer Nebelfahrt, die zum Großteil im Blindflug stattfand, musste dringend etwas passieren.

Jetzt hat die Leitra ja ein, sagen wir, recht spezielles Maß für ihren Wischer. Zunächst dachte ich beim Bootszubehör in einschlägigen Baumärkten fündig zu werden. Aber  einmal mehr brachte mich der Konstrukteur der Leitra, Carl Georg Rasmussen, auf die naheliegendste Idee: Einfach einen normalen Wischer absägen…

Im Keller fand ich noch ein paar neue Wischer für ein früheres Auto, den ich einfach mal neben den alten Wischer der Leitra legte:

scheibenwischer_original_gekuerzt
Der originale Leitrawischer im Vergleich zum ausgewachsenen Wischer

Mit ein bisschen Phantasie lässt sich schon erahnen was jetzt kommt: Der Einfachheit halber den Wischer in den Schraubstock geklemmt, ein Schaubloch gebohrt und an der passenden Stelle abgesägt…

scheibenwischer_bohrung_kuerzung
Der KFZ-Wischer mit gebohrten Montageloch und Markierung zum Kürzen

…ergibt einen Wischer in der richtigen Länge 🙂

Jetzt musste ich nur noch den Wischergummi durch Aufbiegen und später wieder Zusammenbiegen der Halteklammern etwas nach vorne schieben und schon hatte ich einen passenden Wischer. Hier der Vergleich „alt-neu“:

scheibenwischer_neu_alt
Oben der alte, unten der neu angefertigte Wischer, noch ist der Wischergummi nicht vorgeschoben

Als Verbesserungsvorschlag könnte Bosch seine Kompatibilitätsliste ergänzen 😉

bosch_kompatibilitätsliste
Verbesserungsvorschlag an Bosch: Ergänzung der Kompatibilitätsliste 😉

Theoretisch ergibt eine Packung vier Wischer für die Leitra, das sollte eine Weile reichen… 🙂

Die erste Probefahrt auf den durch Erntemaschinen verschlammten Wirtschaftwegen, die hier im rheinhessischen auch als Radwege dienen und einen Teil meines täglichen Arbeitsweges mit der Leitra bilden, zeigt, dass der Wischer funktioniert und auch gegen Schlamm hilft:

leitra_nach_testfahrt_wischer
Leitra nach Testfahrt auf rheinhessischen Wirtschaft-Radwegen
ausschnitt_schlammscheibe_leitra
Der Wischer funktioniert! 🙂

Externer Link zu www.VeloVideo.de

Endlich raus aus dem Keller: Velomobil endlich fahrbereit! (Teil 4)

Nachdem durch die gebrochene Carbonfeder der Leitra (s. Blogpost vom 18.10.13) ans Fahren vorerst nicht zu denken war, hatte ich genügend Zeit, mich um die Elektrik zu kümmern. Da ich keine Elektriker bin, war das mit der ein oder anderen Verirrung verbunden, aber letztendlich klappte es so, wie ich mir das vorgestellt habe.

Um soweit wie irgend möglich konform zur StVZO zu sein, wollte ich ursprünglich einen Nabendynamo für die Versorgung von Licht und Blinkern einsetzen. Allerdings gab es  (Stand: 06/13) keinen Nabendynamo, der mit einer einseitigen Aufhängung für das Vorderrad eines Trike geeignet gewesen wäre. Ein Bekannter aus dem Velomobilforum hatte das elegant gelöst, in dem er einen zuschaltbaren Antrieb vom Kettenblatt zu einem Nabendynamo konstruiert hatte.
Zwischenzeitlich hatte sich jedoch die StVZO geändert; jetzt dürfen auch in Deutschland Batterie- bzw. Akkuleuchten am Fahrrad benutzt werden. Und da ich einen Akku ja wegen des Pedelec-Antriebs ja sowiso immer dabei habe, machte das die Sache für mich einfacher – dachte ich… 😉

philips_saferide
Philips SafeRide® BikeLight Pedelc 80 mit selbstgebasteltem Halter

Als Scheinwerfer sollte es der „Philips SafeRide® BikeLight Pedelec 80“ sein. Mit 80 Lux und der 7fachen Lichtleistung einer Standardlampe laut Hersteller zur Zeit einer der hellsten Scheinwerfer auf dem Markt. Außerdem sei er gezielt für Pedelecs konstruiert und kommt mit 6 bis 48 Volt Spannung klar. Für die Befestigung musste ich mir allerdings einen Halter aus Alublech selbst basteln.

