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Saisonrückblick 2012, 3. Teil: Ein Rucksack für den Stromer

Wie angekündigt geht es im dritten Teil meines Saisonrückblicks 2012 um den Radrucksack Vaude „Cycle 28“.

Obwohl ich auf meinen Pendlerfahrten ins Büro im Jahr 2012 nur einmal im Regen heimfahren musste (vgl. Blogeintrag „Stromer macht Freischwimmer“) gehören Regensachen immer ins Gepäck. Dazu noch zwei 1,5l PET-Flaschen mit Wasser etwas Verpflegung, damit ich den Bürotag „überstehe“ und Montags bzw. Freitags Hose und Schuhe zum Wechseln.  Da wurde es schnell eng in meiner bisher benutzen Tasche. Meine Ortliebs haben jedoch das Problem, dass sie keine Taschen für Kleinteile wie Handy, Geldbörse, Schlüssel usw. habe, und so musste ich nach einer anderen Lösung schauen.

Ein Rucksack wäre ideal, jedoch beginnt mein Rücken schon bei der bloßen Erwähnung des Wortes zu schwitzen und mein Ziel ist es ja, gerade nicht verschwitzt im Büro anzukommen. Fahrradtaschen sind aber auf dem Weg vom Radparkplatz zum Büro meist recht unbequem zu tragen. Ideal wäre also eine Mischung aus beidem.

Zufällig stieß ich im Urlaub auf genau diese Mischung: Der Radrucksack Vaude „Cycle 28“ lässt sich in wenigen Sekunden vom Rucksack

Cycle_28_als_Rucksack in eine Packtasche verwandeln Cycle_28_als_Packtasche .

Die Rückseite mit dem Abspanngummi und dem „Quick Mount und Release-Befestigungssystem“ (QMR-System) ist mit einem umlaufenden Reißverschluss an der Tasche befestigt und lässt sich einfach in der Bodenklappe des Rucksacks verstauen. Der Vorgang selbst benötigt etwas Übung und gelingt nach meiner Erfahrung am besten, wenn der Rucksack auf dem Boden liegt. Deshalb habe ich meist eine Zwischenlösung gewählt: Öffnet man den Reißverschluss nur etwa zur Hälft kann man einen Trageriemen herausnehmen und den Rucksack relativ bequem über der rechten Schulter tragen:

Cycle_28_Tragriemen_rechts

Dabei stört das QMR-System zwar ein wenig, für kurze Strecken ist es jedoch ok.

Apropos Tragekomfort: Zwar sind am Rücken des Rucksacks gepolsterte „Abstandshalter“ vorgesehen, jedoch ist der Tragekomfort für längere Strecken, auch mit beiden Riehmen, auf Grund der geringen Polsterung derselben eher gering. Auch wäre ein abhehmbarer Hüfttragegurt hilfreich, jedoch muss man immer bedenken, dass dieser Rucksack ein Kompromiss darstellt und nicht für längere Wanderungen gedacht ist. Die Eigenschaften als Fahrradtasche standen wohl höher im Lastenheft der Entwickler.

Das QMR-System (im Lieferumfang sind mehere Einsätze zum Anpassen an verschiedene Rohrdurchmesser am Gepäckträger enthalten) hält die Tasche, in Verbindung mit dem Abspanngummi mit Haken, sehr stabil am Gepäckträger des Rades. Zumindest wenn die Rändelschraube der Hakenverstellung weit genug in die Widerlagerplatte am Verstellmechanismus greift:

rucksack_haken

Mein Exemplar ist mir zweimal während der Fahrt einseitig vom Träger gefallen. Und es ist eine üble Frickelei, bis das Gewinde des Hakens wieder greift. Letztendlich hat ein wenig Schraubensicherungslack das Problem für den Rest der Saison behoben.

Auch wenn ich zu Beginn etwas Zweifel an der Haltbarkeit der vernieteten Befestigung des QMR-Systems am Rucksack selbst hatte, wurden diese bisher nicht bestätigt; auch mit ca. sechs Kilo Gepäck hält es die Tasche sicher.

