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14.000 km & eine verstellte Spur

Es ist Urlaubs- und Feiertagszeit und dazu kamen noch ein paar Termine, bei denen ich nicht mit dem Orca ins Büro pendeln konnte. So habe ich erst in der letzten Woche die 14.000 km voll gemacht: 🙂

tacho_orca_14000kmKurz zuvor bin ich auf dem Heimweg aus Unachtsamkeit mit dem rechten Vorderrad gegen eine hohe Borsteinkante gedonnert und hatte danach das blöde Gefühl der Orca würde gar fürchertlich nach rechts ziehen.

Nun, nach dem Schlag auf’s Rad wäre es auch kein Wunder, wenn die sich die Spur verstellt hätte. Ich muss draußen Schrauben und so ist es ganz praktisch, das es zur Zeit schon lange hell ist. Also habe ich am gleichen Abend noch das Wielspoormeter ausgepackt und mich ans Kontrollieren der Spur gemacht. Was dabei zu beachten ist habe ich hier beschrieben.

Dank des pfiffigen Werkzeugs stellte sich schnell heraus, dass die Spur tatsächlich verstellt war: Und zwar um einen Zentimeter.  🙂

Im Vergleich zu den vier Zentimetern vom ersten Einstellen im September 2014, den seither damit gefahrenen Kilometern und der Begegnung mit dem „Monstergully“ im März 2015 deutet das auf ein sehr stabiles fahrwerk hin.

Aber nach dem Spureinstellen scheint er wieder etwas fixer zu laufen und die weniger verbrannten kcal auf meiner täglichen Strecke scheinen das zu bestätigen.

Und komme mir jetzt niemand mit dem Thema „unwissenschaftlich“ 🙂

„Spurhalteassistent“ für`s Velomobil ;-)

Auf meinen ersten Fahrten mit dem Orca hatte ich oft Reifenprobleme: Drei „normale“ Platten und ein spektakulärer (was die Geräuschentwicklung anging) Reifenplatzer bei über 30 km/h bergab! Dabei blieb der Orca aber sehr gutmütig und das Anhalten war problemlos möglich. Seit diesem Platzer habe ich, zusätzlich zu zwei Reserveschläuchen, immer einen Reservereifen (Schwalbe Tryker in Faltversion) dabei. 🙂

Alle Platzer waren vorne rechts, was mir zwar zu denken gab, woraus ich aber zunächst nicht die richtigen Schlüsse zog.

Bei meiner ersten 100km-Tour hatte ich an einer starken Steigung bergauf einen weiteren Platten vorne rechts. 🙁
Zu dem Zeitpunkt hatte ich noch Kojaks montiert und der Reifen sah so aus:

kojak_durchgerubbelt_klein
Durchgerubbelter Kojak: Dem Schlauch kann man nun wirklich nicht verübeln, da aufgegeben zu haben…

Ich dachte an einen Bremsplatten, aber so stark musste ich nun doch nicht bremsen. Aus dem Velomobilforum kam schnell die Diagnose „Spur verstellt“. Aber da der Orca gut rollte (zumindest im Vergleich zur Leitra) hatte ich eher die Kojaks in Verdacht, zu denen ich eh nicht so das richtige Vertrauen hatte.

Deshalb habe ich dann einfach rundrum Schwalbe Marathon Plus montiert…und hatte nach rd. 600km komplett abgefahrene Reifen vorn! Hmpf! Also war wohl doch die Spur verstellt, hätte ich wohl doch besser auf`s Forum gehört, das hätte mir ca. 60€ für die beiden Marathon Plus gespart!

Nach etwas Recherche fand ich heraus, dass  das „wielspoormeter“ von Velomobil.nl auch zum Orca passt! Prima und vor allem mit 30€ preiswert!

Es kam noch besser: Meine Hoffnung, damit die Spur schnell und einfach einstellen zu können, erfüllte sich. 🙂

Und das geht so:

„Wielspoormeter“ ans Vorderrad anlegen…

"Wielspoormeter" angelegt
„Wielspoormeter“ angelegt

… und zwar so, dass der nicht verstellbare Dorn am Felgenrand anliegt.