Für die Heckbeleuchtung sollte es etwas schmales sein, allzuviel Platz bietet das Leitra-Heck ja nicht in der Breite. Nach etwas Suchen entschied ich mich für eine LED-Heck-leuchte aus dem Motorrad-Bereich und zwar das „Shin Yo LED-Rücklicht String“ von Polo, das mit einer Länge von 126mm und einer Breite von 10mm sowohl Rück- (mit 0,5 Watt Leistung) als auch Bremslicht (mit 1,5 Watt Leistung) und darüberhinaus auch eine StVZO-Zulassung bietet.

LED-Blinker, die zugehörigen Leistungswiderstände (auf deren Notwendigkeit explizit hingewiesen wird), ein Blinkerrelais und zwei Packungen sog. „Japan-Stecker“ für die Steckverbindungen kamen vom Motorradversender Louis dazu, kleine Kippschalter (vorsichtshalber je zwei) für Blinker bzw. Fahrlicht und je etwa 10m schwarzen und roten Draht von Conrad.

Die ganze Elektrik ist auf 12V ausgelegt, der Akku vom Pedelec-Antrieb liefert aber 36V. Praktischerweise bietet Elfei das Bosch und Müller E-Werk mit zum Akku passenden Stecker. Da Elfei außerdem eine Best-Price-Garantie anbietet, erhielt ich das E-Werk samt Stecker zum gerade gültigen „Straßenpreis“, und zwar ohne Diskussionen. So muss das sein!
Leider gab es dann doch etwas Verwirrungen: Zunächst war der passende Stecker nicht montiert, dann kam das Kabel zwar mit montiertem Stecker, aber mit einer nicht angeschlossenen Ader. Letztendlich folgte Elfei meinem Vorschlag, mir den passenden Stecker zu schicken und ich lötete ihn dann zusammen. Und das hat sogar geklappt, trotz meiner eingeschränkten Lötfähigkeiten. 😉

blinker_alt
Die alten Blinker mit 6V-Glühbirnen und aufgeklebten Reflexstreifen

Während des Hin- und Hersendens von Kabel und Stecker demontierte ich die alten 6V-Blinker von der Haube, entfernte die aufgeklebten Reflexstreifen (die SEHR gut hafteten) und spachtelte die Haube wo nötig, bis sie dann so aussah:

verkleidung_gespachtelt
Die gespachtelte Verkleidung

Als dann alle Teile da waren, wurde es ernst. Blinkerrelais und E-Werk montierte ich an die linke, obere Sitzstrebe. In dem Bild erkennt man auch recht gut die Sitzmatte von Ventisit, die es passgenau für die Leitra gibt und die einen nassgeschwitzen Rücken etwas vermindern soll.

montagepunkt_e-werk
E-Werk, Blinkrelais und wasserdichtem Spezialstecker von Elfei

Die Kabel zoge ich entlang der linken (Blinker links & Licht) bzw. rechten (Blinker rechts) unteren Strebe des Tretlagermastes. Die Kabelverteilung und die Schalter für Licht und Blinker brachte in je einer kleinen Abzweigdose aus dem Baumarkt unter und montierte sie auf der linken Seite an einer seitlichen Strebe.

schalter_und_stromverteilung
Stromverteilung und Schalter, montiert an der linken Sitzsstrebe.

