Velomobil, erstes Zwischenfazit: Zeitbedarf, Reichweite, Reaktionen

Mittlerweile bin ich acht mal mit der Leitra ins Büro gependelt (die meisten Fahrten dabei bei Regen 🙂 ) und habe bisher insgesamt etwas mehr als 600 km zurückgelegt. Dabei waren auch einige Kurzstrecken (z.B. zum Bäcker), viele davon auch bei Wetter, bei dem man normalerweise nicht mit dem Rad fahren würde. Zeit für ein erstes Zwischenfazit.

Zur Erinnerung:

Mein Ziel ist es, mit der Leitra so oft wie irgend möglich ins Büro zu pendeln. Dabei muss ich nicht schneller sein als bisher mit dem „normalen“ Pedelec, genauso schnell wäre ausreichend.

Das Streckenprofil (ich fahre, wo immer möglich, auf Radwegen) sieht dabei so aus:

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Streckenprofil des Hinwegs, Copyright by gpsies.com
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Streckenprofil des Rückwegs, Copyright by gpsies.com

Derzeit benötige ich mit dem Velomobil je Strecke (je etwa 25 km) etwa 10 Minuten länger als mit dem „normalen“ Pedelec, also auf dem Hinweg rund 65 Minuten, auf dem Rückweg etwa 75 Minuten. Das liegt vermutlich zum einen vor allem daran, dass ich auf manchen Streckenabschnitten wegen der schlechten Straßenverhältnisse deutlich langsamer fahren muss als es mit dem vollgefederten Pedelec nötig war. Ausserdem gibt es derzeit noch ein paar Abschnitte, die durch Erntefahrzeuge dermaßen verschlammt sind, dass ich nur Schritttempo fahren kann. Das wäre aber wohl mit dem „normalen“ Rad auch nötig, Stichwort „Einferkel-Faktor“. 🙂 Hier ergibt sich vermutlich später der größte Zeitgewinn.
Auf ein oder zwei Abschnitten muss ich auf Grund der anderen Fahreigenschaften der Leitra langsamer fahren, weil ich sonst entweder in einer schnellen Bergabrechtskurve beim Anbremsen umkippe (das hatte ich fast schonmal…) oder mit dem Bug am Ende einer steilen Abfahrt aufsetzen würde.
Immer wieder interessant ist es, wie schnell die Leitra wird, wenn der Straßenbelag entsprechend gut ist. 🙂  Leider ist das bei meiner Strecke aber auf nur wenigen hundert Metern der Fall. 🙁

Zum anderen liegt die längere Fahrtdauer wohl daran, dass mich das Fahren mit der Leitra momentan, trotz Pedelecunterstützung, doch mehr anstrengt als das Fahren mit dem „normalen“ Rad (ich „verbrenne“ derzeit zwischen 1.400 und 1.600 kcal pro Hin- und Rückfahrt) und ich deshalb einfach langsamer bin. Nach Aussage vieler Liegeradfahrer liegt die Ursache im ungewohnten Bewegungsablauf und gibt sich nach einiger Zeit. Vor allem meine Waden- und die Gesäßmuskulatur beschweren sich über die ungewohnte Belastung. Deshalb bin ich bisher meist nur mit einem Tag Pause dazwischen ins Büro gependelt. OK, und ab und an passt es halt einfach auch terminlich nicht…

Die Kapazität meines Akkus (36V, 9Ah) reicht für das Pendeln für den Hin- und Rückweg (insgesamt rd. 50 km) auch bei maximaler Unterstützungsstufe gut aus; wenn ich zu Hause ankomme, zeigt die Kapazitätsanzeige noch 50% Füllung an. Und das, obwohl ich bisher auf allen Fahrten komplett mit Beleuchtung fahre; der LED-Technik sei Dank! 🙂

Bisher hat die Leitra (bis auf eine Ausnahme) nur positve Reaktionen bei meinen Mitmenschen hervorgerufen. Viele Mitmenschen zeigen sich sehr interessiert, teilweise begeistert und wollen näheres wissen. Mehrfach wurde ich schon aus fahrenden Autos heraus oder von Fußgängern per Handykamera gefilmt. Besonders erstaunt die Menschen, dass die Leitra schon 19 Jahre alt ist.

Einmal fühlte sich ein Herr, der mir abends zu Fuß entgegen kam, von meinem Frontscheinwerfer geblendet; leider kann ich das aber nicht ändern: Wenn ich bergauf fahre, leuchtet der Scheinwerfer halt auch etwas nach oben…

Zusammenfassung des Fazit: Die Leitra (und auch der Umbau zum Pedelec) hat sich für mich bisher bewährt, das Fahren macht Spaß. Der Wetterschutz ist prima, mit dem normalen Rad wäre ich beim derzeitigen Herbstwetter sicherlich nicht mehr ins Büro gefahren, beim Fahrkomfort und der Geschwindigkeit gibt es noch Optimierungsbedarf, jedoch ist die Leitra kein „Rennerle“, das wusste ich jedoch vorher. Wichtig ist der Spaß beim Fahren, und der ist definitiv gegeben.

Externer Link zu www.VeloVideo.de

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