Nicht verstellbarer Dorn liegt am Felgenrand an
Nicht verstellbarer Dorn liegt am Felgenrand an.

Der verstellbare Dorn wird jetzt so eingestellt, das er gerade so, ohne das Rad zu verstellen, am anderen Felgenrand anliegt:

Verstellbarer Dorn liegt am anderen Felgenrand an.
Verstellbarer Dorn liegt am anderen Felgenrand an.

Dann misst man die Länge des Gewindes zwischen Felgenrand und Rand des „wielspoormeter“.  Da man das bei mit dem Fahrer belasten Velomobil messen sollte, ist eine zweite Person sehr hilfreich. 🙂

Das gleiche Prozedere wiederholt man jetzt mit dem hinteren Felgenrand. Die Abstände, also die Länge des Gewindes, sollten identisch sein, damit die Reifen parallel stehen.

Sind sie es nicht, wird an der Spurstange, an der man zuest die Konterverschraubung gelöst hat, die Verschraubung so lange verändert, bis die Position passt.

Bei meinem Orca Betrug die Differenz vorn zu hinten fast 4 cm!

Wichtig: Danach wird die Kontermutter wieder gut angezogen, nicht damit sich die Spur von ganz alleine wieder verstellt!

Mittlerweile bin ich ca. 2.500 km gefahren, die Marathons werden gleichmäßig abgefahren, der Orca rollt noch besser und von Platten blieb ich seitdem verschont.

Oh, stimmt nicht: Einen „schleichenden“ hatte ich noch, aber daran war ein defektes Ventil (bzw. die Einvulkanisation desselben) Schuld.

Merke: Auf die Spur achten spart Kraft, Geld und Zeit!

 

 

 

Ein Dank an Otto Röhm, oder: Neue Seitenscheiben für die Leitra

Die Verkleidung meiner Leitra hat ja schon ein paar Jahre auf dem Buckel. Diese Verkleidung hat, im Gegensatz zu manchen anderen, eine Frontscheibe aus Sicherheitsmineralglas, die Seitenscheiben bestehen aus Acrylglas. Der Bereich, in dem die Glasscheibe die Acrylglasscheiben überlappt, ist recht knapp, so dass es da schon mal ein bisschen reinzieht, und die Jahre haben dann doch einige Kratzer auf den Seitenscheiben hinterlassen:

Seitenscheibe, verkratzt
Hier sind die Kratzer auf der rechten Seitenscheibe gut zu sehen.

Deshalb habe ich mich entschlossen, die Seitenscheiben im Rahmen der „1.000 km-Inspektion“ zu erneuern. Erste Erfahrungen habe ich schon gesammelt: Die Seitenteile (bei den meisten anderen Leitras aus PVC-Gewebe) habe ich mir ebenfalls aus Acrylglas angefertigt.

Dank Otto Röhm (1876-1939, Erfinder des Acrylglases), ist das recht einfach, da sich das Acrylglas (zumindest in der Stärke, die ich für die Scheiben brauche 😉 ) leicht mit der Schere verarbeiten lässt. 🙂

Die alten Scheiben habe ich dazu ausgebaut, auf das neue Arcylglas gelegt, mit einem Filzmarker die Form der Scheibe und die Position und Größe der Befestigungslöcher angezeichnet…

seitenscheibe_vorgezeichnet
Hier ist die neue Seitenscheibe, bereit zum Ausschneiden.

…und mich mit der Schere an die Arbeit gemacht.

An der Vorderseite habe ich ca. 2 cm Material zugegeben, um den „Überlappungsbereich“ zu vergrößern. Die Löcher habe ich mit einem handelsüblichen Stahlbohrer gebohrt, dabei habe ich mit wenig Druck und viel Drehzahl gearbeitet: Auf dieses Weise wird das Acrylglas schön warm, die Ränder werden beim Bohren „verschmolzen“ und es entstehen keine Risse oder milchigen Stellen um die Bohrstellen herum.

