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9.000 km und 1.745 kg

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In der letzten Woche habe ich die 9.000 km-Marke hinter mir gelassen;  es schüttete gerade wie aus Kübeln, doch ich saß im trockenen Velomobil und konnte in aller Ruhe den Tacho fotografieren:orca_9000kmZu Hause fiel mir dann bei der Durchsicht der Unterlagen auf, dass ich tatsächlich die 8.000er Marke verpasst hatte. ..

Im Juni 2014 fuhr ich das erste Mal mit dem Orca ins Büro, in einem Jahr bin ich also 9.000 km mit dem Velomobil gefahren. Das meiste davon auf Pendelstrecken ins Büro, einige davon auf meiner Reise entlang des Mainradwegs im August 2014 und einige auch auf anderen Touren und Ausflügen.

Vor einiger Zeit hatte ich in diesem Beitrag schon einmal über die CO2-Bilanz geschrieben. Diese Zahlen zu Grunde gelegt, habe ich der Natur im vergangenen Jahr 1.746 kg CO2 erspart!

Ziemlich beeindruckend, finde ich.

Und, ehrlich gesagt, hätte ich nie gedacht, dass ich solche Jahres-Kilometerleistungen mal mit dem Fahrrad erreiche. 🙂

„Mein“ 2014 in Zahlen

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Heute gibt es ein paar Zahlen zu meinem Pedelec-Jahr 2014:

Insgesamt habe ich  6.245 km mit dem Pedelec zurückgelegt. 🙂

Davon entfielen 628 km auf Radfahrten mit dem Centurion im Urlaub, 491 km auf Fahrten mit der Leitra und 5.126 km auf Fahrten mit dem Orca.

Darin enthalten sind 82 Fahrten mit den Velomobilen ins Büro, davon 4 mit der Leitra (wegen des Rahmenbruchs und einer langen Pause wegen gesundheitlicher Probleme)  und 78 Fahrten mit dem Orca.

Summiert war ich auf diesen 82 Fahrten insgesamt 166,12 Stunden oder 6,92 Tage mit den Velomobilen auf der Strasse, habe 3.961,14 km zurückgelegt und je Tag im Schnitt 1.066,39 kcal, insgesamt 87.444 kcal (!!) verbrannt 🙂 🙂

Der Umwelt habe ich mit der Nutzung des Velomobils statt des PKW für das Pendeln ins Büro  768,46 kg CO2 erspart,  🙂 auf die gesamte Fahrleistung von 6.245 km gerechnet sind es sogar rund 1.212 kg erspartes CO2, als mehr als eine Tonne! 🙂 🙂

Bedenkt man, das ein Baum etwa 10 kg CO2 pro Jahr (!!) aufnimmt (Quelle: plant-for-the-planet.org) entspricht das der „Jahresleistung“ von etwa 121 Bäumen! Das ist schon ein kleines Wäldchen. 😉

Alles in allem recht beeindruckende Zahlen, finde ich!

 

 

 

 

Alle Jahre wieder: Kalte Füsse verhindern

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Alle Jahre wieder gibt’s im Herbst/Winter auch im Velomobil kalte Füße. Erstaunlicherweise verhindern auch die Winterschuhe Northwave Arctic das bei mir nicht komplett.

Im Velomobilforum fand ich den Tipp, die Fußlöcher des Orca zu verschliessen, nach ein bisschen Recherche habe ich mich für die Idee des Users „Tüfti“ entschieden: Er hat einen  Fahrradschlauch zerschnitten und daraus eine zweiteilige Abdeckung gebaut. Zweiteilig deshalb, da dann die Nutzung der Fußlöcher zum Rückwärtsfahren noch möglich ist. Das ganze hat er sehr pfiffig mit Schrauben befestigt: Stabil und schnell zu entfernen.