Der Rucksack selbst ist in zwei große Haupt- und zwei etwas kleinere Nebenfächer aufgeteilt. Das hintere Hauptfach ist als gepolsterte Laptoptasche ausgeformt, die beiden Zipperenden lassen sich per Druckknopfverschluss verbinden.

Das vordere, geräumigere Hauptfach verfügt über eine mit einem Gummizug abgeteilte Innentasche, die über die gesamte Breite und etwas mehr die Hälfte der Höhe reicht. Im oberen Bereich des gleichen Hauptfachs befindet sich eine weitere mit einem Zipper abgeteilte Tasche.

Außen auf die Haupttasche aufgesetzt befinden sich zwei weitere kleinere Taschen, die jeweils mit einem Reißverschluss verschlossen werden. Die obere Tasche ohne Unterteilung ist ideal für Kleinkram, die untere Tasche mit zwei Abteilungen und einem Schlüsselring gut als Aufbewahrungsort für Geldbörse und Schlüssel geeignet. Außerdem befindet sich in dieser Tasche noch eine weitere, im Futter eingearbeitete Tasche, die ebenfalls mit einem Reißverschluss verschlossen wird. In dieser Tasche hatte ich zunächst mein Mini-Werkzeugset verstaut. Allerdings zeigten sich schon bald erste Scheuerstellen,

rucksack_scheuerstellen

so dass sich diese Tasche wohl eher für weichere Gegenstände eignet.

An den Seiten des Rucksacks finden sich zwei praxisgerecht befestigte Kompressionsriemen, darunter jeweils ein oben offenens Einsteckfach. Zwischen Haupt- und Laptopfach ist ein stabiler Tragegriff vernäht.

Die im Lieferumfang enthaltene Regenhülle hat meine Tasche erfolgreich vor drohender Überflutung bewahrt, wobei Stoff (210 D Baby Ripstop Polyamid PU-beschichtet/ 600 D Polyester PU-beschichtet) und Verarbeitung der Zipper den Inhalt der Tasche sicher auch bei einem kleinen Regenschauer trocken halten.

Für Fahrten bei Dunkelheit wünsche ich mir etwas mehr Reflexmaterial am Rucksack, die Verteilung an der unteren rechten und linken Ecke sowie in der Mitte unten erscheint mir zwar praxisgerecht, aber etwas sparsam:

rucksack_reflex

Das Gesamtvolumen des Rucksacks ist mit angegebenen 28 Litern für meine Zwecke voll und ganz ausreichend, eine Version mit 22 Litern Volumen ist auch noch erhältlich.

Vorteile:

– Fahrradtasche und Rucksack in einem
– viele geräumige Taschen
– insgesamt vertrauenserweckende Verarbeitung
– praxigerechtes im Lieferumfang enthaltenes Zubehör (Regenhülle, div. Einsätze zum Anpassen des QMR-Systems)
– stabile Reißverschlüsse

Nachteile:

– Befestigungsschrauben der QMR-Haken etwas zu kurz
– Außengewebe scheuert schnell durch (ggf. Anwenderfehler)
– eingeschränkter Tragekomfort als Rucksack (Konzeptbedingt)

Fazit:

Ich kann den Radrucksack Vaude Cycle 28 jederzeit weiterempfehlen. Als Symbiose zwischen Rucksack und Fahrradtasche ist er ideal für alle, die ungern mit Rucksack auf dem Rad unterwegs sind und trotzdem ihre Untensilien über kürzere Strecken zu Fuß relativ bequem transportieren wollen.

Fortsetzung folgt…

Saisonrückblick 2012, 2. Teil: Freeload & Erhöhung der ungefederten Massen ;-)

Beim  zweiten Teil meines Saisonrückblicks 2012 geht es um ein Zubehörteil, nämlich den Freeload-Träger:

Den Träger hatte ich mir seinerzeit auf Grund der Erfahrungen auf der Froschradweg-Tour gekauft, um an der Federgabel des „Laubfrosch“ Carver Pure 150 Gepäck transportieren zu können.

