Endlich raus aus dem Keller: Velomobil endlich fahrbereit! (Teil 2)

Wie in Teil 1 dieses Blogpost schon gesagt, habe ich in den letzten drei Jahren drei Fahrräder mit dem Umbausatz von Elektrofahrrad-einfach.de zum Pedelec umgebaut. An der Leitra montierte ich bereits den dritten Umbausatz für das Hinterrad mit dem Flaschenakku von Elektrofahrrad-einfach.de.

Im Vergleich zum ersten Kit sind bei jedem späteren diverse Verbesserungen eingeflossen, woran man merkt, dass das Produkt beständig weiterentwickelt wird.

Besonders praktisch sind bei dieser, „V2“ genannten, Entwicklungsstufe des Umbausatzes meiner Meinung nach folgende Punkte:

  • geteilte Sensorscheibe erleichtert grds. die Montage
  • durch Änderungen am Controller sind keine Microschalter in den Bremsen mehr erforderlich um beim Bremsen den Motor abzuschalten. Dadurch können die vorhandenen Bremsen samt Griffen (besonders praktisch bei Scheibenbremsen) beibehalten werden
  • kleinere Steckerverbindungen als beim vorherigen Bausatz
  • Trittsensor ist auf einer kleine Wippe montiert, was die Justage sehr vereinfacht
  • Fünf Unterstützungsstufen erlauben eine feinere Anpassung als noch beim ersten Umbausatz mit nur drei Unterstützungsstufen.

Ingesamt ist der Umbausatz nochmals leichter zu montieren. Jedoch ist ein Nachteil bei Verwendung des LCD-Displays (hier bereits beschrieben) geblieben: Beim Abschalten des Systems (zum Beispiel bei einem Zwischenhalt) wird die Tageskilometeranzeige wieder auf null gesetzt. Das ist besonders schade, da deshalb dann doch wieder ein zusätzlicher Fahrradtacho montiert werden muss (näheres dazu später), obwohl das formschöne Display eigentlich alle wichtigen Informationen bietet:Display des Elfei-Antriebs

  • Uhrzeit
  • Akkufüllstandsanzeige
  • gewählte Unterstützungsstufe
  • momentan gefahrene Geschwindigkeit
  • Gesamtkilometer
  • Maximalgeschwindigkeit (nach Umschalten)
  • Durchschnittsgeschwindigkeit (nach Umschalten)

Außerdem kann das Display auf Knopfdruck in drei Stufen beleuchtet werden.

Eine Besonderheit gilt es noch bei der Montage des Trittsensors zu beachten: Wird er anders als vorgesehen (nämlich mit „Kopf nach unten“ am Sattelrohr) montiert, dreht der Motor rückwärts…

Genau das war bei mir nämlich der Fall: An der Leitra ist ein Kurbelsatz von Mavic verbaut, für den ich nicht das passende Demontagewerkzeug habe. Daher habe ich die Magnete im Zahnkranz montiert. Die erste, optisch richtige und schöne Einbaulage des Trittsensors führte dann dazu, dass der Motor nur beim Rückwärts drehen der Kurbel, und dann auch noch rückwärts drehte. Es hat mich einige Fingerverrenkungen gekostet, den Sensor so mit Kabelbindern zu fixieren, das er richtig herum montiert ist, und der Motor in die richtige Richtung unterstützt:

Nahaufnahme Trittsensor
Nahaufnahme Trittsensor, in passender Ausrichtung montiert

Nachdem das Problem gelöst war, konnte ich die erste Probefahrt kaum mehr erwarten. Obwohl ich an der Verkleidung noch nichts gemacht hatte, musste ich einfach die Strecke ins Büro testen. Alle Meinung im Velomobilforum zur Eignung der Strecke für ein Velomobil waren positiv, doch war das bisher alles nur Theorie. Würde die Praxis anders aussehen? Am nächsten Tag, einem mit ca. 34 Grad Celsius sehr heißen Sonntag, ging es nachmittags los:

Leitra mit unrestaurierter Verkleidung
Leitra mit noch unrestaurierter Verkleidung

Die Testfahrt brachte folgende Ergebnisse:

  1. Die Leitra klappert wie ein Sack Nüsse 😉
  2. Sie ist ein Hingucker „par excellence“
  3. Alle Knackpunkte wie „Drängelgitter“, enge Kurven, Ampeltaster oder Brückenüberquerungen erwiesen sich als „Leitra-tauglich“ 🙂
  4. Die Akkuleistung reicht für den Hin- und Rückweg 🙂
  5. Ich brauchte ca 10 Minuten mehr Zeit für die gleiche Strecke 🙁

Die Enttäuschung war groß, ich hatte gehofft, zumindest genauso schnell wie mit dem „normalen“ Pedelec zu sein und den gesamten Rückweg grübelte ich, woran das legen könnte. War es die ungewohnte Sitzposition? Oder die hohen Temperaturen? Lag es an der fehlenden Heckverkleidung? Oder doch an der Strecke? Kaum zu Hause und ein wenig erholt, fand ich im Velomobilforum eine mögliche Ursache: Die Spur könnte verstellt sein!

Prinzipiell sollten die beiden Vorderräder eines Trikes (das die Leitra ja als Basis hat)  parallel zum Hinterrad stehen. Ist dies nicht der Fall, stehen die Räder also z.B. V-förmig nach innen oder nach außen, entsteht ein erheblich höherer Rollwiderstand als nötig, was in einem größeren Kraftaufwand und/oder verringerter Geschwindigkeit resultiert. Das musste ich unbedingt ausprobieren. Beim Blick in den Keller fand ich ein U-Profil aus dem Trockenbau und zwei lange Holzlatten. Daraus entstand das hier:

Spureinstellung
Provisorische Hilfe zur Spureinstellung

Das Hinterrad passt fast genau in das U-Profil, die beiden Latten habe ich jeweils an die Innenseite des Rades angelegt, U-Profil und Latten liegen vorne an einer geraden Wand an. Dabei soll Abstand 1 und Abstand 2 idealerweise identisch sein.  Aber: Die Ausrichtung der beiden Holzlatten zeigt V-förmig nach innen, aha!

Über die Gewinde in den Schubstangen der Lenkung ist der Abstand der Räder einzeln korrigierbar. Nach einigem Schrauben und Messen stellte ich dann fest, dass meine Leitra in Fahrtrichtung rechts ca. 1,5 cm breiter ist als links und deshalb der Abstand nie gleich sein kann. Wenn sich jedoch Abstand 1 über die gesamte Länge der Holzlatte nicht verändert und sich das bei Abstand 2 genauso verhält, sollte die Spur doch trotzdem parallel sein, oder?

Die folgende Probefahrt zeigt, das die Leitra spürbar leichter läuft! Jetzt sieht das bei der Fahrt ins Büro bestimmt anders aus!

Fortsetzung folgt.Externer Link zu www.VeloVideo.de..

2 Gedanken zu „Endlich raus aus dem Keller: Velomobil endlich fahrbereit! (Teil 2)“

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