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Saisonrückblick 2012, Teil 1: 1.400km Pendelverkehr

Wenn ich so aus dem Fenster schaue komme ich nicht umhin festzustellen, dass zumindest meine Radsaison praktisch so gut wie beendet ist. Die morgendliche Kälte macht mir zu schaffen, und so werde ich dieses Jahr wohl nicht mehr mit dem Rad ins Büro fahren.

Deshalb beginne ich schonmal mit meinem Saisonrückblick für 2012.

Im Jahr 2011 bin ich an 13 Tagen mit dem Stromer zur Arbeit gefahren, 2012 kamen erstaunlicherweise 28 Fahrten zusammen! Das ergibt eine Strecke von 1.400 km und ca. 112 l ersparten Sprit. 🙂

An erstaunlicherweise nur einem der 28 Tage hat mich auf der Heimfahrt ein anhaltender Regen begleitet, auf diese Weise konnte sich dann meine Regenklamotten beweisen.

Die Rechnung, ob der Umbau sich finanziell gelohnt hat oder nicht, lasse ich dieses Jahr einfach beiseite. Denn zum einen hat das Radeln enormen Spaß gemacht, und ohne den Umbau hätte ich das nie erlebt. Zum anderen hat sich meine Fitness verbessert und zum dritten kam ich sowohl im Büro als auch zu Hause wesentlich entspannter an, diese Faktoren kann man einfach nicht berechnen. Und zum vierten schlagen die Kosten für das Umspeichen des Motors in eine 26“-Felge durch das Umrüsten des Centurion mit 80,80€  € noch in die Kosten. Der Defekt des Akkus im Juni schlug sich jedoch dank der Kulanz von Elfei nicht negativ auf die Bilanz nieder.

Die Entscheidung, den Pedelc-Umbausatz vom Giant auf das Centurion-Fully „umzuschrauben“ hat sich als goldrichtig herausgestellt. Der Federungskomfort und damit der Fahrspaß ist tatsächlich wesentlich höher und hat sich sogar nach Montage der Conti Speed-King noch verbessert – auch wenn der Stromer jetzt fast wie ein Unimog klingt. Wobei: Das kaschiert auch ein bisschen das Summen des Antriebs.. 😉

Fortsetzung folgt…

Undokumentierte Funktion und „Feintuning“ am Elektrik-Trek

Heute ist mir zufällig beim Rumspielen am Taster eine nützliche Funktion aufgefallen, die ich nicht in der Dokumentation gefunden habe:

Drückt man bei aktiviertem System länger auf die „Pfeil-nach-unten-Taste“ wird die Schiebehilfe aktiviert! Und zwar so lange, wie man den Finger auf der Taste lässt. 🙂

Das finde ich hochpraktisch, denn so kann man sich den Schalter der Schiebhilfe sparen, der, im Falle des Trek wegen des konischen Lenkers, zu chronischem Platzmangel am Lenker führt!

Im letzten Beitrag habe ich ja geschrieben, dass ich nicht wirklich zufrieden mit dem Stecker am „Lenker-Controller“ bin.  Der ist übrigens eingefügt, damit man ohne große Probleme ein längeres Kabel (z.B. für ein Tandem) einbauen kann. Nachvollziehbar, aber trotzdem stört mich die Optik. Deshalb habe ich heute ein wenig „Feintuning“ betrieben:

Die Möglichkeit, den Stecker zu entfernen und einfach die losen Enden zusammenzulöten, schied auf Grund meiner mangelhaften Lötfähigkeiten aus. Also musste ich zusehen, das ich den Stecker irgendwie verstecke. 🙂

Deshalb habe ich eine kleine Tasche gekauft, die eigentlich zur Montage unter dem Sattel gedacht ist. Hier dient sie aber jetzt als Versteck für den Stecker und den dazu gehörenden Controller.

Dazu habe ich ein Loch für die Kabelzuführung von unten und jeweils ein Loch an den Seiten für die Kabelzuführung von den Bremsen bzw. dem LCD-Display eingeschnitten. Um die einzelnen Kabel des Controllers jetzt in die Tasche zu bekommen, habe ich den Controller aufgeschraubt:

Innenleben des Lenker-Controllers

Die Kabel sind dort mit kleinen Steckern auf der Platine eingesteckt, von rechts nach links stecken dort:

N1: Kabel zum Mikroschalter im linken Bremshebel
N2: Kabel zum LCD-Display
N3: Kabel zum Schalter der Schiebehilfe
N4: Kabel zum Mikroschalter in rechten Bremshebel

Am unteren Ende der Platine ist bei N5 der Stecker zum „Haupt-Controller“ aufgesteckt.