Am längsten hat dabei noch die Demontage bzw. Montage der Scheiben gedauert: Die vielen Schräubchen zu lösen und wieder fest zu ziehen ist eine Arbeit, die sich besser zu zweit erledigen lässt. Außerdem habe ich erst eine Scheibe komplett demontiert, erneuert und montiert, danach die andere. Auf diese Weise musste ich das Kopfteil der Verkleidung nicht komplett abschrauben. 🙂

Das Ergebnis ist, wie ich finde, überzeugend:

seitenscheiben_neu
Hier ist die neue Seitenscheibe schon eingebaut; das Ergebnis überzeugt.

Jetzt bin ich mal gespannt, wie lange es dauert, bis die ersten Kratzer wieder drauf sind. 🙂

Eigentlich war dieses Wochenende geplant, die Leitra wieder in Betrieb zu nehmen. Jedoch kam mir wieder mal etwas dazwischen 🙁 So wird es wohl eher nächstes Wochenende werden: Ich will noch die Schaltung des Zwischengetriebes gangbar machen und die Spur muss auch noch kontrolliert werden. Und ausserdem will ich noch eine Feststellbremse einbauen um die Lösung mit dem Kabelbinder zukünftig zu umgehen. Mal sehen, ob das klappt…Externer Link zu www.VeloVideo.de

Endlich raus aus dem Keller: Velomobil endlich fahrbereit! (Teil 2)

Wie in Teil 1 dieses Blogpost schon gesagt, habe ich in den letzten drei Jahren drei Fahrräder mit dem Umbausatz von Elektrofahrrad-einfach.de zum Pedelec umgebaut. An der Leitra montierte ich bereits den dritten Umbausatz für das Hinterrad mit dem Flaschenakku von Elektrofahrrad-einfach.de.

Im Vergleich zum ersten Kit sind bei jedem späteren diverse Verbesserungen eingeflossen, woran man merkt, dass das Produkt beständig weiterentwickelt wird.

Besonders praktisch sind bei dieser, „V2“ genannten, Entwicklungsstufe des Umbausatzes meiner Meinung nach folgende Punkte:

  • geteilte Sensorscheibe erleichtert grds. die Montage
  • durch Änderungen am Controller sind keine Microschalter in den Bremsen mehr erforderlich um beim Bremsen den Motor abzuschalten. Dadurch können die vorhandenen Bremsen samt Griffen (besonders praktisch bei Scheibenbremsen) beibehalten werden
  • kleinere Steckerverbindungen als beim vorherigen Bausatz
  • Trittsensor ist auf einer kleine Wippe montiert, was die Justage sehr vereinfacht
  • Fünf Unterstützungsstufen erlauben eine feinere Anpassung als noch beim ersten Umbausatz mit nur drei Unterstützungsstufen.

Ingesamt ist der Umbausatz nochmals leichter zu montieren. Jedoch ist ein Nachteil bei Verwendung des LCD-Displays (hier bereits beschrieben) geblieben: Beim Abschalten des Systems (zum Beispiel bei einem Zwischenhalt) wird die Tageskilometeranzeige wieder auf null gesetzt. Das ist besonders schade, da deshalb dann doch wieder ein zusätzlicher Fahrradtacho montiert werden muss (näheres dazu später), obwohl das formschöne Display eigentlich alle wichtigen Informationen bietet:Display des Elfei-Antriebs

  • Uhrzeit
  • Akkufüllstandsanzeige
  • gewählte Unterstützungsstufe
  • momentan gefahrene Geschwindigkeit
  • Gesamtkilometer
  • Maximalgeschwindigkeit (nach Umschalten)
  • Durchschnittsgeschwindigkeit (nach Umschalten)

Außerdem kann das Display auf Knopfdruck in drei Stufen beleuchtet werden.