Da es mir sehr schwer fällt, am Orca rumzubohren, habe ich die Teile mit Klettband befestigt, das ich innen auf den Boden geklebt habe. Das sieht dann bei mir so aus:

fussloecher_zu
Fuslöcher geschlossen, von innen
fussloecher_zu_unten
Fuslöcher geschlossen, von unten

 

 

 

 

 

Die ersten Fahrten ins Büro waren sehr erfreulich: Es wurde fast zu warm innen! 🙂 Allerdings hielt der Kleber des Klettbands, vermutlich wegen der kühlen Temperaturen, nicht so gut. Also muss ich doch schrauben…

Von verschobenen Prioritäten

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Zu Beginn meiner Beschäftigung mit dem Thema Pedelec stand für mich das Thema „nicht durchgeschwitzt im Büro ankommen“ sehr weit oben auf der Prioritätenliste, zum Beispiel in dem Beitrag „Warum überhaupt ein Pedelec“ oder „That`s what this Pedelec is made for…“.

Zwischenzeitlich nutze ich praktisch ausschliesslich den eOrca als Pendlerfahrzeug ins Büro. Und im Velomobil kann ich das Schwitzen, trotz aller Belüftung, bisher nicht vermeiden.  Was vielleicht auch daran liegt, dass ich versuche, immer noch einen Tick schneller zu sein. 🙂

Allerdings ziehe ich mich im Büro einmal komplett um; so muss ich nicht den ganzen Tag in feuchter Funktionswäsche rumlaufen. Bisher hat sich auch noch niemand beschwert 😉 und der Spaß, den das Radfahren macht, ist den kleinen Umzugsaufwand wert.

English version:

At the beginning of my pedelec-carreer the focus  was  on the spot „not to sweat while commuting to the office“ (i.e. in the blogposts „Warum überhaupt ein Pedelec“ oder „That`s what this Pedelec is made for…“.)

In the meantime I mostly use the eOrca for commuting, and in the velomobile I`m not able to drive without sweating, although the ventilation isn`t too bad. Maybe it`s because I try every day to ride a bit faster… 🙂

However I change my clothing completely after arriving at the office, so that I don`t need to walk the whole day in the cycling-underwear. Until now there weren`t any complaints about that. 😉

And the fun of cycling to work, is worth the little investment in changing the clothing.

 

 

 

 

4.000 km mit dem eOrca!

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Heute habe ich auf dem Weg vom Büro nach Hause die 4.000-km-Marke geknackt! 🙂

Tachoanzeige Orca zeigt 4000 Kilometer
4.000-km-Marke im Stadtpark Mainz

Für die 1.000km seit der 3.000er-Marke habe  ich etwas länger gebraucht: Es gab ein paar Tage, an denen ich aus terminlichen Gründen nicht mit dem Velomobil fahren konnte.

Beeindruckend: Auf den 1.000km gab es keinen einzigen technischen Defekt! Ab und an mal Luft nachpumpen und den Akku laden und ansonsten einfach fahren, fahren, fahren 🙂

Mal sehen, wie lange es bis zur 5.000er-Marke dauert…

 

English version:

On the way home from the office I reached today the 4.000-km-mark!

"Milage"-gauge Orca
Reached the 4.000-km-mark in the city-park.

I took some more time from 3.000 km to 4.000 km because of some necessary commuting with the car.  Impressive: There was no techincal problem at all over the whole 1.000 km! Charging the battery, pumping some air in the tires that`s all! 🙂

5.000-km-mark, here I come 🙂

Velomobil, Drängelgitter & Co

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Eine der mir am meist gestellten Fragen zum Velomobil lautet:

Kommst du damit durch Drängelgitter?

Bisher sind mir zwei Drängelgitter auf dem Main-Radweg begegnet,
durch die ich nicht ohne auszusteigen durchgekommen bin.
Aber im täglich Einsatz gibt`s keine ernsthaften Hindernisse. Aber seht selbst (und macht die Lautsprecher an):

English version:

One of the most asked question concerning the velomobile is:

How do you deal with barriers and things like that?

Well, on the tour following the Main-cycle-path there were two barriers, where I had to exit the velomobile to get through. But in everyday use there are no severe problems. Just take a look at the video (and turn on the speakers).