Die Stecker N1 bis N4 habe ich vorsichtig abgezogen, durch das passende Loch in der Tasche gefädelt und, bis auf den Stecker N3 (den für die Schiebehilfe, der jetzt ja nicht mehr gebraucht wird), wieder aufgesteckt und den Controller danach wieder zusammengeschraubt.

Das durch das Fehlen das Kabels zum Stecker N3 verursachte Loch im Controller habe ich mit Iso-Band verschlossen. Obwohl der Controller ja in Zukunft durch die Tasche geschützt ist, will ich einfach vermeiden, das vielleicht doch etwas Wasser durch die eingeschnittenn Löcher in der Tasche eindringt.

Die Tasche selbst habe ich dann am Lenker bzw. dem Vorbau befestigt, das Ergebnis sieht jetzt so aus:

Controller in der Tasche

Zum Vergleich die ursprüngliche Version:

Stecker am Lenkercontroller

Es geht bestimmt noch schicker, aber so ist es momentan mal ok.

Das „Elektrik-Trek“

Am Samstag kam der Umbausatz für das Trek meiner Freundin, das passte gerade gut, denn so konnte ich den Umbau noch vor Ostern in Angriff nehmen. 🙂

Angesichts der gerade beginnenden Radsaison war die Lieferung des Bausatzes wirklich sehr schnell. Kompliment an Elektrofahrrad-einfach.de!

Beim Auspacken wurde ich positiv überrascht: Statt der einfachen Bedieneinheit mit drei LEDS, wie noch bei meinem Umbausatz, ist neuerdings ein LCD-Display enthalten,

LCD-Display

das neben dem Ladestatus des Akkus die Uhrzeit, gewählte Unterstützungsstufe, gefahrene Geschwindigkeit, Gesamt- und Tageskilometer anzeigt. Außerdem kann das Display beleuchtet werden. Damit ersetzt die Anzeige einen Fahrradcomputer und schafft etwas Platz am Lenker.
Die Bedienung der Einheit erfolgt über einen Tastereinheit mit drei gummierten Tasten, die mit ca. 15 cm Kabel mit dem LCD-Display verbunden ist und damit griffgünstig am Lenker montiert werden kann:

Bedientaster für abgesetzte Montage

Dieser Umbausatz bietet fünf Unterstützungsstufen (meiner drei) und am Display kann zusätzlich programmiert werden, bis zu welcher Geschwindigkeit der Motor unterstützen soll. Interessant kann das für unerfahrene Benutzer sein oder falls Kinder mit dem Pedelec fahren sollen.

Der Preis hat sich gegenüber meinem Bausatz nicht verändert. Mehr Ausstattung für’s gleiche Geld, prima!

Der Umbau selbst ging diesmal flott von statten, nach knapp drei Stunden war ich fertig. Den Tretsensor habe ich auf der linken Seite des Rades montiert; diesmal wie vorgesehen zwischen Tretlagergehäuse und Lagerschale. Auch diesmal war es hilfreich, vor Montieren der Tretkurbel zu testen, ob der Motor richtig dreht: Die Magnete in der Scheibe sind falsch herum montiert; das Umdrehen der Scheibe beseitigte das Problem.
Am Tretsensor selbst ist neuerdings eine LED verbaut, die die Aktivität des Systems anzeigt.

Bei der weiteren Montage fiel mir auf, das die Kabel kürzer sind als noch bei meinem Bausatz. Außerdem ist, für mich unverständlich, ca. 10 cm nach dem BUS-Controller (der in der Nähe des Lenkers montiert wird) mit einem dicken, wasserdichten Stecker eine Trennungsmöglichkeit eingebaut:

Stecker am Lenkercontroller

Das ist aus zwei Gründen meiner Meinung nach unpraktisch:

Zum ersten ist eine Trennung via Stecker am Controller möglich, der wie zuvor an meinem Giant-Umbau in einer Rahmentasche Platz findet.