 

Beim ersten Funktionstest klappte es wider Erwarten sofort: Allerdings nur, solange nicht gleichzeitig das Licht angeschaltet war und geblinkt wurde…
Nach etwas Überlegung und Rumgerechne stellte sich dann heraus, dass das E-Werk nicht genügend Ampère bereitsstellte: Die Leistungswiderstände waren das Problem, gemeinsam mit einem Blinker, Vorder- und Rücklicht „zogen“ sie einfach zuviel Strom. Nach ein bisschen Recherche probierte ich es statt der Widerstände mit je einem 2-Watt Kontrolllämpchen (heute weiß ich: Eine, richtig verkabelt, hätte auch gereicht…) je Blinkerstrang. Damit klappte es dann. Zunächst wollte ich die Kontrollämpchen als eben solche nutzen, aber 2 Watt sind ganz schön hell. 🙂 Deshalb liegen sie jetzt unter dem Sitz, sodass ich nicht „geblitzdingst“ werde. 😉

Die Blinker habe ich relativ weit oben rechts und links an die Verkleidung montiert (das Bohren hat einiges an Überwindung gekostet…) und die Kabel über den Luftkanal nach vorne zur „Nase“ verlegt.

akku_in_box
Der Akku ist mit Halter in der Heckbox montiert, das Alublech zur Verstärkung ist hier gut zu sehen.

Als schließlich von Carl Georg Rasmussen die neuen Carbonfedern (die auf Anhieb und problemlos passten) und die bestellte Heckbox kam, konnte ich auch das Licht am Heck und den Akku in der Box montieren.

Den Boden der Box habe ich vorsichtshalber auf der Unterseite im Bereich des Akkuhalters mit einem Alublech verstärkt.

Immer mal wieder zwischendrin habe ich versucht, die Leitra selbst zu folieren. Aber die Formen der Verkleidungsteile und meine „Folierkünste“ passten nicht zu meinem Wunsch, eine faltenfreie Leitra zu fahren. Also habe ich das Folieren von Hauptverkleidung, Heckbox und rechtem Seitenteil dann doch an einen Profi abgegeben. Dass mir das linke Seitenteil gut gelungen ist, war wohl eher Anfängerglück.

leitra_linke_unterverkleidung_foliert
Die linke Seitenverkleidung, selbst foliert. Ist wohl eher Anfängerglück gewesen…

Hier nochmal zum Vergleich ein paar „Vorher-Nachher-Bilder“:

01_leitra_vorher_vorne
Leitra vorher von vorne mit 6-Volt-Glühfadenlampe und -Blinkern
02_leitra_vorher_hinten
Leitra vorher von hinten, komplett offenes Heck
03_leitra_nachher_vorne
Leitra nachher mit LED-Scheinwerfer und
-Blinkern

 

 

04_leitra_nachher_hinten
Leitra nachher von hinten mit schmalem, senkrecht montiertem LED-Hecklicht

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

leitra_nachher_seitlich
Leitra von der Seite

 

 

Von der Seite kann man recht gut die Speichenreflektoren sehen, die ich noch montiert habe. Außerdem ist zu sehen, dass der Motor im Hinterrad kaum auffällt.

 

 

Hier noch ein Bild der Leitra bei Nacht von hinten, aufgenommen ohne Blitz.  Bemerkenswert finde ich die Leuchtkraft des Hecklichts mit nur 0,5 Watt!

leitra_bei_nacht
Leitra bei Nacht ohne Blitz

Und hier das ganze nochmal mit Blitz. Es ist gut zu sehen, dass die Speichenreflektoren auch nach hinten wirken. So sollte mich eigentlich niemand übersehen können.

leitra_bei_nacht_mit_blitz
Leitra bei Nacht mit Blitz

So vorbereitet beginnt für die Leitra in ihrem 19. Lebensjahr nochmal der Ernst des Lebens 😉

Externer Link zu www.VeloVideo.de

Endlich raus aus dem Keller: Velomobil endlich fahrbereit! (Teil 3)

Nach dem Einstellen der Spur (s. letzten Blogpost) lief die Leitra gefühlt etwas besser. Allerdings hat sich das bei der nächsten Fahrt ins Büro nicht in einem merkbaren Zeitgewinn niedergeschlagen.

Auf der Rückfahrt kam die Fuhre nach ca. 2/3 der Strecke beim Anbremsen einer Kurve auf einer Abfahrt von einer Rampe so beängstigend ins „schwänzeln“, dass ich doch mal nachschauen musste. Dabei habe ich dann gesehen, dass die Radschraube am linken Vorderrad verschwunden war und das Rad sich schon auf dem Achsstummel nach außen verschoben hatte!

In Ermangelung der passenden Ersatzschraube bin ich dann langsam weiter gefahren und habe alle paar hundert Meter angehalten um das Rad wieder auf die Achse und den Achsstummel wieder an seinen Platz zu schieben….