Mit dem Rad ins Büro, was bringt das eigentlich?

 

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Ja, was bringt denn das Radeln ins Büro?

Nun, zunächst einmal fühle ich mich besser, ich komme nach rd. 25 km Radfahren einfach entspannter im Büro oder zu Hause an.

Jetzt ist es aber recht schwierig, „Entspannung“ in Zahlen auszudrücken, man muss es einfach erleben. In Zahlen ausdrücken kann man aber z.B. das Körpergewicht. Und das hat sich in den letzten 10 Wochen bei mir um 6,5 kg reduziert ohne dass ich meine Ernährung umgestellt hätte! Das ist doch schon mal was, oder?

Aber über den reinen persönlichen Effekt hinaus bringt das Radeln noch etwas, jedoch muss ich dazu ein wenig ausholen:

Vor kurzem hat REWE einen Aktionstag veranstaltet:
Für jeden Kunden, der mit dem Rad in den Laden kam, wurde ein Baum gepflanzt. Natürlich nicht vom Marktleiter persönlich, sondern in Zusammenarbeit mit der Initiative „Plant-for-the-Planet“, die 2007 auf Initiative des damals 9-jährigen Felix Finkbeiner gegründet wurde. Seit dem hat die Organisation in 193 Ländern übrigens bisher über 12,9 Milliarden Bäume gepflanzt!

Jeder radelnde REWE-Kunde konnte sich später eine Urkunde aus dem Web laden. So weiß ich nun, das „mein“ Baum in Campeche (Mexiko) stehen wird: 🙂

baumurkunde
„Mein“ Baum wird in Campeche stehen 🙂

OK, und was hat das jetzt mit dem Radfahren ins Büro zu tun?

Ganz einfach:

Wenn ich mit meinem Auto ins Büro fahre, erzeuge ich auf 50 km Wegstrecke ca. 9,7 kg CO2. Das ist jetzt erst einmal nur eine Zahl.

Wenn man aber berücksichtigt, das ein Baum etwa 10 kg CO2 pro Jahr (!!) aufnimmt (Quelle: plant-for-the-planet.org) , sehen diese 9,7 kg CO2 pro Fahrt schon ganz anders aus:
Rein rechnerisch müsste ich dann, um meinen CO2-Ausstoß für die Fahrten mit dem Wagen ins Büro auszugleichen, also praktisch jeden Tag einen Baum pflanzen!

Alleine durch meine Fahrten mit dem Rad bzw. Velomobil ins Büro habe ich in den letzten Wochen der Umwelt hingegen etwa 369 kg CO2 erspart! 🙂 Das ist ziemlich beeindruckend, oder?

Da ich meinen Pedelec-Akku mit zertifiziertem (CO2-neutralem) Ökostrom fülle, fällt die Tatsache, dass ich mit einem Pedelec pendele, nicht negativ ins Gewicht.

 

Fazit:
Das Pendeln mit dem Rad ins Büro bringt also sowohl mir selbst, als auch der Umwelt so einiges!

Übrigens: Eine besonders leckere Art, die beim Radeln verbrauchte Energie wieder aufzufüllen, ist „Die gute Schokolade“: Von jeder verkauften Tafel gehen 20 Cent an „Plant-for-the-Planet“, für 5 verkaufte Tafeln wird ein Baum gepflanzt. Ist das nicht eine leckere, großartige Idee? 🙂

 

English version:

What`s commuting with the bike good for?

At first I feel better and arrive more relaxed at work or at home instead of commuting by car. Well you can`t measure relaxation, you have to feel it. But you can measure weight:  In the last 10 weeks I lost 6,5 kg, without changing my diet!

But there`s even more what using the bike for commuting is good for:

Some days ago the german supermarket REWE started an event: For every customer, who drove to the market by bicycle, they planted a tree. In fact all these trees weren`t planted by the manager, but by „Plant-for-the-Planet“, an organisation foundet in 2007 by the initiative of the (at this time) 9 year old Felix Finkbeiner. Since 2007 „Plant-for-the-Planet“ planted more than 12,9 billion trees!