Zum zweiten stört die sehr dicke Steckverbindung den Versuch, die Kabelführung möglichst unauffällig zu gestalten. Auf Grund der Anzahl der nötigen Kabelverbindungen und meiner beschränkten Lötfähigkeiten werde ich den Stecker nicht entfernen und die Kabel zusammenlöten. Mal sehen, wie ich das löse.

Die Bedienung über die abgesetzt montierten Taster ist problemlos und einfach. Das fertig umgebaute Rad führte bei der Besitzerin zu einem breiten Dauergrinsen:    🙂

Das “Elektrik-Trek”

Auf Grund des miesen Wetters war eine ausgedehnte Probefahrt leider nicht möglich. Auf dem kurzen ersten Test scheint der Motor erheblich mehr anzuschieben als der in meinem Centurion. Bei maximaler Unterstützung (Stufe 5) ist das Rad auf sehr kurzer Strecke auf 25 km/h beschleunigt und auch am Berg ist die Unterstützung prima.

Ich bin gespannt auf eine ausgedehntere Vergleichsfahrt der beiden Räder.

Gruß

Alex

Voilá: Ein Pedelec-Fully – oder Fully-Pedelec? ;-)

Centurion nach dem Umbau von rechts

Nachdem der Motor von der 28er-Rigida-Felge in eine 26er-Rigida-Felge umgespeicht worden war (Kosten für Felge, Speichen & Arbeit: 80,80€) konnte ich letztes Wochenende mit den Umbaumaßnahmen beginnen.

Durch die Erfahrungen der ersten Umrüstung ging nun einiges etwas flinker von der Hand. Alles in allem war ich rund 3 Stunden beschäftigt.

Da am Centurion eine Hollowtech-Kurbel verbaut ist, konnte ich die beim Umbausatz mitgelieferte Magnetscheibe nicht verbauen. Beim Shop von „Elektrofahrrad-Einfach.de“ wurde ich jedoch fündig und habe mir vier kleine Magnete bestellt, die ich in die Kurbel  eingelassen habe.

Magnete in der Kurbelgarnitur

Die Kraftzwerge halten dort sehr fest, trotzdem überlege ich, sie vielleicht doch, z.B. mit Heißkleber oder Schraubensicherungslack zu fixieren. Mal sehen.

Den Trittsensor musste ich deshalb auch auf andere Weise befestigen. Letztendlich habe ich ihn mit Heißkleber am Tretlager verklebt.

Trittsensor

Das sieht, zugegebenermaßen, sehr rustikal aus, denn die Stelle ist extrem schlecht zu erreichen, wenn man die Kurbel nicht abbaut. Mal sehen, vielleicht bessere ich hier noch einmal nach.

Die beim Umbausatz mitgelieferten Bremsgriffe mit den Microschlaltern, die den Motor beim Bremsen abschalten, konnte ich nicht verbauen, da das Centurion hydraulischen Bremsscheiben hat. Allerdings schaltet der Motor sehr rasch ab, wenn man zu Treten aufhört (ich habe mal irgenwo was von 0,5 sek. gelesen) und das sollte allemal reichen.

Den Regler konnte ich in einer passenden Tasche unter dem Sattel unterbringen.

Regler in Tasche hinter Sattel

Zum Glück, denn für die Rahmentasche, die ich beim Giant benutzt habe, wäre am Centurion kein Platz mehr gewesen.

Wie man sieht, wird der Motor von links durch die Scheibenbremse völlig verdeckt,

Hinterrad von links

rechts gibt sich der Zahnkranz alle Mühe, den Motor nicht in Erscheinung treten zu lassen. Natürlich ist der Bafang von schräg hinten gut zu sehen,

Hinterrad von schräg hinten

und außerdem deutet die silberne „Thermosflasche“ am Rahmen schon recht deutlich darauf hin, das hier kein „normales“ Rad unterwegs ist. 🙂

Trotz allem ist es aber recht unauffällig, wie ich finde.

Bei einer ersten Probefahrt hatte ich den Eindruck, das der 28er-Motor in der 26er-Felge tatsächlich bergauf mehr drückt. Dagegen konnte ich auf einer kurze Strecke in der Ebene keinen signifikanten Unterschied feststellen. Aber das muss ich noch verifizieren.

Und die Gelegenheit dazu werde ich bald haben, denn eine Freundin bat mich, ihr Mountainbike (ein Trek6000)  zu elektrifizieren. Und dort wird ein 26er-Bafang seine Arbeit verrichten…

Den Umbausatz habe ich am Sonntag bestellt, mal sehen, wann er da ist.