Zu Hause habe ich dann mal versucht, Ursachenforschung zu betreiben:

Beim Einstellen der Spur ist mir schon aufgefallen, dass sich die Radschrauben recht leicht rausdrehen ließen, in Fahrtrichtung links leichter als rechts. Deshalb hatte ich die Schrauben fester angezogen, hätte das aber nach ein paar Kilometern Fahrt nochmal kontrollieren sollen, denn auf meiner Strecke rüttelt es an manchen Stellen recht gewaltig.
Und ich hätte wohl bei der Montage doch besser etwas Schraubensicherungslack benutzen sollen.

Diese Schrauben und Scheiben sind an den Vorderrädern meiner Leitra als Radschrauben verbaut:

Klicke auf die Grafik für eine größere Ansicht Name:schraube1.jpg Hits:52 Größe:16,6 KB ID:47989
Radschrauben an meiner Leitra, ob die original sind?

Hier ein Bild der Unterseite der Scheibe:

Klicke auf die Grafik für eine größere Ansicht Name:schraube2.jpg Hits:53 Größe:17,6 KB ID:47990
Auf der Unterseite der Scheibe sind Laufspuren zu sehen

Der blaue Pfeil markiert die „Laufspuren“ auf dem „Innenring“ des Lagers, der rote Pfeil vermutlich die „Laufspur“ vom Lager selbst.

Meine Theorie, die ich nach Stöbern im Forum (u.a. hier) habe, ist folgende:
Die „Scheibe“ lag nach dem Anziehen der Schraube auf dem drehenden Teil des Lagers (mit rotem Pfeil markierte Laufspur) auf und hat, durch die Drehbewegung des Lagers in Fahrtrichtung, die Schraube gelöst. Da hätte dann vermutlich auch Schraubensiche-rungslack nicht lange gehalten.

Das bedeutet aber auch das die Schraube auf der anderen Seite wohl auch nicht mehr lange an ihrem Platz geblieben wäre. 🙁  Und die Rüttelei auf der Strecke hat dann ihr übriges getan…

Im Baumarkt habe ich mir dann sowohl ein paar neue Schrauben (nur deutlich längere) und Unterlagscheiben besorgt und habe bei der Montage darauf geachtet, dass die Schraube bzw. die Unterlagscheibe nur auf dem „Innenring“ des Lagers zu liegen kommt.  Vorsichtshalber habe ich noch einen Sprengring montiert und die Lage des Schraubkopfs mit Farbe markiert.

Auf der nächsten Fahrt schien alles in Ordnung. Auf der übernächsten Fahrt ins Büro passierte dann etwas anderes:

Beim Anbremsen einer Kurve schwänzelte die Leitra wieder, diesmal heftiger, und kurz darauf saß ich mit der rechten Seite auf dem Boden: Die rechten Carbonfedern waren gebrochen!

Klicke auf die Grafik für eine größere Ansicht Name:carbonfeder_leitra002.JPG Hits:40 Größe:74,0 KB ID:48248
Die untere Carbonfeder ist vorne…
Klicke auf die Grafik für eine größere Ansicht Name:DSCN0565.JPG Hits:45 Größe:34,5 KB ID:48249
…und hinten gebrochen

Zum Glück ist weiter nichts passiert.

Obwohl es nur ein paar hundert Meter bis nach Hause waren, war das Heimbringen der Leitra eine mühsame Sache: Ich habe sie rechts angehoben, so dass nur das linke Vorderrad und das Hinterrad noch Bodenkotakt hatten und habe sie so „zurückbalanciert“.

Nach einem Telefonat mit Mikus (dem deutschen Importeur der Leitra, www.leitra.de) ist die Ursache für den Federbruch die Belastung durch die Bremsen: An meiner Leitra sind nicht mehr die originalen, sondern die stärkeren Sturmey Archer-Trommelbremsen mit 90mm Durchmesser von einem der Vorbesitzer nachgerüstet worden. Eigentlich hätte man dann die Federn tauschen müssen, da die originalen Blattfedern der Belastung nicht gewachsen sind. Das wurde bei meiner Leitra aber offensichtlich nicht gemacht.