Because of a certificate, which I downloaded from the internet, I know, that „my“ tree will grow in Camepche/Mexico: 🙂

baumurkunde
„My “ tree will grow in Campeche/Mexico 🙂

Ok, but what`s about commuting by bike/velomobile? It`s simple, just look:

Every day I’m commuting by car, I produce approx. 9,7 kg of CO2.

A tree will reabsorb approx. 10 kg of CO2 every year (origin: plant-for-the-planet.org).

This means, that I have to plant every day 1 tree just for keeping my car-commuting CO2-neutral!

Commuting by bike/velomobile, I saved approx. 369 kg CO2 in the last weeks for the environment! 🙂 Isn`t that amazing impressive?

As I use CO2-neutral electricity to charge the battery of the pedelec this calculation works even for me.

Result:
Commuting using the bicycle instead of the car is good for both, health and environment!

By the way: There`s a delicious way to fill up the calories burned by cycling: The „good chocolate“! From every sold bar 20 cent are payed to „Plant-for-the-Planet“ and for every 5 sold bars a tree will be planted. Isnt`t that a tasty great idea?

 

Gestatten: Mein Name ist „Orca“…

Wie im Blogbeitrag von letzter Woche angekündigt stelle ich heute den Neuzugang im Radkeller vor.

Kurz nach dem Rahmenbruch der Leitra ergab sich eine günstige Gelegenheit an einen praktisch noch neuwertigen „Orca“ zu kommen: 🙂

Orca von der Seite
Orca von der Seite
Orca von vorne
Orca von vorne

Der Orca wird von Flevobike Technology im niederländischen Dronten hergestellt und von Flevelo in Lübeck in Deutschland vertrieben.  Anders als die Leitra, an deren Gitterrohrahmen die Verkleidungsteile angehängt werden, verfügt der Orca über eine selbsttragende Karosserie aus einem GFK-Polypropylen-Mix. Das Fahrwerk ist vollgefederten (McPherson-Federbeine) und der Antrieb komplett gekapselt, was, zusammen mit der 14-Gang-Rohloff-Nabe, die Wartung erheblich vermindern sollte. 🙂

Das nach oben geklappte Verkleidungsteil gibt den Einstieg und den Blick ins Innere des Orca frei:

Blick ins Innere
Blick ins Innere

Die Steuerung erfolgt über die sog. Panzerlenkung, auf den Griffen sind griffgünstig die Schalter für Blinker, Lichthupe und Hupe angeordnet, geschaltet wird am linken Hebel. Auf dem vorderen rechten Radkasten sitzt der Akku (6.6AH) zur Versorgung von Licht, Blinkern und Hupe.

Auf der Konsole auf der rechten Seite findet sich ein Schlüsselschalter für die Elektrik, eine Sicherung und eine USB-Schnittstelle (!), über die das Laden externer Geräte (z.B. Navi) möglich ist…

Konsole rechts
Konsole rechts

…die Konsole auf der linke Seite beherbergt die Schalter für Fahrt- und Fernlicht (!), sowie die LED-Kontrollanzeigen für Blinker links und rechts, außerdem gibt es noch eine akustische Blinkeranzeige.

Konsole links
Konsole links

Eine Besonderheit stellt der Pedelec-Antrieb dar: Der Motor ist direkt an die Rohloff-Nabe angebracht, wodurch der Antrieb die komplette Bandbreite der Schaltung mit nutzt.

Blick auf Motor und Akku
Blick auf Motor und Akku

Dabei erfolgt die Kraftbertragung nur über die relativ kurze Kette zwischen der Rohloff-Nabe und dem Endantrieb, was die Lebensdauer der Primärkette erheblich schont. Die Stromversorgung des Antriebs erfolgt über einen LiFePo4-Akku mit 507 Wh, meine bisher größte erziehlte Reichweite in der kleinsten von drei Unterstützungsstufen betrug respektable 108 km. Die Ladenzeit bei vollständig geleertem Akku beträgt mit dem mitglieferten Ladegerät nur ca. 1,5h, wobei der Lüfter des Ladegerätes ordentlich pustet.