Gruß

Alex

Selbst umbauen oder fertig kaufen?

Ich werde oft gefragt, was ich denn besser fände: Ein Eigenbau- oder ein Fertigpedelec.

Doch diese Frage ist nur sehr schwer zu beantworten; zu unterschiedlich sind die Anforderungen jedes Einzelnen an sein Rad.

Ich hoffe, das mein Blog denen weiterhilft, die mit dem Gedanken spielen, ein vorhandenes Rad zum Pedelec umzubauen.

Denjenigen, die sich eher für ein Fertigpedelec interessieren, hilft vielleicht der Blog eines Freundes, den ich über das Pedelec-Forum kennengelernt habe.

Er schreibt in seinem sehr informativen Blog über seine Erfahrungen rund um sein Fertigpedelec, einem Kalkhoff pro connect S10.

Obwohl es sich bei dem Rad, um genau zu sein, um eine S-Pedelec handelt, sind die Erfahrungen meiner Meinung nach grundsätzlich mit einem normalen Pedelec vergleichbar.

Wer neugierig geworden ist findet diesen Blog hier: http://www.pedelec-statt-auto.de.[26.08.14, Anmerkung: Leider existiert dieser Blog nicht mehr.]

Gruß

Alex

Es ist vollbracht: Die Mutation vom Fahrrad zum Pedelec

Am Samstag war es endlich soweit, die Bastelei konnte beginnen.
Die Zeit, das Rad noch vorher nochmal zu putzen habe ich mir nicht genommen, dazu war ich viel zu ungeduldig.

So sah das Giant vor dem Umbau aus:

Giant vor dem Umbau

Wie in der Anleitung vorgeschlagen habe ich mit dem Einbau des Hinterrades begonnen und hatte direkt einige Probleme: Aus dem Gedanken heraus, das ein breiterer Reifen auch mehr Dämpfung für das nun (durch den Motor) schwerere Hinterrad bieten, und dadurch u.a. die Lebensdauer der Speicher verlängern würde, hatte ich einen Schwalbe Marathon aus meinem Fundus aufgezogen. Nicht bedacht hatte ich dabei, das die Dimensionen des Rahmens für einen solchen Reifen nicht gedacht sind: Ich konnte das Rad, selbst mit plattem Reifen, nicht montieren; der Reifen kollidierte mit der Sattelstrebe bzw. dem dort befestigten Umwerfer. Also den Reifen wieder runter und den originalen Kenda Kwest wieder drauf. Jetzt passte der Reifen zwar, die Nabe mitsamt Ritzelpaket aber nicht zwischen die Ausfallenden (hat natürlich nichts mit dem aufgezogenen Mantel zu tun), ohne dass ich diese ca. 10mm auseinander drücken musste. Wie lange das der Rahmen mitmacht … ? Natürlich musste dafür noch der Gepäckträger runter.

Die nächste Hürde stellten die Drehmomentstützen dar:

Drehmomentstützen

Diese müssen nach unten weisen um die Achse gegen Verdrehen zu sichern. Um beim Einbau des Rades drehte sich die
Achse immer ein wenig …  Aber schließlich war dann auch das geschafft, und sah dann so aus:

Das Hinterrad ist drin!

Bis hierhin hatte ich gut 1,5 Stunden gebraucht.

Als nächstes war der Drehmomentsensor dran. Dafür musste der Tretkurbelarm abmontiert werden; mit Hilfe des passenden Abziehers kein Problem.  Nach der Anbauanleitung soll der Sensor, der auf einem kleinen Blechbauteil verschraubt (!) ist, zwischen Tretlagerschale und Tretlagergehäuse „eingeklemmt“ werden. Das klappt bei mir nicht, da bei meinem Rad ein anderes Tretlager verbaut ist . Aber, Zufall oder pfiffig konstruiert: Das Loch der Blechbefestigung des Tretsensors hat genau den passenden Durchmesser, so dass ich es außen auf das Tretlagergehäuse aufkleben konnte:

Aufs Gehäuse geklebter Tretlagersensor

Die Magnetscheibe, anhand derer der Tretlagersensor die Tretbewegung erkennt, konnte ich einfach auf die Achse des Tretlagers stecken. Da in in der Montageanleitung und auch in diversen Forumsbeiträgen (www. pedelec-forum.de) darauf hingewiesen wird, dass die aufgedruckten Richtungspfeile ab und an falsch herum aufgedruckt sind (und deshalb der Motor nicht anläuft) habe ich zunächst auf die Montage des Tretkurbelarms verzichtet. Eine gute Idee, wie sich zeigte …