Eine Besonderheit gilt es noch bei der Montage des Trittsensors zu beachten: Wird er anders als vorgesehen (nämlich mit „Kopf nach unten“ am Sattelrohr) montiert, dreht der Motor rückwärts…

Genau das war bei mir nämlich der Fall: An der Leitra ist ein Kurbelsatz von Mavic verbaut, für den ich nicht das passende Demontagewerkzeug habe. Daher habe ich die Magnete im Zahnkranz montiert. Die erste, optisch richtige und schöne Einbaulage des Trittsensors führte dann dazu, dass der Motor nur beim Rückwärts drehen der Kurbel, und dann auch noch rückwärts drehte. Es hat mich einige Fingerverrenkungen gekostet, den Sensor so mit Kabelbindern zu fixieren, das er richtig herum montiert ist, und der Motor in die richtige Richtung unterstützt:

Nahaufnahme Trittsensor
Nahaufnahme Trittsensor, in passender Ausrichtung montiert

Nachdem das Problem gelöst war, konnte ich die erste Probefahrt kaum mehr erwarten. Obwohl ich an der Verkleidung noch nichts gemacht hatte, musste ich einfach die Strecke ins Büro testen. Alle Meinung im Velomobilforum zur Eignung der Strecke für ein Velomobil waren positiv, doch war das bisher alles nur Theorie. Würde die Praxis anders aussehen? Am nächsten Tag, einem mit ca. 34 Grad Celsius sehr heißen Sonntag, ging es nachmittags los:

Leitra mit unrestaurierter Verkleidung
Leitra mit noch unrestaurierter Verkleidung

Die Testfahrt brachte folgende Ergebnisse:

  1. Die Leitra klappert wie ein Sack Nüsse 😉
  2. Sie ist ein Hingucker „par excellence“
  3. Alle Knackpunkte wie „Drängelgitter“, enge Kurven, Ampeltaster oder Brückenüberquerungen erwiesen sich als „Leitra-tauglich“ 🙂
  4. Die Akkuleistung reicht für den Hin- und Rückweg 🙂
  5. Ich brauchte ca 10 Minuten mehr Zeit für die gleiche Strecke 🙁

Die Enttäuschung war groß, ich hatte gehofft, zumindest genauso schnell wie mit dem „normalen“ Pedelec zu sein und den gesamten Rückweg grübelte ich, woran das legen könnte. War es die ungewohnte Sitzposition? Oder die hohen Temperaturen? Lag es an der fehlenden Heckverkleidung? Oder doch an der Strecke? Kaum zu Hause und ein wenig erholt, fand ich im Velomobilforum eine mögliche Ursache: Die Spur könnte verstellt sein!

Prinzipiell sollten die beiden Vorderräder eines Trikes (das die Leitra ja als Basis hat)  parallel zum Hinterrad stehen. Ist dies nicht der Fall, stehen die Räder also z.B. V-förmig nach innen oder nach außen, entsteht ein erheblich höherer Rollwiderstand als nötig, was in einem größeren Kraftaufwand und/oder verringerter Geschwindigkeit resultiert. Das musste ich unbedingt ausprobieren. Beim Blick in den Keller fand ich ein U-Profil aus dem Trockenbau und zwei lange Holzlatten. Daraus entstand das hier:

Spureinstellung
Provisorische Hilfe zur Spureinstellung

Das Hinterrad passt fast genau in das U-Profil, die beiden Latten habe ich jeweils an die Innenseite des Rades angelegt, U-Profil und Latten liegen vorne an einer geraden Wand an. Dabei soll Abstand 1 und Abstand 2 idealerweise identisch sein.  Aber: Die Ausrichtung der beiden Holzlatten zeigt V-förmig nach innen, aha!

Über die Gewinde in den Schubstangen der Lenkung ist der Abstand der Räder einzeln korrigierbar. Nach einigem Schrauben und Messen stellte ich dann fest, dass meine Leitra in Fahrtrichtung rechts ca. 1,5 cm breiter ist als links und deshalb der Abstand nie gleich sein kann. Wenn sich jedoch Abstand 1 über die gesamte Länge der Holzlatte nicht verändert und sich das bei Abstand 2 genauso verhält, sollte die Spur doch trotzdem parallel sein, oder?

Die folgende Probefahrt zeigt, das die Leitra spürbar leichter läuft! Jetzt sieht das bei der Fahrt ins Büro bestimmt anders aus!

Fortsetzung folgt.Externer Link zu www.VeloVideo.de..