Ich hatte mich aus Kostengründen für die preiswertere Variante mit dem Sportsdeck entschieden, da man auch dort die Ortliebs prima einhängen kann.

Durch das flexible Befestigungssystem mittels Spannbändern und Ratschenverschlüssen sowie die im Lieferumfang

Lieferumfang_Freeload enthaltenen Distanzstreben kann man den Träger entweder

an der Federgabel Freeload_an_Gabel_montiert oder an der Schwinge Freeload_Montagepunkt_Centurion eines Fullys befestigen.

Der Träger hat sich auf zig Kilometern bisher prima bewährt, die Ratschebefestigung Freeload_Montagepunkt_Gabel hält bombenfest und die „Um-Montage“ ist jeweils in wenigen Minuten erledigt.

Natürlich sollte das Gepäck nach Möglichkeit zu den gefederten Massen gehören,  aber, nun ja… 😉

Im Laufe der Saison wurde mir meine Büro-Packtasche für die Fahren ins Büro dann doch zu klein, und so habe ich mir den Fahrradrucksack „Cylce28“ von Vaude (dem widme ich mich im dritten Teil des Saisonrückblicks)  zugelegt.

Doch jetzt trat ein Problem auf, das ich so nicht bedacht hatte: Durch den kurzen Hinterbau des Centurion muss ich den Rucksack recht weit hinten positionieren, so dass dieser z.B. bei Bodenwellen unkontrolliert zu schwingen begann und damit Unruhe in die Fuhre brachte. Dabei kam er manchmal noch mit den Speichen in Berührung, was am Rucksack auch schnell Spuren hinter- rucksack_und_speiche und mich auf Abhilfe sinnen ließ.

Nach einigen Experimenten mit selbstgebastelten Abstandshaltern, die nicht wirklich was brachten, legte ich mit die sog. „Pannier-Frames“ von Freeload zu. Es handelt sich dabei um zwei Bügel, die, rechts und links amTräger montiert, Gepäck auf Abstand zum Laufrad halten. Leider können diese Bügel nicht an das Sportsdeck montiert werden, so dass ich mir also doch noch das Touringdeckzulegen musste…

Montiert sieht das so aus: pannier_frame_montiert

Die Montage ist selbsterklärend und schnell erledigt, und auch hier ist das Konzept so flexibel, dass die Frames wohl auch an alle denkbaren Montagepunkte angepasst werden können. Die mitgelieferten Schrauben sind aus Edelstahl, die Frames selbst aus Kunststoff, der einen sehr soliden und stabilen Eindruck macht. Die Passgenauigkeit ist hervorragend, alles macht einen sehr wertigen Eindruck.

Der Rucksack (oder auch andere Taschen) kann jetzt nicht mehr mit den Speichen in Berührung kommen, was bei Holperstrecken sowohl Fahrzeug als auch Fahrer enorm beruhigt 🙂

Zum Vergleich hier noch einmal

vorher…
rucksack_ohne_pannier

…und nachher:
rucksack_mit_pannier

Während aller seit der Montage gefahrenen Kilometer kam es nur zu einer Panne: Wohl auf Grund der ständigen Bewegungen des Trägers (immerhin ist er ja an einem schwingenden Bauteil montiert) löste sich eine der Schrauben und machte sich irgendwo unterwegs auf und davon. Die hier war’s:

schraube-vermisst Falls irgendwer also unterwegs von einer einsamen 6er-VA-Schraube nach dem Weg nach Haus gefragt wird… 🙂

Zum Glück hielt der Träger trotzdem, so dass es zu keinem Unfall kam und ich das Malheur erst am Ziel bemerkte. Danach habe ich alle Schrauben mit Sicherungslack montiert und seit dem blieben sie alle dort, wo sie hingehören.

Trotz dieses „Systemfehlers“, der jedoch schnell und preiswert behoben werden kann, bin ich hochzufrieden mit dem Freeload-Träger.

Fortsetzung folgt…