Leider hat Mikus keine Federn vorrätig, so dass ich Carl Georg Rasmussen (www.leitra.dk) angemailt habe. Ein paar Wochen später hatte ich Gelegenheit im Rahmen eins Stops der EuroTour 2013 (einer Tour verschiedener Velomobile durch Europa) an der Mosel mit Carl Georg Rasmussen persönlich zu sprechen. Es war ein sehr beeindruckendes Erlebnis, diesen ruhigen, bescheidenen und doch quirligen 78jährigen Dänen kennenzulernen, der vielen als „geistiger Vater“ der Velomobile gilt und der auf dieser Tour mehr als 3.000 km mit seiner Leitra zurückgelegt hat. Carl Georg versprach, mir verstärkte Federn zu laminieren, sobald er wieder zu Hause sein würde. Er würde sie mir dann zusammen mit der bestellten Heckbox zuschicken.

Da ich bis dahin mit der Leitra nicht fahren konnte, machte ich mich an die Montage der Elektrik…

Fortsetzung folgt…  Externer Link zu www.VeloVideo.de

 

 

Endlich raus aus dem Keller: Pedelec-Velomobil endlich fahrbereit! (1. Teil)

In letzter Zeit haben meine Posts etwas nachgelassen, aber dafür wird dieser hier etwas länger, denn Anfang Juni habe ich mir ein gebrauchtes Velomobil gekauft, damit ich auch bei schlechtem Wetter mit dem Rad fahren kann. Und die notwendigen (Renovierungs-) Arbeiten daran haben mich sehr beschäftigt. Aber der Reihe nach:

Ein Velomobil ist, vereinfacht gesprochen, ein Fahrrad (in der Regel ein Trike) mit Vollverkleidung, mit dem man auch bei schlechtem Wetter radeln kann. Im Januar wurde ich auf einer Fahrradmesse erstmals auf Velomobile aufmerksam. Und je länger der Winter dauerte, je mehr beschäftigte ich mich mit dem Thema. Denn in der lezten Saison hatte ich mich sehr an das Radeln ins Büro gewöhnt, und mir fehlte einfach was. Nach nächtelanger Recherche, vor allem im regen Velomobilforum, und der ein oder anderen Probefahrt war mir klar, dass es eine Leitra sein sollte, da mein Schwerpunkt vor allem auf Alltagstauglichkeit, Wetterschutz und Belüftung, weniger auf der höheren Geschwindigkeit gegenüber einem normalen Fahrrad liegt.

„Leitra“ steht für „Leichter individueller Transport“. Zu Beginn der zweiten Ölkrise in den späten 70er Jahren gründete der Däne Carl Georg Rasmussen die Firma „Leitra“ und entwickelte den Vorläufer der noch heute gebauten Leitra, die sich praktisch zum Urahn aller heute gebauten Velomobile entwickelte.

Da so ein Velomobil rund doppelt so schwer wie ein normales Rad ist, und ich rd. 200 Höhenmeter auf meinem Weg zur Arbeit bzw. nach Hause zurücklege, war mir von Anfang an klar, dass das Velomobil „elektrifiziert“ werden würde. Auch dafür eignet sich die Leitra ideal, da ich so von den gemachten Erfahrungen (hier, hier und hier)  mit der Nachrüstung des Elfei-Antriebs profitieren kann.

Nach der Entscheidung für das passende Velomobil stand ich vor den nächsten beiden Hürden: Ein Velomobil entsteht in 100%iger Handarbeit. Das bedeutet hohe Kosten (bei der Leitra ab ca. 7.000 €) und lange Lieferfristen (beid er Leitra ca. 6 Monate), beides hohe Hürden. Dazu kommt, dass gebrauchte Leitras auf dem (überschaubaren) Markt kaum vorhanden sind.

Anfang Juni jedoch war mir Fortuna hold und ich konnte bei Ebay günstig eine gebrauchte Leitra ersteigern. Die Leitra selbst stand mit pulverbeschichteten Rahmen, komplett neuem Kurbeltrieb, neuen Reifen (Maxxis Hookworm) und Felgen praktisch wie neu da:

Bild Leitra ohne Verkleidung
Leitra, noch ohne Verkleidung

Die Fahrgestellnummer „LC03G“ ergab nach Nachfrage bei Carl Georg Rasmussen, dass die Leitra 1994 gebaut wurde. Alle Leitra werden praktisch „auf Maß“ gefertigt werden und glücklicherweise „passte“ mir die Leitra!