Der Antrieb wird über ein Bedienteil mit integriertem Fahrradcomputer gesteuert, das griff- und blickgünstig unterhalb des „Süllrands“ montiert ist.

orca_bedienteil_motor
Blick ins „Cockpit“

Die Verarbeitungsqualität und Materialanmutung ist insgesamt auf einem fast schon automobilen Niveau.

So, das war es für heute erst einmal…

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Endlich raus aus dem Keller: Pedelec-Velomobil endlich fahrbereit! (1. Teil)

In letzter Zeit haben meine Posts etwas nachgelassen, aber dafür wird dieser hier etwas länger, denn Anfang Juni habe ich mir ein gebrauchtes Velomobil gekauft, damit ich auch bei schlechtem Wetter mit dem Rad fahren kann. Und die notwendigen (Renovierungs-) Arbeiten daran haben mich sehr beschäftigt. Aber der Reihe nach:

Ein Velomobil ist, vereinfacht gesprochen, ein Fahrrad (in der Regel ein Trike) mit Vollverkleidung, mit dem man auch bei schlechtem Wetter radeln kann. Im Januar wurde ich auf einer Fahrradmesse erstmals auf Velomobile aufmerksam. Und je länger der Winter dauerte, je mehr beschäftigte ich mich mit dem Thema. Denn in der lezten Saison hatte ich mich sehr an das Radeln ins Büro gewöhnt, und mir fehlte einfach was. Nach nächtelanger Recherche, vor allem im regen Velomobilforum, und der ein oder anderen Probefahrt war mir klar, dass es eine Leitra sein sollte, da mein Schwerpunkt vor allem auf Alltagstauglichkeit, Wetterschutz und Belüftung, weniger auf der höheren Geschwindigkeit gegenüber einem normalen Fahrrad liegt.

„Leitra“ steht für „Leichter individueller Transport“. Zu Beginn der zweiten Ölkrise in den späten 70er Jahren gründete der Däne Carl Georg Rasmussen die Firma „Leitra“ und entwickelte den Vorläufer der noch heute gebauten Leitra, die sich praktisch zum Urahn aller heute gebauten Velomobile entwickelte.

Da so ein Velomobil rund doppelt so schwer wie ein normales Rad ist, und ich rd. 200 Höhenmeter auf meinem Weg zur Arbeit bzw. nach Hause zurücklege, war mir von Anfang an klar, dass das Velomobil „elektrifiziert“ werden würde. Auch dafür eignet sich die Leitra ideal, da ich so von den gemachten Erfahrungen (hier, hier und hier)  mit der Nachrüstung des Elfei-Antriebs profitieren kann.

Nach der Entscheidung für das passende Velomobil stand ich vor den nächsten beiden Hürden: Ein Velomobil entsteht in 100%iger Handarbeit. Das bedeutet hohe Kosten (bei der Leitra ab ca. 7.000 €) und lange Lieferfristen (beid er Leitra ca. 6 Monate), beides hohe Hürden. Dazu kommt, dass gebrauchte Leitras auf dem (überschaubaren) Markt kaum vorhanden sind.

Anfang Juni jedoch war mir Fortuna hold und ich konnte bei Ebay günstig eine gebrauchte Leitra ersteigern. Die Leitra selbst stand mit pulverbeschichteten Rahmen, komplett neuem Kurbeltrieb, neuen Reifen (Maxxis Hookworm) und Felgen praktisch wie neu da:

Bild Leitra ohne Verkleidung
Leitra, noch ohne Verkleidung

Die Fahrgestellnummer „LC03G“ ergab nach Nachfrage bei Carl Georg Rasmussen, dass die Leitra 1994 gebaut wurde. Alle Leitra werden praktisch „auf Maß“ gefertigt werden und glücklicherweise „passte“ mir die Leitra!