Magnetscheibe und Tretsensor

Das Display habe ich auf der linken Seite des Multigriplenkers in Fahrtrichtung „vor“ die Brems- und Schaltarmatur befestigt. Praktischerweise ist die Halterung elastisch und lässt sich ein bisschen aufbiegen, so dass ich nicht den Griff-Schaumstoff demontieren musste. Die mitgelieferten Bremsen habe ich ebenfalls montiert und zwar wegen des eingebauten Mikroschalters, der bei Betätigung den Motor abschaltet. Das ist zwar grds. nicht notwendig, weil der Motor innerhalb von sehr kurzer Zeit nach Ende des Tretens von selbst abschaltet.  Ein User des Pedelec-Forums brachte mich aber auf die Idee, das es praktisch wäre, z.B. beim Heranfahren an eine Ampel leicht die Bremse zu ziehen, den Motor damit abzuschalten und dennoch tretend die passende Übersetzung für’s Losfahren einzulegen. Da die Bremsgriffe optisch einigermaßen o.k. sind, und im Zweifel schnell wieder demontiert sind, habe ich sie also verbaut. Die Anfahrhilfe habe ich auf die rechte Lenkerseite vor Schalt- und Bremshebel montiert. Das sieht dann so aus:

Cockpit

Den „Verteiler“ der Kabel habe ich mal provisorisch mit Kabelbindern am Steuerrohr befestigt.

Als nächstes ist der Akkuhalter dran. Leider ist dieser so lang, das ich ich Zukunft auf beide Flaschenhalter verzichten muss. 🙁 Der Träge des Halters besteht aus einem Alu-Vierkantprofil, das zwar gut verabeitet und ordentlich entgratet ist. Trotzdem habe ich etwas selbstklebendes Polsterband untergeklebt um Kratzer im Unterrohr zu vermeiden. Die Montage selbst war völlig problemlos.

Akkuträger leer

Selbst mit montiertem Akku (Gesamgewicht immerhin 2,9kg) macht das noch einen ausreichend stabilen Eindruck und sieht aus wie eine riesige Thermosflasche 🙂

Akkuträger beladen

Hier kann man den Einschaltknopf und den Anschluss für das Kabel zum Controller gut erkennen:

Einschaltknopf und Controlleranschluß

Ein Grund für die Entscheidung  für diesen Umbausatz war der Controller, der, vollständig wasserdicht vergossen, direkt am Rahmen montiert werden kann (vgl. Eintrag „Die Entscheidung ist gefallen“ vom 02.03.)  Auf Grund der besseren Gewichtsverteilung habe ich ihn mit Kabelbindern unterhalb des Akkuhalters montiert. Wieder sehr pfiffig: Am Controllergehäuse finden sich Montagelaschen und der Akkuhalter hält zum Rahmen ein wenige Abstand, so dass man Kabelbinder drunter schieben kann:

Montierter Controller

Die jetzt folgende Verkabelung gestaltet sich wirklich sehr einfach; ein falsches Verkabeln ist praktisch unmöglich, alle Steckverbindungen machen einen guten Eindruck. Auf die in der Anleitung empfohlene Abdichtung aller Verbindungen mit einem Schrumpfschlauch habe ich mal verzichtet; ich hatte schlicht keinen da. Auch hier wieder eine sehr praktische Lösung: Etwa 10 cm nach Austritt des Kabels aus der Nabe ist eine Steckverbindung eingebaut; so muss man bei einem Platten des Hinterrads nicht das gesamte Kabel bis vor zum Controller nachverfolgen und abstöpseln.