 

 

Da der Vorbesitzer die Verkleidung jedoch nicht montiert hatte, war diese nach jahrelangem Liegen in einer Ecke in einem nicht ganz so guten Zustand:

Vekleidungsteile
Verkleidungsteile, beschriftet

Auf dem Bild habe ich die Verkleidungsteile mal beschriftet, später stellte sich heraus, das wesentliche Teile für die Gestaltung der Heckpartie fehlten. Zum Glück konnte ich aber passende Neuteile bei Carl Georg Rasmussen nachordern.

 

 

Doch zunächst ging es an die Montage des Pedelec-Antriebs. Dabei habe ich mich für den bei mir bewährten Bausatz von Elektrofahrrad-Einfach entschieden, diesmal in der Version „V2″ mit LCD-Display und zusätzlichen Verlängerungsstücken für das Tretsensorkabel und das Display, sowie eingespeichtem 20“-Hinterrad. Da ein Velomobil schwerer als ein Fahrrad ist habe ich mich dafür entschieden, einen 24“-Motor in eine 20“-Felge einspeichen zu lassen. Dadurch erreiche ich ein höheres Drehmoment am Berg; das frühere Abregeln (bei ca. 23 km/h) in der Ebene nehme ich dabei in Kauf, da man nach etwas Eingewöhnungszeit mit dem Velomobil sowieso eher schneller als 25 km/h unterwegs sein soll.

Der Einbau selbst gelang recht problemlos, nur die Befestigung des Tretsensors stellte mich vor eine Herausforderung.

Trittsensor und -magnete montiert
Tretsensor am Tretlager und Magnete in den Nieten des Kettenblatts montiert

Letztendlich habe ich, wie schon beim Centurion, die Magnete in die Kettenblattnieten eingelegt und den Sensor in der Nähe des Kettenblatts montiert.

 

 

 

 

Motor_eingebaut
Eingebauter Felge mit Motor

 

 

 

Der Motor selbst passt mit etwas Biegen (es handelt sich um einen Stahrahmen…) recht gut.

 

 

 

 

Ausschnitt_Motor_eingebaut
Der Pfeil zeigt das Problem

 

 

Jedoch kann ich jetzt leider den letzten Gang des verbauten Schraubkranz (Shimano MFTZ21, Abstufung : 14-28) nicht nutzen, da die Schraube der Gepäckträgerstrebe (s. Pfeil) die Kette blockieren würde. Gut, dass man die Schaltung entsprechend justieren kann, damit das nicht passiert.

 

Heckansicht_mit_Akku_ohne_Verkleidung
Bereit für die erste Probefahrt!

 

 

 

Für die ersten Probefahrten, noch ohne Verkleidung, hatte ich das LCD-Display und die Gummitaster mit einem BarXtender von Topeak am „Überrollbügel“ der Leitra und den Akku (mangels Heckbox) vorerst provisorisch mit einem Holzbrett und vielen Kabelbindern am Heck montiert.

 

Die ersten Fahrten waren zunächst sehr ernüchternd, denn die Unterstützung des Motors hing sehr von der Drehzahl sprich Kadenz ab. Ein Blick ins Forum von Elektrofahrrad-Einfach.de brachte die Lösung: Ich musste mehr Magnete ins Tretlager bringen. Gut, dass ich vom Umbau des Centurion noch die alte Magnetscheibe hatte! Ein kurzer Griff zur Säge und ich hatte passende Magnete in ausreichender Menge. Nach etwas fummeliger Montage (die Magnete sind, im Gegensatz zu den erhältlichen für die Montage im Hollowtech-Tretlager, flacher) zauberte die Leistungsentfaltung des Motors dann das erhoffte Grinsen in mein Gesicht.

Ups, der Blogbeitrag ist dann doch recht lange geraten. Deshalb folgt der weitere Werdegang der Leitra im nächsten Beitrag.Externer Link zu www.VeloVideo.de