 

 

Da der Vorbesitzer die Verkleidung jedoch nicht montiert hatte, war diese nach jahrelangem Liegen in einer Ecke in einem nicht ganz so guten Zustand:

Vekleidungsteile
Verkleidungsteile, beschriftet

Auf dem Bild habe ich die Verkleidungsteile mal beschriftet, später stellte sich heraus, das wesentliche Teile für die Gestaltung der Heckpartie fehlten. Zum Glück konnte ich aber passende Neuteile bei Carl Georg Rasmussen nachordern.

 

 

Doch zunächst ging es an die Montage des Pedelec-Antriebs. Dabei habe ich mich für den bei mir bewährten Bausatz von Elektrofahrrad-Einfach entschieden, diesmal in der Version „V2″ mit LCD-Display und zusätzlichen Verlängerungsstücken für das Tretsensorkabel und das Display, sowie eingespeichtem 20“-Hinterrad. Da ein Velomobil schwerer als ein Fahrrad ist habe ich mich dafür entschieden, einen 24“-Motor in eine 20“-Felge einspeichen zu lassen. Dadurch erreiche ich ein höheres Drehmoment am Berg; das frühere Abregeln (bei ca. 23 km/h) in der Ebene nehme ich dabei in Kauf, da man nach etwas Eingewöhnungszeit mit dem Velomobil sowieso eher schneller als 25 km/h unterwegs sein soll.

Der Einbau selbst gelang recht problemlos, nur die Befestigung des Tretsensors stellte mich vor eine Herausforderung.

Trittsensor und -magnete montiert
Tretsensor am Tretlager und Magnete in den Nieten des Kettenblatts montiert

Letztendlich habe ich, wie schon beim Centurion, die Magnete in die Kettenblattnieten eingelegt und den Sensor in der Nähe des Kettenblatts montiert.

 

 

 

 

Motor_eingebaut
Eingebauter Felge mit Motor

 

 

 

Der Motor selbst passt mit etwas Biegen (es handelt sich um einen Stahrahmen…) recht gut.

 

 

 

 

Ausschnitt_Motor_eingebaut
Der Pfeil zeigt das Problem

 

 

Jedoch kann ich jetzt leider den letzten Gang des verbauten Schraubkranz (Shimano MFTZ21, Abstufung : 14-28) nicht nutzen, da die Schraube der Gepäckträgerstrebe (s. Pfeil) die Kette blockieren würde. Gut, dass man die Schaltung entsprechend justieren kann, damit das nicht passiert.

 

Heckansicht_mit_Akku_ohne_Verkleidung
Bereit für die erste Probefahrt!

 

 

 

Für die ersten Probefahrten, noch ohne Verkleidung, hatte ich das LCD-Display und die Gummitaster mit einem BarXtender von Topeak am „Überrollbügel“ der Leitra und den Akku (mangels Heckbox) vorerst provisorisch mit einem Holzbrett und vielen Kabelbindern am Heck montiert.

 

Die ersten Fahrten waren zunächst sehr ernüchternd, denn die Unterstützung des Motors hing sehr von der Drehzahl sprich Kadenz ab. Ein Blick ins Forum von Elektrofahrrad-Einfach.de brachte die Lösung: Ich musste mehr Magnete ins Tretlager bringen. Gut, dass ich vom Umbau des Centurion noch die alte Magnetscheibe hatte! Ein kurzer Griff zur Säge und ich hatte passende Magnete in ausreichender Menge. Nach etwas fummeliger Montage (die Magnete sind, im Gegensatz zu den erhältlichen für die Montage im Hollowtech-Tretlager, flacher) zauberte die Leistungsentfaltung des Motors dann das erhoffte Grinsen in mein Gesicht.

Ups, der Blogbeitrag ist dann doch recht lange geraten. Deshalb folgt der weitere Werdegang der Leitra im nächsten Beitrag.Externer Link zu www.VeloVideo.de