Nach der ersten provisorischen Verkabelung kam der lang ersehnte Test: Einschaltknopf am Akku gedrückt, am Lenkerdisplay auf „on“ geschaltet, an der rechten Tretkurbel (die linke ist ja noch demontiert) gedreht und … nichts tut sich. Also die Magnetscheibe umgesteckt und nach etwa einer Kurbelumdrehung summt das Hinterrad leise vor sich hin! 🙂

Bevor ich jetzt aber die linke Tretkurbel montiere fixiere ich sämtliche Kabel mit einer Unzahl von Kabelbindern, und nach insgesamt 4h:30 min. habe ich das Prototypenstadium erreicht:

Prototypenstadium

Warum Prototypenstadium: So kann der Kabelwust nun wirklich nicht bleiben, da muss eine andere Lösung gefunden werden. Aber jetzt muss erst einmal eine Probefahrt sein. Raus aus dem Keller, ab in die Natur, die mit strahlendem Sonnenschein den frischgebackenen Pedelec-Fahrer begrüßt. Zunächst fahre ich ohne Unterstützung, das Mehrgewicht fällt, außer auf der Kellertreppe, noch nicht negativ auf. Vor der ersten Steigung schalte ich das System ein, automatisch wird beim Start die mittlere Unterstützungsstufe vorgewählt und huiii schiebt mich der Motor mit Nachdruck die Steigung hinauf! Beeindruckend! Aber jetzt schalte ich mal auf die höchste Unterstützungsstufe und was jetzt passiert ist noch beeindruckender: Bei gleicher Drehzahl und Gangwahl lege ich plötzlich mit nachhaltigem Schub einen Zwischenspurt ein der die Steigung komplett egalisiert! Wow!

Auf der Geraden sind 25 km/h ruck-zuck erreicht und der Controller regelt den Motor sanft bei Tachoanzeige 25,5 km/h ab. Unterwegs kommt mir der Gedanke, das gesamte Kabelknäuel in einer Rahmentasche verschwinden zu lassen. Zum Glück haben wir einen Radhändler in der Nähe und so kann der Idee auch schnell die praktische Umsetzung folgen. Dabei stelle ich fest, dass die Kabel dafür nun doch zu kurz sind, also stopfe ich den Controller samt Kabel in die Tasche: Jetzt schauen nur noch vier Kabel (eines zum Akku, eines zum Motor, eines zum Tretsensor und eines zum „Verteiler“ am Lenker) aus der Tasche raus. Das sieht jetzt schon viel ordentlicher aus.

Da ich kein Loch in die Tasche machen wollte, habe ich sie „kopfüber“montiert, und den Reißverschluss, der jetzt von unten aufgemacht werden muss, ein bisschen offen gelassen. Da das Volumen der Tasche doch etwas zu klein ist (mal sehen, ob ich mir noch eine größere Tasche besorge) habe ich den Reißverschluss nur mit Nachdruck geschlossen bekommen; damit er unter dem Druck des Inhalts nicht nachgibt und sich öffnet, habe ich ihn deshalb provisorisch mit einem wieder verwendbaren Kabelbinder verschlossen:

Kabelgewust gebändigt

Nun noch den „Verteiler“ am Lenker etwas unauffälliger unter der Klick-Fix-Halterung und den Hinterbauständer wieder an seinem gewohnten Platz montiert, die Schaltung nachjustiert und nach insgesamt 6h Montagezeit ist meine Pedelec fertig:

Ich habe fertig!

Gewicht des Rades:

  • vorher: 14,4 kg
  • jetzt:     21,2 kg (inkl. Akku)

Die erste Probefahrt über 30 km im rheinhessischen Hügelland hat mir dennoch einen Muskelkater beschert:  Und zwar einer der Gesichtsmuskulatur vom ständigen Grinsen 🙂

Vorteile bisher:

  • Montage relativ unkompliziert
  • pfiffige Lösungen
  • Nabe sauber eingespeicht, kein Höhenschlag o.ä. erkennbar
  • Akkuhalter abschließbar
  • Leistung setzt sanft und nachdrücklich ein
  • Abregeln erfolgt ebenso sanft

Nachteile bisher:

  • Nabe mit Zahnkranz eine Spur zu breit (Problem auf Seiten des Fahrrads)
  • Kabelwust ohne Tasche schwer zu bändigen (aber das geht wohl nicht anders)
  • Zum Entfernen des Akku muss Schraubkabelverbindung gelöst werden (auch das geht wohl nicht anders)
  • Freilauf mit mehr Rollwiderstand als bisher gewohnt, fällt im praktischen Betrieb aber nicht auf.

Vorläufiges Fazit:

Die Vorteile überwiegen die Nachteile, sowohl von der Zahl als auch von der Bedeutung her, deutlich.

Weitere Erfahrungsberichte aus der praktischen Anwendung werden folgen …